Sa - 14.11. 14:30 Uhr
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Hessenliga: Borussen ziehen auf Kunstrasen den Kürzeren
"Es war eine Niederlage in einem wichtigen Spiel, die nicht hätte sein müssen", befand Brendel, der von einer verdienten Niederlage deshalb sprach, "weil wir vor der Pause zu wenig aus dem Gros an Spielanteilen gemacht haben und nach der Pause nicht mehr so viel ins Spiel investiert haben wie Dreieich."
Vor der Pause sah es beileibe noch nicht danach aus, als würden die Borussen als Verlierer das Feld im Sportpark Dreieich verlassen. Angetrieben von rund 80 Fans, die eine Aufbruchstimmung rund um den Verein erkennen ließen und 90 Minuten lang ihr Team mit Liedern anfeuerten, war der SCB mehr im Ballbesitz und hatte in den ersten 45 Minuten lediglich eine Schrecksekunde zu überwinden, als die Flanke von Velibor Velimir abgefälscht wurde und am Pfosten landete (8.). Das Problem: Auch die Borussen fanden auf dem engen Spielfeld kaum Lücken. Einzig Matija Poredski war nach einem Wolf-Abschlag einmal durch, ließ sich aber - angekommen im Strafraum - zu offensichtlich fallen (25.).
Gespielt wurde übrigens auf Kunstrasen, obgleich der Naturrasen nebenan augenscheinlich in einem sehr guten Zustand war. "Das hat unsere Ausrichtung, die Räume in der Tiefe zu suchen, natürlich komplett über den Haufen geworfen", ärgerte sich Brendel, zumal die Hessen im Vorhinein keinen Borussen über die Verlegung in Kenntnis gesetzt hatten.
So war schon im ersten Durchgang zu spüren, das wohl nur durch Standards Gefahr auf beiden Seiten heraufbeschwört werden konnte. Während allerdings die Borussen die Ecken und Freistöße anders als in der vergangenen Woche schwach traten, traf Dreieich den SCB kurz nach Wiederanpfiff nach einem Einwurf ins Mark. Zu schwach geriet Nikola Milankovics Kopfballabwehr, sodass Ralf Schneider mit Hilfe des Innenpfostens aus 16 Metern das 1:0 für die biederen und vorher ziemlich ideenlosen Hessen erzielte (56.).
Nach dem 1:0 ließen sich die Fuldaer eine Viertelstunde lang Verunsicherung anmerken, standen hinten nicht mehr so sicher und hatten Glück bei einem Pfostentreffer von Daniele Fiorentino. "Trotzdem haben wir es geschafft, diese kurze Schwächephase abzulegen und noch einmal ein Aufbäumen gezeigt", filterte Brendel Mutmacher heraus. Poredski mit einem zu hoch platzierten Kopfball (67.), Leon Pomnitz per Flachschuss (76.) und der eingewechselte Marcel Trägler aus spitzem Winkel (86.) hatten das 1:1 auf dem Fuß, "allerdings fehlte bei allen Abschlüssen die letzte Körperspannung", monierte der Sportliche Leiter Martin Hohmann.
In der Schlussphase machten die Borussen hinten auf, Brendel brachte noch Imal Schersadeh, doch per Konter in der Schlussminute machten die Hessen den erst dritten Saisonsieg perfekt: Danny Klein bediente Zubayr Amiri, der sehenswert per Volleyabnahme den 2:0-Endstand herbeiführte. Hessen-Trainer Thomas Epp gab nachher zu, "dass die Maßnahme auf dem Kunstrasen zu spielen, schon eine taktische war. Am Ende war die Entscheidung absolut richtig." Zudem erklärten die Hessen, dass der Naturrasen zwar sehr gut aussähe, im Untergrund allerdings auch sehr weich wäre. Ein Satz, den viele Borussen nur mit einem süffisanten Lächeln hinnehmen konnten.
Dreieich: Paul; Wosiek, Taljan, Brüdigam, Kohl - Smietana - Schneider (88, Amiri), Velemir, Pospischil, Fiorentino (75. Klein) - Amani (81. Lagator).
Borussia Fulda: Wolf; Dimitrijevic (86. Schersadeh), Schad, Milankovic, Beck - Jaksch, Krause (61. Trägler) - D. Müller (75. J. Müller), Pomnitz, Merle - Poredski.
Schiedsrichter: Steffen Rabe (Burgwald). Zuschauer: 300. Tore: 1:0 Ralf Schneider (56.), 2:0 Zubayr Amiri (87.).
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