Griff ans Schlafittchen sorgt für Gesprächsstoff

Maximilian Grösch (Bildmitte) musste vorzeitig den Platz verlassen - auf äußerst merkwüdige Art und Weise. Foto: Charlie Rolff

Es spricht für die SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach, dass sie nach dem Spiel gar nicht allzu viel mit dem Schiedsrichtergespann ins Gericht ging. Schließlich hätte sie ohne diesen einen gravierenden Fehler nicht eine Stunde in Unterzahl agieren müssen.

33 Minuten waren gespielt, da stieg Ehrenbergs Verteidiger Felix Beck abseits des Geschehens unsanft und ohne Absicht leicht auf den Fuß von Maximilian Grösch. Der verlor etwas an Gleichgewicht und zog Beck am Schlafittchen um sich herum. Schiedsrichter-Assistent Julian Rohrbach reagierte erst gar nicht und wedelte plötzlich wie wild mit der Fahne, zitierte seinen Chef Mario Czieslick herbei, der auf Anraten des Assistenten auf Tätlichkeit entschied, das nach FIFA-Definition übermäßige Härte voraussetzen würde.

Vielleicht hätte die Szene zu einer Verwarnung getaugt, normalerweise hätte es selbst eine Ermahnung getan, so aber gab es glatt Rot für den Spielmacher des Heimteams, der gar nicht protestierte, vielmehr wie ein begossener Pudel von dannen zog. Wieder und wieder mit dem Kopf schüttelte. Für Czieslick war es die erste Rote Karte im Jahr 2018 – im letzten Spiel. Aber ihm schob auch niemand den schwarzen Peter zu.

„Niemals ist das Rot“, sagte Beck im Nachgang und auch sein Trainer Robert Schorstein gab ihm recht, während Elters-Coach Daniel Schirmer nicht zu wirklicher Schiri-Schelte ausholen wollte, allerdings süffisant anmerkte, „dass sich Felix und Maxi vielleicht einfach in den Arm nehmen wollten, um sich für den Abend zu verabreden – sie kennen sich ja ganz gut“.

Ehrenberg enttäuscht

Freundschaftlich verlief das Derby allerdings nicht: Es war von Kampf und Leidenschaft geprägt, wobei der Gastgeber mehr Grundtugenden in die Waagschale warf und sich so auch den Applaus der Zuschauer nach dem Schlusspfiff redlich verdiente. Schirmer war stolz auf Einstellung und Einsatz seiner Mannen, die in der zweiten Halbzeit trotz Unterzahl keine klare Torchance zuließen und gleichzeitig durch den Vorweggeher Moritz Reinhard die besten Chancen besaßen. Er aber scheiterte am Aluminium (46.) und SGE-Keeper Simon Voll (61.).

Ehrenberg verstand es hingegen nie, die numerische Überzahl auch aufs Feld zu bringen, verschleppte viel zu oft das Tempo und verlor sich in unzähligen langen Bällen. Diese waren gerade für Marius Hohmann leichte Beute, der als Innenverteidiger ein formidables Spiel ablieferte, mehrfach in höchster Not zur Stelle war und sein Team auch in Führung brachte. Ehrenberg hatte eine Ecke schlecht verteidigt und Hohmann mit aller Überzeugung aus 16 Metern getroffen (6.). Der Ehrenberger Ausgleich entsprang einem starker Spielzug über Marius Bublitz, der Torschütze Leon Bau perfekt einsetzte (45.). „Leider der einzige wirklich gut vorgetragene Angriff“, stellte Schorstein fest, um zu resümieren, „dass der Punkt trotz langer Überzahl ein Gewinn für uns ist“.

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