Hanaus Moral schlägt TGF
Verbandsliga Süd: 3:2-Sieg im Derby
SC 1960 Hanau - Türk Gücü Friedberg 3:2 (2:1)
Mit einer Knaller-Viertelstunde eröffnete das türkische Derby. Baris Özdemir zwang Abdul Samed Ersöz zu einer klasse Fußabwehr (3.), die Travis Parker abschließend entschärfte. Eine Minute später verfehlte ein Flachschuss von Jonathan Tesfaldet Hanaus Kasten nur knapp. Mit der ersten Offensivaktion des SC dann aber die Führung für den Gastgeber: Ein öffnender Pass von Benjamin Braus weit aus der eigenen Abwehr reichte aus, um die komplette TGF-Abwehr auszuhebeln. Yuya Fujiura war zur Stelle, umkurvte Gästekeeper Kamber Koc, und schob zur vielumjubelten 1:0-Führung ein. Dann fast sogar das 2:0 mit einer Hundertprozentigen: Parker ließ drei Gästespieler wie Slalomstangen stehen und bediente Giorgi Piranashvili, der den Ball - begleitet von einem Raunen der einheimischen Fans - deutlich übers Tor schoss.
Der Ausgleich der Gäste ließ dann aber nicht allzu lange auf sich warten. Abdussamed Gürsoy tankte sich auf der rechten Seite entschlossen gegen Güney Günel durch und servierte den Ball sehr umsichtig auf Ersatzkapitän Baris Özdemir. Für den Top-Torjäger kein Problem, das Ding reinzumachen. Tesfaldets gelungene Einzelaktion blieb anschließend erfolglos, genauso wie Betim Mezimis Schuss aus der zweiten Reihe, bei dem nicht viel fehlte. Die 1960er hielten weiter kämpferisch ausgezeichnet dagegen und brachten eine unglaubliche Toreffizienz - zumindest bis zu diesem Zeitpunkt - auf den Platz. Über die Rechtfertigung des Elfmeters nach einem Zweikampf zwischen Kazuki Takahashi und Mohamed Boulahfa konnte man sich vielleicht streiten, nicht aber über die eiskalte Umsetzung von Benjamin Braus (41.).
Spannende Fortsetzung
Ein Vorstoß von Gürsoy direkt nach dem Seitenwechsel, ab da war das Spiel der Fil-Elf erstmal wie abgeschnitten. Hanau drückte mit viel Leidenschaft und stellte durch Aydilek auf 3:1. So wie beim 1:0 genügte ein gescheiter Pass - diesmal aus dem Mittelfeldkreis - um die Gästeabwehr zu überrumpeln (52.). Aydilek hatte eine Minute drauf sogar das 4:1 auf dem Fuß, ehe Türk Gücü wieder in Tritt kam. Bis auf einen brandgefährlichen Freistoß von Özdemir aus dem linken Halbfeld kam aber nicht so viel. Abwehr-Organisator Braus hielt seine Defensive zusammen, eine kleine Unsicherheit beim Herauslaufen von Ersöz gegen Özdemir blieb schadlos (73.). Eine Minute später machte dann Braus die Gäste nochmal stark: Schiedsrichter Sven Marquardt zeigte auf dem Punkt, nachdem Luki Matondo umging. Experte Özdemir verkürzte auf 2:3 (76.).
Danach ging es weiter hin und her. Aydileks Kopfball hatte zu wenig Schwung hinterm Leder, Parker chipte den Ball auf Koc zulaufend in dessen Arme, Aydilek alleine Koc ansteuernd konnte ihn auch nicht überwinden (80.). Hohe Bälle zum Schluss in Hanaus Strafraum brachte den Gästen nichts ein, auch nicht der Freistoß von Tesfaldet mit dem Schlusspfiff. "Nach dem 3:1 hätten wir früher die Entscheidung machen müssen. Unsere Konterchancen hätten wir besser ausspielen müssen. Das ist ja ein bekanntes Problem bei uns. Kompliment an meine Mannschaft, das war geschlossen. Wir haben den Tabellenführer geschlagen. Friedberg haben wir zugestellt und die Gegentore waren Zufallsprodukte", sagte Hanaus Trainer Antonio Abbruzzese.
Die Statistik:
SC 1960 Hanau: Ersöz - Takahashi, Fujiura (67. Porporis), G. Piranashvili (82. S. Piranashvili), Gültekin, Yildiz, Parker, Aydilek, Braus, Aydin (29. Komiya), Günel - Trainer: Antonio Abbruzzese.
Türk Gücü Friedberg: Koc - Weigand, Tesfaldet, Mezimi (72. Matondo) Boulahfa (55. Dananovic), Toskovic, Usic, Özdemir (86. Özalp), Gürsoy, Aljusevic, El Mai Mouni - Ttrainer: Mustafa Fil.
Schiedsrichter: Sven Marquardt (Taunusstein).
Zuschauer: 330.
Tore: 1:0 Yuya Fujiura (9.), 1:1 Baris Özdemir (13.), 2:1 Benjamin Braus (41., Foulelfmeter), 3:1 Semih Aydilek (52.), 3:2 Baris Özdemir (76., Foulelfmeter).

