Spieler im Blickpunkt
Viele Fotos auf grünem Spielerpass
Erst der SV Gläserzell, dann die SG Maberzell/Gläserzell. Kilian Kümmel war bislang immer für den Heimatverein am Ball. Foto: Kevin Kremer
„Ich habe noch einen grünen Spielerpass, der bestimmt schon mit fünf verschiedenen Passbildern überklebt wurde“, sagt Kümmel mit einem Augenzwinkern. Seit 1995 ist er beim SVG, ehe der Zusammenschluss mit Maberzell vor einigen Jahren folgte. Grüne Spielerpässe gab es früher. Seit 2016 sind diese weiß-rot und mittlerweile digital. Und meist ziert diesen ein Passbild aus Kindertagen ein Leben lang. Eine solche Vereinstreue ist beispielhaft. Nach vielen Jahre bei den Junioren kickt er seit seinem 18. Geburtstag für die Senioren.
Zurückblickend stellt der Maschinenbauingenieur fest, dass er während seiner 15 Jahre bei den Senioren zahlreiche Abstiegskämpfe miterlebt hat. Die B- und A-Liga waren stets die Heimat seiner Mannschaft. Einmal durfte er immerhin mit Gläserzell einen Aufstieg bejubeln. Beim Zusammenschluss zur „SG Illerswald“, wie die Spielgemeinschaft umgangssprachlich genannt wird, folgte quasi ein zweiter. „Aufstiege“, so Kümmel, „sind ganz klar die schönsten Erlebnisse. Aber dreckige 1:0-Siege sind fast genauso gut. Bestenfalls natürlich in den Derbys gegen Niesig. Und nicht zu vergessen sind die Relegationsspiele.“ Deren zwei hat der 32-Jährige bereits erlebt. In Erinnerung sind ihm vor allem die gegen Löschenrod und Dirlos geblieben, als 850 Zuschauer beim Gastspiel in Dirlos für ein beeindruckendes Feeling sorgten. Dass die Relegation verloren ging, ist nebensächlich. Denn dafür war er ein paar Jahre später der Relegationsgarant, als es gegen Gruben gegen den Abstieg ging. Zwei Tore und ein Assist steuerte er bei. Bei zwei Spielen, in denen er einen besonderen Druck verspürte, „weil du genau weißt, dass es um alles geht“.
Einen Vereinswechsel schloss er immer vehement aus. Jetzt, im gehobenen Fußballeralter, kommt es für ihn ohnehin nicht mehr infrage. „Ich bin, wie zuvor schon mein Vater, im Vorstand tätig. Da gehst du nicht mehr weg.“ Zumal er ein Typ ist, der anscheinend alles auf dem Platz in Sachen Positionsspiel kann. Auf jeder Position habe er schon gespielt, einzig die Torhüterposition fehle noch. Obwohl er mit 1,70 Meter kein Gardemaß für die Innenverteidigung besitzt, überzeugte er auch dort. „Weil ich dann die Leute abgelaufen habe“, so der eigentlich auf der Außenbahn spielende Kümmel. Seinen offensiven Stil versucht er immer durchzudrücken.
Apropos SG Illerswald: Kümmel war einer derjenigen, der sich stark für den Zusammenschluss der Vereine aussprach. Bei beiden Clubs sei damals ein Schwund an Personal spürbar gewesen, „und beide standen nicht wirklich rosig in ihren Ligen da. Also bot es sich an.“ Und mit der SG hofft er in Zukunft auf unbeschwertere Zeiten. Ein Platz im gesicherten Mittelfeld soll es sein, ohne jeglichen Blick nach unten. Denn Kümmel weiß: „Ein Abstieg kann große Folgen haben. Kommt man noch einmal zurück? Oder war’s das dann auf lange Zeit? Aber ich sehe uns auf einem guten Weg.“ Und diesen möchte er noch einige Jahre mit begleiten. „Wenn’s sonntags noch kribbelt, bin ich dabei. Ich hoffe, das ist noch lange der Fall. Obwohl ich zu meiner Freundin gesagt habe, dass ich maximal nur noch zwei, drei Jahre spielen werde.“ Kribbelt es also auch im Jahre 2024 noch bei Kümmel, dürfte seine Freundin sicherlich diesen Bericht herauskramen.
Steckbrief
Name: Kilian Kümmel.
Spitzname: Kili.
Geburtsdatum: 20. März 1989.
Im Verein seit: 1995.
Position: Rechts Mittelfeld.
Rückennummer: 7.
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