Oberkalbachs Mirko Kress im Interview
„Oha, was läuft denn schief?“
Mirko Kress blickt fröhlich rein. Der 36-Jährige wird im Sommer in seine achte Spielzeit bei der SG Oberkalbach gehen. Foto: Charlie Rolff
Kannst du dich noch an deine ersten Momente im Verein erinnern?
Ich habe die ersten Tage und Einheiten noch sehr gut im Kopf. Als ich 2014 nach Oberkalbach kam, merkte ich sofort, welche familiärer Verein das ist. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Beim Blick zurück stelle ich fest, wie schnell die Zeit verflogen ist. Einst war es die B-Liga, nun sind wir in der Kreisoberliga.
Was ist im Jahr 2021 anders als noch 2014 bei der SGO?
Die größten Veränderungen gibt es sicherlich im sportlichen Bereich. Wir konnten zwei Aufstiege erleben. Mit etwas Abstand kann ich nun sagen, dass es vielleicht ganz gut war, dass Oberkalbach 2014 nicht über die Relegation der Aufstieg gelang. So hatten wir ein weiteres Jahr Zeit und mussten nicht sofort in der A-Liga liefern, sondern konnten unseren Spielstil in Ruhe ändern. Davon profitieren wir noch immer. In all den Jahren haben wir taktische Fortschritte mit und gegen den Ball gemacht, ein ganz Schwung an Spielern hat sich durch regelmäßiges Training verbessert. Dass der Verein seit jeher gut geführt wird, ist kein Geheimnis. Es wird sich gekümmert und versucht, alle Wünsche zu erfüllen.
Hättest du selbst gedacht, dass du so lange in Oberkalbach hängen bleibst?
Nein, damit hab ich niemals gerechnet. Und um eines klarzustellen: Mein Hausbau im Ort hat nichts mit der Verlängerung des Traineramts zu tun (lacht). Grundsätzlich bin ich kein Freund davon, nach drei Jahren wieder zu wechseln. Man ist nicht so schnell als Trainer verbraucht. Ich richte mich nach den Spielern, und dabei stelle ich fest, dass nach wie vor der Spaß enorm hoch ist. Das spiegelt sich in der Trainingsbeteiligung wider. Manch einer kennt bislang nur mich als Trainer. Es geht um das Wohl der Mannschaft. Und warum sollten wir etwas ändern, wenn es gut läuft? Die Distanz zwischen Trainer und Spielern ist sicherlich in den Jahren geschrumpft und es sind Freundschaften entstanden. Nichtsdestotrotz kann es am Platz mal lauter zugehen. Ich kann mich noch erinnern, dass Gerhard Auth einmal sagte, dass ich wie die Faust aufs Auge zur SGO passe. Den Spieß kann ich allerdings auch umdrehen, denn vielleicht passt die SGO genauso gut zu mir.
Bedenken, dass die Motivation irgendwann fort sein wird, gibt es also nicht?
Absolut nicht. Es gab nur einmal eine Phase, in der ich dachte: "Oha, was läuft denn schief?". Das war vor einigen Jahren, als wir in der A-Liga sieben Niederlagen am Stück kassierten.
Nun geht es aber in der Kreisoberliga um Punkte. Wird das auch in der neuen Saison der Fall sein?
Das hoffen wir doch. Die Klasse in ein Highlight für dem gesamtem Verein. Es gibt elf Dörfer, die geografisch gesehen eng beieinander liegen. Wir als Mannschaft kämpfen Spiel für Spiel dafür, das weiterhin zu erleben. Es geht natürlich immer nur um den Klassenerhalt für uns, so realistisch sind wir. Aber Angst vor der Liga haben wir keinesfalls. Die letzten Spiele vor der Corona-Pause waren sicherlich punktetechnisch nicht gut, aber die Ergebnisse lassen sich schlechter lesen als wir im Endeffekt gespielt haben. Wir waren agierten teils zu plump. Zu Saisonbeginn war das Glück mehr auf unserer Seite.
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