Sa - 08.04. 15:00 Uhr
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Münkel trifft wieder, SVS lebt wieder
Steinbachs Nummer 9 atmete nach dem Abpfiff auch erst einmal schwer durch: "Wir haben uns in den letzten Tagen viel an die Köpfe geknallt und an die Einstellung eines jeden appelliert. Gegen Fulda hat die Einstellung schon gestimmt, aber blieb unbelohnt. Auch heute sind wir an unsere Grenzen gegangen, haben uns aber endlich mal wieder belohnt", so der Spieler des Spiels, der drei der vier Steinbacher Treffer erzielte. Es waren Münkels erste Tore seit dem 20. November - auch damals traf der Großentafter dreifach bei Viktoria Kelsterbach. "Ich hoffe, dass die Seuche jetzt vorbei ist", bekannte der 26-Jährige schmunzelnd.
Dabei erlebte der SVS nach einer Abtastphase zu Beginn fast ein Deja-vu der vergangenen Wochen: Nach einem eigenen Einwurf verloren die Gäste die Kugel, dem Ballverlust schloss sich ein Abstimmungsproblem zwischen Petr Paliatka und Steffen Trabert an, ehe Trabert ein Schüsschen des Vellmarers Enis Salkovic so unglücklich abfälschte, dass Marco Motzkus im Kasten der Steinbacher chancenlos war (18.). "Danach haben wir aber lethargisch und oberflächlich gespielt", haderte OSC-Coach Mario Deppe mit dem weiteren Spielverlauf. Zunächst hatte der SVS noch Pech, dass es nach einem offensichtlichen Foul von Keeper Tobias Schlöffel an Daniel Hanslik keine Rote Karte für den heimischen Schlussmann, sondern anschließend nur Gelb wegen Meckerns für Sasa Dimitrijevic gab (41.). "Das war allerdings eine Initialzündung für uns. Von da an waren wir da", befand Florian Münkel, der kurz vor der Halbzeit davon profitierte, dass sein Gegenspieler Maik Siebert nach einem langen Rohde-Ball ausrutschte: Münkel bediente Hanslik am langen Pfosten - der Ausgleich mit dem Pausenpfiff.
"Das war für mich der aus unserer Sicht positive Knackpunkt", analysierte Trainer "Kalle" Müller, der von seinen Mannen Mut eingefordert und seine Elf offensiv justiert hatte. Mit Erfolg: Hanslik, Münkel und Petr Kvaca rotierten ununterbrochen auf ihren Positionen, während die Nordhessen vor allem die Außenbahnen nicht in den Griff bekamen. Der Lohn: Tore, Tore, Tore. Paliatka und Kvaca verzogen zunächst noch knapp, ehe Münkel nach klasse Hereingaben von Dimitrijevic und Hanslik auf 3:1 erhöhte (63., 78.). Vellmar kam kurz darauf durch Glogic noch einmal auf 2:3 heran (81.), doch Steinbach ließ sich davon nicht beirren und entschied das Spiel durch - natürlich - Münkel, der völlig blank stand, nachdem sich Petr Kvaca auf rechts spielend leicht gegen Okan Gül durchgesetzt hatte (84.).
"Der Sieg war verdient. Man merkt, dass im Angriff wieder alle Spieler fit sind und die Leistungen bringen, die wir von ihnen gewohnt sind", war "Kalle" Müller hernach hochzufrieden, zumal seinen Mannen die Vellmarer Siegesserie von sechs Erfolgen nacheinander durchbrechen konnten. Nun habe man sich ein Fußballfest gegen Rot-Weiss Frankfurt am Mittwoch verdient, "in das wir", so Müller, "ganz entspannt reingehen können. Wir können nur gewinnen." Fraglich, ob Fabian Wiegand dann wird mitwirken können: Der Linksverteidiger musste wegen eines Pferdekusses auf dem Oberschenkel früh raus, Markus Schaub vertrat ihn tadellos. In der Innenverteidigung hatte Fabians Bruder Michael Cino Schwab (Rücken) ersetzt. "Er ist unter den gegebenen Umständen nun innen erste Option", betonte Müller.
Die Statistik:
Vellmar: Schlöffel - Siebert, Wagener, Matzenmillner, Scherer (74. Huneck) - Brinkmann (70. Wissemann), Gül - Milloshaj, Wollenhaupt - Salkovic, Glogic.
Steinbach: Motzkus - T. Wiegand, M. Wiegand, Trabert, F. Wiegand (32. Schaub) - Paliatka, Rohde - Münkel, Hanslik, Dimitrijevic (79. Petrasch) - Kvaca (88. Ludwig).
Schiedsrichter: Lukas Heineck (Marburg).
Zuschauer: 180.
Tore: 1:0 Enis Salkovic (18.), 1:1 Daniel Hanslik (45.+2), 1:2, 1:3 Florian Münkel (63., 78.), 2:3 Enes Glogic (81.), 2:4 Florian Münkel (84.).
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