David Giebel beendet Leidenszeit nach 1294 Tagen
Actionbilder von David Giebel (rechts; gegen Bad Sodens Tuna Moaremoglu in der Saison 2010/2011) auf dem Fußballplatz gab es lange nicht. Foto: Willi Schmitt
Giebel spielte 2011 mit Sondergenehmigung im Seniorenbereich des HSV, war drauf und dran den Durchbruch auch im Hessenliga-Team zu schaffen. Die Zeit als A-Jugendlicher bei den Senioren erlebte er wie in Trance: Sven Bednarek gab ihm das Vertrauen in der zweiten Mannschaft, Oliver Bunzenthal wurde aufmerksam und warf den heutigen BA-Student sogar in der Hessenliga ins kalte Wasser.
Mit Erfolg: In Alzenau erzielte er am 12. März 2011 sein erstes Tor für die erste Mannschaft zum umjubelten 1:1-Endstand - viermal hatte er zuvor bereits für die Reserve getroffen. Tags drauf bekam er die Sonderaufgabe, Korbachs Ausnahmestürmer Christoph Osterhold einzuengen. Kein Problem für den Youngster.
Doch dann der große Schock in Minute 58: Korbachs Keeper Mario Wörmann stürzte in Kung-Fu-Manier aus seinem Kasten, traf Giebel am Oberschenkel. Der konnte die Körperspannung nicht halten, trat in ein Loch und riss sich das Kreuzband. "Das war natürlich heftig. Nachts kamen so richtig die Schmerzen, das Knie war ein riesiger Ballon", blickt Giebel zurück, der sich wieder herankämpfte, um rund ein Jahr später im Training erneut den gleichen Schicksalsschlag zu erleiden.
Neustart in Steinbach: "Ohne Sport ist doof"
"Ich musste dann wirklich lange überlegen, ob ich wieder angreifen will. Aber ohne Sport ist es einfach doof. Ich war und bin ein Sportler durch und durch. Und ich musste von 100 auf 0 zurückschrauben", erklärt Giebel, der weiß: "Damals hätte ich den Sprung in die Hessenliga schaffen können, der Oli hatte mich auf dem Zettel."
Klar hielt sich Giebel auch in den vergangenen Monaten fit, den Schritt zurück zum Fußball überlegte er sich jedoch reiflich: "Die Steinbacher haben mich dann angesprochen. Kalle Müller hat mir versprochen, dass er ein intensives Aufbautraining mit mir macht und der Verein mir alle Zeit der Welt gibt."
Und Müller hielt Wort, denn fast vor jeder Einheit in der Vorbereitung absolvierte der Steinbacher Verbandsliga-Trainer mit Giebel eine Dreiviertelstunde Extratraining im Bereich Stabilisierung.
Der Aufwand machte sich spätestens am 27. September 2014 bezahlt, als Giebel im Reserveteam für Mirco Bott eingewechselt wurde: "Das war ein unglaublich schönes Gefühl", sagt Giebel, der zugibt: "Ich bin ein Typ, der mit Respekt an die Sache ran geht. Ich versuche erstmal die Zweikämpfe zu meiden, Ballsicherheit zu gewinnen. Ich weiß aber auch, dass ich nicht halbherzig in die Zweikämpfe gehen darf, dann passiert am ehesten was."
"Ich weiß nicht, ob es nochmal so gut wird"
Zumindest schmerzfrei habe er auch sein Startelfdebüt am vergangenen Sonntag überstanden, zwicken tue es aber hier und da noch. Auch sei der Laufstil ein anderer als vor vier Jahren. "Das ist aber normal. Ich muss mich langsam wieder ranarbeiten."
Ob es wieder reichen wird, um Verbandsliga zu spielen, will Giebel, der vorgestern seinen erst 22. Geburtstag feierte, noch nicht beurteilen: "Ganz ehrlich? Ich weiß nicht, ob es nochmal so gut wird, wie es einmal war. Wenn es so kommt, wäre es umso schöner. Aber ich will Steinbach natürlich auch etwas zurückzahlen. Vor dem neuen Jahr wird das mit der Verbandsliga aber auf keinen Fall was."
Bis dahin wird David Giebel jede Minute beim Kreisoberliga-Team genießen, denn schließlich ist er Fußballer durch und durch.
Bitte melde Dich an, oder registriere Dich, um Kommentare schreiben zu können