Wildes traumhaftes Comeback

Leistungsträger und Torjäger nach vierjähriger Zwangspause

Daniel Wilde (rechts) hat sich nach langer Pause stark zurückgemeldet. Foto: Charlie Rolff

Der Name Wilde ist beim FV Horas ein Begriff, nicht nur dank des langjährigen Jugendtrainers und jetzigen Gruppenliga-Coaches Matthias. Dass sein Neffe Daniel aber zuletzt häufig in der Statistik auftauchte, überraschte den ein oder anderen. Denn der 25-Jährige hatte dem Fußball schon den Rücken gekehrt.

Verletzungsbedingt trat Daniel Wilde fast vier Jahre lang gegen keinen Ball. Eine Fußverletzung bereitete trotz Operation immer wieder Probleme, so dass sich der damalige Gießener Lehramtsstudent 2017 dazu entschied, die Schuhe an den Nagel zu hängen. Auch deshalb, weil er sich in seinem Fachbereich Sport keine Ausfälle erlauben konnte. Umso überraschender war sein Comeback beim Auswärtsspiel bei der SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach am 10. Oktober vergangenen Jahres. Ob der vielen Ausfälle lässt sich Daniel Wilde von seinem Onkel zu einem Einsatz überreden. Es ist nach fast vierjähriger Zwangspause sein erster seit dem 29. Oktober 2017, als er beim 3:0-Sieg in der Kreisoberliga in Burghaun mit seinem Treffer den Schlusspunkt markierte.

„Ich hatte mit dem Fußball schon abgeschlossen, bin aufgrund der Personalnot so reingerutscht. Ich hatte vorher gar nicht trainiert, deshalb waren die ersten Spiele sehr schwer. Jetzt, nach der komplett absolvierten Vorbereitung, sieht das schon ein bisschen anders aus“, erklärt der 25-Jährige. Die Statistik gibt ihm recht, mit drei Treffern in den ersten beiden Spielen der Abstiegsrunde avancierte er direkt zum Leistungsträger und Torjäger. „Ich bin total überrascht, wie gut es schon klappt“, sagt der Ur-Horaser, der aber zu bedenken gibt, dass ihm nach der langen Pause in einigen Situationen die Routine fehlt. Beispielsweise im taktischen Verständnis, oder aber im Torabschluss.

"Habe das Gefühl, gebraucht zu werden"

Zu drei wichtigen Treffern hat es dennoch schon gereicht, was auch mit seiner neuen Rolle als Mittelstürmer zusammenhängt. „Im Mittelfeld sind wir gut aufgestellt, im Sturm haben wir die größte Not“, spielt Wilde, Sohn des langjährigen Horaser Goalgetters Markus, unter anderem auf den verletzungsbedingten Ausfall von Kevin Muth an. Mit seinen 25 Jahren gehört der Referendar jedenfalls zu den Erfahrenen in der Mannschaft, ließ in der Winterpause bei der Rückennummer-Wahl den Jüngeren den Vortritt und gab sich mit der 2 zufrieden. „In den Vorbereitungsspielen hatte ich das Gefühl, auf dem Platz vorangehen zu müssen. Das klappt aber nur, weil mich die Mannschaft super aufgenommen hat.“

Erfahrung im Abstiegskampf kann die junge Truppe gut gebrauchen, zumal viele dem FVH vor der Saison eine andere Rolle zugetraut hatten. „Am Ende der Hinrunde war klar, dass wir unsere Ambitionen, oben mitspielen zu wollen, überdenken müssen. Die Situation ist bei allen angekommen. Wir haben die Mentalität, um gegen den Abstieg spielen zu können“, macht Wilde klar, dass der Fokus allein auf dem Klassenerhalt liegt. Im Sommer können dann neue Ziele formuliert werden. Auch beim Rückkehrer, der inzwischen schmerzfrei auflaufen kann: „Ich habe auf jeden Fall vor, weiter zu spielen. Es macht unglaublich viel Spaß, und ich habe das Gefühl, gebraucht zu werden.“

Kommentieren