Mi - 12.04. 19:30 Uhr
RP Burghaun-Steinbach
280
Martin Kliebe (Kassel)
Champions League im Mühlengrund
Hier enteilt Daniel Hanslik Damir Topagic und erzielt das 2:0 für den SVS, nutzen sollte es nichts. Foto: Charlie Rolff
„Das war heute Champions League in der Hessenliga. Tempo, Rasse, Klasse. Ein super Spiel“, sagte Müller ganz am Ende seines Statements. Fünf Minuten zuvor saß er wie ein begossener Pudel auf der Trainerbank. Er konnte einem leid tun, schließlich hatte er seine Mannschaft tadellos eingestellt, die spielte erstmals überhaupt mit Dreierkette und war eine über ganz weite Strecken mindestens gleichwertiger Gegner des Regionalliga-Aspiranten.
Und dennoch war die Laune unter dem Nullpunkt, denn einmal mehr machte dem SVS die individuelle Klasse des Gegners einen Strich durch die Rechnung. Vier Gegentoren gingen individuelle Fehler voraus, die Rot-Weiss Frankfurt gnadenlos zu bestrafen wusste. Zweimal war Markus Schaub involviert, einmal trat Sasa Dimitrijevic am Ball vorbei und einmal hatten Michael Wiegand sowie Julian Rohde im Mittelfeld zu viel zu bereden und vergaßen die Rückwärtsbewegung.
Tolle Tore, zu wenig Chancen genutzt
Genau zwei Phasen waren schlecht vom SVS: Zwischen Minute 38 und 45 wirkte die Elf angeschlagen, Selbiges galt für die Viertelstunde ab Spielminute 60. Doch ansonsten spielte der SVS fantastischen Fußball, gerade das Herauskombinieren aus engen Situationen hinterließ mächtig Eindruck beim Gegner, der seinen achten Sieg in Folge feiern durfte.
Nach 35 Minuten schlug eine verdiente 2:0-Führung zu Buche: Klasse die Balleroberung von Steffen Trabert im Gegenpressing, noch besser der Abschluss von Florian Münkel aus 25 Metern zum 1:0 mit dem schwachen linken Fuß (9.). Ausbauen konnte die Führung Daniel Hanslik nach langem Ball Steffen Traberts dank seines unnachahmlichen Durchsetzungsvermögens (35.). Auch das 3:2 durch Petr Kvaca per Direktabnahme nach Paliatka-Freistoß war herrlich anzusehen (53.). Und hätten Dimitirijevic oder Kvaca nur wenige Minuten später eine Doppelchance nutzen können, es wären drei Punkte möglich gewesen. Später hatten Dimitrijevic und Rohde Pech, als das 4:4 in der Luft lag.
So aber ließen vor allem Dreifachtorschütze Varol Akgöz und Rechtsverteidiger Jeremy Lundy ihre individuelle Klasse sprechen – und Müller in der Bank versinken: „Es ist mir schon zu blöd das zu sagen, aber wir haben uns in einem solchen Spiel schon wieder nicht belohnt. Besseren Fußball können wir aber nicht mehr spielen.“
Die Statistik:
Steinbach: Motzkus – T. Wiegand, Trabert, Schaub – M. Wiegand, Paliatka – Kvaca, Hanslik, Rohde, Dimitrijevic – Münkel.
RW Frankfurt: Takidis – Lundy, Topagic, Kopilas, Abdul (46. Scholten) – T. Fließ, Pospischil – Barnes, Kara, A. Fließ (88. Mus) – Akgöz.
Schiedsrichter: Martin Kliebe (TSV Heiligenrode).
Zuschauer: 280.
Tore: 1:0 Florian Münkel (9.), 2:0 Daniel Hanslik (35.), 2:1 Varol Akgöz (40.), 2:2 Patrick Barnes (44., Foulelfmeter), 3:2 Petr Kvaca (53.), 3:3 Jeremy Lundy (63.), 3:4, 3:5 Varol Akgöz (68., 89.).
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