Spieler im Blickpunkt
Aus Lúcio wurde Lahm
Manchmal muss man auch mal außerhalb des eigenen Domizils seine Erfahrungen sammeln. Das dachte sich wohl auch Nöding, als er in jungen Jahren beim SV Rotenburg anheuerte. Seit 2014 ist der gebürtige Niederguder, mittlerweile in Rotenburg wohnhaft, wieder zurück bei der SG Gudegrund/Konnefeld. Der nun schon 27-Jährige ist nicht mehr wegzudenken, denn seit zwei Jahren streift er sich sogar die Kapitänsbinde über. Wie wichtig er ist, weiß sein ehemaliger Trainer und Mitspieler Felix Wacker: "Er ist wie einst Philipp Lahm. Fast alles holt er mit fairen Mitteln weg."
Dabei wäre er vom deutschen Bollwerk beinahe zum stürmenden Brasilianer geworden. Als Wacker noch sein Trainer war, sagte dieser oftmals zu Nöding, dass er es doch wie der frühere Bundesligaprofi Lúcio machen soll. "Mit der Brechstange von hinten nach vorne durchlaufen", war die Marschroute, wie Nöding erklärt. Doch davon hat er schnell Abstand genommen. "Weil's mir dann doch zu riskant war", gesteht er schmunzelnd. Noch immer agiert er im Abwehrzentrum, schätzt seine Spielweise nun allerdings solider ein. "Als Defensivspieler darf man sich nicht vor Zweikämpfen scheuen. Ich versuche so wenige Fehler zu machen, die Mannschaft zu führen und mitzureißen. Das eine oder andere Kommando hält die Mannschaft zusammen", so Nöding, der allerdings betont, "dass die Truppe ohnehin auf und neben dem Platz harmoniert."
Dass er 2014 zurückkehrte, hat auch mit dem Aufstieg in die A-Liga zu tun. Seitdem habe sich das Team entwickelt, dass er nun gar eine Liga höher spielt als mit seinem ehemaligen Verein sei so nicht zu erwarten gewesen. "Aber das ist natürlich klasse. Ich habe immer gesagt, dass unser Ziel die Kreisoberliga sein muss. Es ist einmalig, dass wir das nun im Sommer geschafft haben."
"Viele fragen noch immer wo Gudegrund liegt"
Doch der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Wichtig sei, dass ein Stamm aus Akteuren wie Nöding, Wacker, Maik Leidorf, Manuel Kerst oder Nico Brandtner schon viele Jahre zusammen im Verein spielt. "Es hat in der A-Liga immer das gewisse Etwas gefehlt. Jetzt hat Corona dafür gesorgt, dass wir hoch durften. Aber wir hatten es uns auch verdient", weiß er. Unter anderem ließ er Rotenburg/Lispenhausen hinter sich, bei der SG wurde unter anderem ein Dreier eingefahren. "Das war für mich natürlich etwas Besonderes. Aber ich habe nach wie vor gute Kontakte nach Rotenburg", sagt Nöding. Ihm und seinen Teamkollegen wird aus der aktuellen Saison wohl eher der zweite Spieltag lange im Gedächtnis bleiben. Beim 2:1 wurde der große Rivale und Nachbar aus Heinebach und Osterbach geschlagen.
"Die Euphorie nach dem Aufstieg waren riesig. Man merkt es in der Unterstützung der Zuschauer. Schade war nur, dass wir es nicht gebührend feiern konnten. Mehr als im kleinen Mannschaftskreis war nicht zugelassen", berichtet der 27-Jährige rückblickend. Vielleicht aber wir die Sause dann beim Nichtabstieg nachgeholt. Die Richtung zumindest stimmt beim Aufsteiger, wenngleich Nöding betont, "dass unser Kader klein ist und wir vom Verletzungspech verschont bleiben müssen. Dann sind wir allemal kreisoberligatauglich." Gezeigt hat sich das in dieser Saison, bis auf Niederaula/Kerspenhausen sei kein Gegner übermächtig gewesen. Die osthessischen Fußballfans sollten sich somit die Namen Gudegrund und Konnefeld genauer einprägen. Im nördlichsten Zipfel der Region gelegen soll nämlich noch länger Fußball in der Kreisoberliga gespielt werden. Zumindest so lange, bis bekannt ist, wo der Club denn überhaupt herkommt. Denn Nöding berichtet, "dass viele noch immer fragen, wo denn überhaupt Gudegrund liegt".
Steckbrief
Name: Bastian Nöding.
Spitzname im Verein: Riste.
Geburtsdatum: 04.05.1993.
Vereinsmitglied seit: dem sechsten Lebensjahr.
Position: Innenverteidiger, Libero.
Rückennummer: 5.
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