Konstantin Höhl im Interview

"In die Gruppenliga wollen doch beide"

Konstantin Höhl brennt auf das Derby gegen Rothemann und möchte mit seiner TSG Lütter Revanche nehmen. Foto: Charlie Rolff

Wer Meister der Kreisoberliga Süd wird? Entweder der TSV Rothemann oder die TSG Lütter. Zumindest klingen beide Vereine aus den Kehlen der hiesigen Kenner. Lütters Kapitän Konstantin Höhl (27) will sich morgen (19 Uhr, in Rothemann) mit seinem Team in die Pole Position schieben. Gleich am zweiten Spieltag kommt es zum Gipfeltreffen im Gemeindederby.

Vor rund einem Jahr, im September 2020, trafen beide Clubs am ersten Spieltag aufeinander. Rothemann siegte in Lütter 1:0. Beste Erinnerungen daran hast Du sicherlich nicht?

Das war ein Tag, den ich gerne im Nachhinein nicht so erlebt hätte. Auf der einen Seite haben wir verloren, aus meiner Sicht unglücklich. Rothemann war passiv, wir haben spielerisch mehr gemacht. Mit dem Elfmetertor hatten sie das Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Auf der anderen Seite musste ich nach einer Viertelstunde mit einem Muskelfaserriss raus.

Eine Verletzung, die Dich neuerlich zurückgeworfen hat. Schließlich musstest Du zuvor lange pausieren.

Das stimmt. Mit der Kreuzbandverletzung 2018 in Steinhaus ging es los. Anschließend standen drei Operationen an, vollkommen fit war ich eigentlich erst beim Auftaktspiel der vergangenen Saison. Und dann kommt eine neuerliche Verletzung. Wirklich viele Spiele habe ich somit in den zurückliegenden drei Jahren nicht absolviert.

Entsprechend bist Du extra heiß auf das Derby?

Das lässt sich so umschreiben. Aber das ist sicherlich bei allen Spielern so. Es wird ein geiles Spiel mit hoffentlich vielen Zuschauern.

Was ist das Besondere an diesem Duell?

Wir sind eine Gemeinde, zwischen beiden Sportplätzen liegen nur sechs Kilometer und Spieler, Trainer, Betreuer und Vereinszugehörige kennen sich zu 99 Prozent untereinander. Das bringt enorme Brisanz mit rein. Obendrauf haben beide Vereine das Ziel, künftig in der Gruppenliga zu spielen. Da, wo sie meiner Ansicht nach hingehören.

Neben der Brisanz dürften die 90 Minuten auch einen vorentscheidenden Charakter haben, oder?

Das lässt sich an der vergangenen Saison gut darstellen. Die Auftaktpleite hat uns bis zum Abbruch nachgehangen. Beide Mannschaften waren unglaublich konstant. Jetzt haben Rothemann und wir am ersten Spieltag mit 3:0 gewonnen. Vielleicht lässt sich daran erkennen, dass wir wieder auf einem Niveau stehen.

Individuell sollte die TSG besser besetzt sein, oder?

Das ist schwierig zu beurteilen. In der Breite haben wir vielleicht die Nase vorne. Wir haben mit Kevin Muth und Linus Bohnwagner zwei Spieler verloren, die wir durch Louis Winkow, Mario Schlott und Paolo Mondo adäquat ersetzen konnten. Derzeit fehlen uns noch Manuel Giraldi und Marius Gerhard. Rothemann hat sich hingegen verbessert, Florian Schertell und Noah Odenwald heben die Qualität des Kaders an.

Zuletzt hat Rothemann 2014 ein Punktspiel daheim gegen Lütter gewonnen. Das darf sicher so bleiben?

In erster Linie wollen wir Revanche nehmen für das 0:1 vor einem Jahr. Das Aufeinandertreffen heute ist eine Art Rückspiel. Und der neue Modus mit den anschließenden Playoffs macht es zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison bereits reizvoll, weil alle Teams von Beginn an auf der Höhe sein müssen und nicht abschenken können.