Ganß bescheiden
Alex Ganß (blaues Trikot) schwingt sich zu einem der herausragenden Gruppenliga-Innenverteidier auf.
Von außen betrachtet scheint es, als habe Ganß einen Schritt zurück gemacht - sich aber zumindest nicht genügend zugetraut: Von den letztjährigen Leistungsträgern der U 19 Viktoria Fuldas haben sich Kilian Sandner, Christoph Sternstein, Luca Gaul und Simon Tewes allesamt dem TSV Lehnerz angeschlossen, um zumindest im Verbandsliga-Team die Chance beim Schopfe zu packen. Der 19-jährige Ganß entschied sich hingegen für den anderen Verein des Gebildes: "Ich bin in der C-Jugend nach Bronnzell gekommen, da gab es den JFV noch gar nicht. Bronnzell war somit seitdem mein Stammverein und auch jetzt mein erster Ansprechpartner", erläutert Ganß. Und mit Matthias Weber sei er sich auch schnell einig gewesen, zumal Coach Stefan Dresel ihm schon zu diesem Zeitpunkt einen Startelfplatz in Aussicht gestellt habe. Ganß hat noch keine Minute in dieser Saison verpasst, seine vier ehemaligen Mitstreiter kommen hingegen nicht einmal zusammen auf so viel Spielzeit im Verbandsliga-Team.
"Das Vertrauen zwischen Trainer und mir war von Anfang an da, und ich denke, dass ich es durch meine Einsätze auch schon zurückzahlen konnte", erklärt der Auszubildene zum Technischen Systemplaner. Und "nur" in die Gruppenliga zu gehen, obwohl auch andere Angebote vorlagen, hat Ganß auch nicht nur eine Sekunde bereut: "Die Gruppenliga ist für mich genau die richtige Liga, um im Seniorenbereich anzukommen. Bronnzell ist ein familär geführter Verein, da bekommt man nach einem guten Spiel auch mal einen Schulterklopfer", zählt er die Vorteile auf und erklärt ganz selbstbewusst: "Darauf, dass ich jetzt schon Stammkraft in der Gruppenliga bin, bin ich schon stolz."
"Mal überragend, mal solide, aber nie abfallend"
Warum Dresel bedingungslos auf den Youngster setzt, der das Innenverteidiger-Duo gemeinsam mit Routinier Sascha Fiedler bildet, kann der Trainer am besten selbst erklären: "Alex ist sehr abgeklärt, kann ein Spiel sehr gut lesen, kann gute Entscheidungen treffen, hat ein ordentliches Kopfballspiel, eine solide Technik und ein gutes Raumgefühl." Das Handwerk eines Innenverteidigers hat Ganß also schon mal drauf, für ihn sprechen zudem die einwandfreien charakterlichen Züge, er ist, so sagt Dresel, in jedem Training, insgesamt sehr ehrgeizig, aber auch sehr bescheiden. Der Stockhausener stimmt zu: "Ich gehe auch mal mit der Mannschaft feiern, am Wochenende reicht mir aber auch mal ein FIFA-Abend. Ich bin auch keiner der sich in den Mittelpunkt stellt." Ganz bescheiden.
Auch in Bezug auf eigene Zukunftspläne und mannschaftliche Saisonziele. Scheint gerade im Privatleben nach dem Abitur im Sommer zunächst der Fokus auf der Ausbildung zu liegen, soll in Bronnzell nicht zu früh geträumt werden: "Wir haben jetzt zehn Spiele rum, da ist die Saison noch zu jung, um über Ziele zu sprechen. Warten wir mal bis zum 20. Spieltag ab, dann kann ich mehr sagen." Und auch vielleicht mehr Tore auf der eigenen Habenseite verbuchen, bislang gelang dem 1,87 Meter großen Innenverteidiger nur ein Treffer. "Alex kann sich als 19-Jähriger natürlich noch in jedem Bereich weiterentwickeln, aber gerade im Offensivkopfball würde ich mir mehr Torgefahr wünschen", sagt Dresel. Zumindest ein Haar in der Suppe hat sein Coach dann doch gefunden, schließt aber viel lieber mit dem größten Kompliment, das man einem 19-Jährigen ausstellen kann: "Er bringt konstant seine Leistung. Einmal ist er überragend, einmal solide, bislang ist aber noch nie richtig abgefallen."
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