Bimbach auf Rang zwei
Giemza: "Die Brocken kommen erst noch"
Es läuft bei Sedat Özdemir (rechts, hier im Duell mit Jonas Dittmann von Kiebitzgrund/Rothenkirchen) und der Spvgg. Bimbach in dieser Saison. Foto: Charlie Rolff
Sie sind in ihrem dritten Jahr als Trainer in Bimbach, bislang war das obere Mittelfeld das höchste der Gefühle. Warum läuft es in dieser Saison so viel besser?
In meinem ersten Jahr hatten wir nach dem Aufstieg einen großen Umbruch zu meistern. Die Saison war schwierig, aber jeder im Verein wusste, dass er Gas geben muss. Im vergangenen Jahr haben wir uns schon verbessert, und jetzt haben wir den nächsten Schritt gemacht. Der Tabellenplatz ist eine Momentaufnahme, aber wir schaffen es immer besser, unseren Fußball zu spielen.
Wie sieht der Fußball aus, den Sie spielen lassen?
Wenn wir den Ball haben, wollen wir kontrolliert nach vorne spielen, und nicht auf lange Bälle und Zufallsprodukte setzen. Gegen den Ball verlange ich aber eine genauso disziplinierte Arbeit.
Die Offensive ist mit 26 Toren die beste der Liga. Was macht Sie so gefährlich?
Wir haben keinen Überspieler wie andere Vereine, sondern einen ausgeglichenen Kader. Vorne arbeitet jeder für jeden, die Jungs legen gerne auch mal quer auf den besser postierten Mitspieler. Zudem profitieren wir von unserer Breite, wir haben schon 20 Spieler eingesetzt.
Mit Lukas Uebelacker ist ein wichtiger Spieler zurück, der in den vergangenen zwei Jahren kaum auflaufen konnte. Welche Rolle spielt seine Rückkehr?
Er ist für uns ein Glücksfall. Lukas ist ein Riesen-Kicker, der den Unterschied ausmachen kann und wohl nicht bei uns spielen würde, wenn er nicht Ur-Bimbacher wäre. Auch seine Führungsqualitäten sind überragend. Er ist jetzt als Arzt bei der Bundeswehr in Wildflecken stationiert und lebt in Petersberg und nicht mehr in Ulm, dadurch kann er wieder regelmäßig für uns spielen.
Die Bimbacher Punktausbeute mit 16 Punkten aus acht Spielen passt, allerdings fällt auf, dass die Spvgg. in allen drei Partien, die nicht gewonnen wurden, vorne lag. War für Ihre Mannschaft sogar mehr drin?
Gegen Hofbieber, die ich ein Stück weit als Vorbild sehe, weil sie erst vier Gegentore kassiert haben, war es ein Spiel auf Augenhöhe. Sonst habe ich uns immer als dominantere und aktivere Mannschaft gesehen. Die Niederlage gegen den Türkischen SV liegt mir immer noch schwer im Magen, weil es ein Spiel auf ein Tor war.
Was ist drin für Ihre Truppe in dieser Saison?
Wir wollen auf jeden Fall in die Aufstiegsrunde. Mit Pilgerzell, Edelzell/Engelhelms, Sickels und Bachrain kommen die Brocken noch, da werden wir sehen, ob wir als Mannschaft schon gefestigt sind.
Sie haben eingangs bereits den großen Umbruch zu Ihrem Amtsantritt erwähnt. Wie wird die neu zusammengestellte Truppe vom Umfeld akzeptiert?
Wir mussten damals viele Spieler ersetzen, ich habe durch meine Kontakte viele Jungs aus der Stadt angesprochen. Am Anfang waren viele Leute skeptisch, aber inzwischen wurden die Jungs im Dorf gut aufgenommen. Und die Mischung in der Mannschaft passt sowieso.
Sie haben jüngst vier Tore in einem Reserve-Spiel erzielt. Wann sehen wir Sie im Trikot der Ersten?
Man wird mich dort auf gar keinen Fall sehen. Bei Lehnerz II habe ich mir damals mit 28 Jahren das Knie zertrümmert, ich sollte eigentlich gar keinen Fußball mehr spielen. Und das, was ich von meiner Mannschaft fordere, kann ich ohnehin nicht mehr abrufen.
Bitte melde Dich an, oder registriere Dich, um Kommentare schreiben zu können