Hessenliga
7. Spieltag


SV Steinbach

3

:

5


SC Hessen Dreieich

Anpfiff

Sa - 03.09. 15:00 Uhr

Spielstätte

--

Zuschauer

400

Schiedsrichter

--

Tolle Leistung nicht gekrönt

Julian Rohde war wieder stark und nachher natürlich auch etwas enttäuscht. Foto: Charlie Rolff

Spielerisch war der SV Steinbach besser als der Tabellenführer Hessen Dreieich, am Ende sollte es für die Müller-Elf gegen den weiterhin ungeschlagenen Spitzenreiter aber nicht zu Zählbarem reichen. Mit 5:3 (1:1) setzten sich die Südhessen durch und dominieren derzeit Hessens höchste Liga.

Weil Petr Paliatka und Daniel Hanslik spielen konnten, musste SVS-Trainer Karl-Josef Müller doch keine völlige Verzweiflungself ins Rennen schicken, was sich bis zur Pause allerdings schon wieder relativiert hatte, denn sowohl Paliatka (Oberschenkelprobleme) als auch Florian Münkel (Leistenzerrung) mussten Mitte der ersten Halbzeit runter. Und genau nach diesen beiden Schicksalsschlägen kam der SV Steinbach im Spiel an, der fortan eine wirklich gute Begegnung zeigte.

Das 0:1 durch Toni Reljic resultierte aus der ersten Torchance der Gäste, als Niko Opper einen Diagonalball erlief, SVS-Keeper Marco Motzkus die scharfe Flanke nicht weit genug klären konnte und dem Kapitän der Gäste das Leder für die Füße fiel (17.). Dreieich hätte trotz des Fehlens der beiden Torgaranten Zubayr Amiri und Khaibar Amani, die beide für die afghanische Nationalelf abgestellt sind, schnell nachlegen können, verpasste das 0:2 allerdings mehrfach und bugsierte so Steinbach zurück ins Spiel.

Die erste gute Gelegenheit hatte André van Leeuwen, der nach Münkels Aus in vorderster Front agierte. Sein Abschluss hielt Navin Schürmann allerdings hervorragend (35.). Bei der nachfolgenden Ecke wurde es dann unübersichtlich: Hanslik zog aus der Entfernung ab, ein Gästespieler konnte gerade noch klären, als Markus Schaub wohl elfmeterreif gefoult wurde. In Abwesenheit der beiden Stammschützen nahm sich Julian Rohde der Sache an und zitterte das Leder über die Linie. Regten sich hier die Gäste über Schiedsrichter Martin Kliebe (TSV Heiligenrode) auf, wendete sich das Blatt schnell, denn nach Foul von Opper an Hanslik hätte es mit dem Pausenpfiff Strafstoß für Steinbach geben müssen - und eigentlich auch die Rote Karte. Kliebes Pfeife blieb jedoch stumm.

"Sehr, sehr bitter"

Nach der Pause war Steinbach sofort wieder präsent, gierig auf die Führung und bekam aus dem heiteren Himmel das 1:2, weil die rechte Seite völlig verwaist war, Daniele Fiorentino zum Abschluss kam, Motzkus überragend hielt, aber Loris Weiss abstauben konnte (52.). Steinbach spielte sofort wieder nach vorne, Dimitrijevic traf die Latte, den Nachschuss André van Leeuwens klärte ein Verteidiger mit der Hand zur Ecke. Wieder kein Elfmeter (54.). Doch der SVS blieb dran und drehte das Spiel: Zunächst war es Michael Wiegand, der aus 16 Metern herrlich unter die Latte traf (65.), dann kombinierte sich Steinbach über den neuerlich überragenden Julian Rohde und Sascha Schleinig durch, Daniel Hanslik musste nur noch den Fuß hinhalten (73.).

"Steinbach hat zu diesem Zeitpunkt nicht umsonst, sondern verdient geführt. Für uns war das ein richtiger Gewaltakt nach dem schweren Spiel am Mittwoch. Steinbach war mit das gefährlichste, was dieses Jahr gegen uns gespielt hat", resümierte Gäste-Trainer Rudi Bommer, der dann aber von der individuellen Qualität, die in seinem Team steckt, profitierte. Joker Blerton Muca traf zunächst aus dem Gewühl (74.), dann zauberte er einen Freistoß aus 20 Metern ins Dreieck (86.). Steinbach fand nicht mehr zurück ins Spiel, sondern der ehemalige Bundesligaprofi Youssef Mokhtari machte mit einer Einzelleistung den Deckel drauf (90.).

"Es ist schon extrem bitter, dass wir heute ohne Zählbares dastehen", waren sich Müller und sein an diesem Tage bester Spieler Julian Rohde einig. Müller stellte noch einmal mehr klar, dass es für den SV Steinbach eben nur die neuerlich an den Tag gelegte Spielweise geben könne: Nur nach vorne. Um wirklich etwas mitzunehmen, fehlte am Ende auch Qualität, aber nicht an Herz, das nahm Steinbach wieder 90 Minuten in beide Hände.

Die Statistik:

Steinbach: Motzkus - Petrasch, Schaub, Trabert, Dimitrijevic - Paliatka (26. Brehl), M. Wiegand - van Leeuwen (79. Ludwig), Rohde, Hanslik - Münkel (32. Schleinig).
Dreieich: Schürmann - Opper, Talijan, Eckerlin, Lekaj - Henrich, Mokhtari - Weiss, Reljic (68. Muca), Klein (46. Fiorentno) - Lagator (89. Kohl).
Schiedsrichter: Martin Kliebe (TSV Heiligenrode).
Zuschauer: 400.
Tore: 0:1 Toni Reljic (17.), 1:1 Julian Rohde (37., Foulelfmeter), 1:2 Loris Weiss (52.), 2:2 Michael Wiegand (65.), 3:2 Daniel Hanslik (73.), 3:3 Blerton Muca (74.), 3:4 Blerton Muca (86.), 3:5 Youssef Mokhtari (90.).

Kommentieren