Leinweber legt Fokus auf Wir-Gefühl
„Wir wollen wieder eine Mannschaft sein“
Lukas Leinweber übernimmt mit 22 Jahren seine erste Trainerstation beim TSV Neuenberg. Sein Einstand verlief mit dem 1:0-Sieg gegen Petersberg II positiv. Foto: Charlie Rolff
Sie sind 22 Jahre alt und damit sehr früh Trainer geworden. War das Ihr Plan, lieber früher als später Trainer zu werden?
Später wollte ich auf jeden Fall Trainer werden. Aber so früh war das noch nicht in meinem Plan und für mich auch etwas überraschend gewesen. Der Vorstand hat gesagt, dass er mir das zutraut und ich fand, dass es eine interessante Aufgabe ist. Deshalb habe ich gedacht: ‚Gut, warum sollte ich es nicht früher machen?‘
Sie sind gleich mit einem 1:0-Sieg gegen Petersberg II in die Saison gestartet. Welche Dinge haben Sie als erstes angestoßen?
Mir war es wichtig, dass wir wieder eine Mannschaft sind und so auftreten. Das Untereinander soll wieder stimmen und jeder soll bereit sein, für den anderen zu kämpfen. Das war in der letzten Zeit verloren gegangen. Wir haben gemerkt, dass das funktioniert hat, die Zuschauer meinten, dass die Mannschaft wie ausgewechselt gewirkt hat. Das hat uns zuletzt gefehlt.
Waren das Veränderungen, die Sie nach dem Trainerwechsel wahrgenommen haben?
Die Stimmung nach dem Spiel in der Kabine war sehr ausgelassen. Allgemein war die Stimmung zuletzt nicht mehr so angespannt, es war für ein paar Spieler eine Erleichterung.
Mit welchem Fußball möchten Sie beim TSV Neuenberg antreten?
Zunächst ist es mir einfach wichtig, den Spaß am Fußball wieder hervorzurufen. Dass jeder gerne ins Training kommt und auf dem Platz steht und dass man von außen sieht, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht und wir uns nicht ständig anmaulen. Das kam zuletzt zu kurz. Meine Idee ist es, mehr Spaß reinzubringen und dass die Spieler auf dem Platz ihre Freiheiten haben.
Imal Shersadeh hat die Mannschaft interimsmäßig gegen Eichenzell II übernommen. Stehen Sie mit ihm im Austausch?
Imal ist auf jeden Fall mein Ansprechpartner Nummer eins, das hat er mir auch angeboten. Der Vorstand hat sich ebenfalls bereit erklärt, dass ich jemanden bei Fragen ansprechen kann. Aber auch mit meinem Vater tausche ich mich aus. Er war in der Jugend mein Trainer und hat das jahrelang gemacht. Ich hole mir von ihm viele Tipps und er gibt mir Inspirationen, was ich im Training machen kann. Ich freue mich, dass ich so viel Unterstützung bekomme.
Die Partie gegen Maberzell/Gläserzell wird richtungsweisend für die Abstiegsrunde sein. Schielen Sie noch auf die Aufstiegsrunde?
Für uns ist nach dem ganzen Hin und Her zuletzt die Priorität Nummer eins, dass wir wieder Punkte sammeln und so früh wie möglich den Nicht-Abstieg klar machen. Wenn wir gegen Maberzell/Gläserzell wieder drei Punkte holen, dann war der Sieg gegen Petersberg umso wichtiger.
Gibt es für Sie die Möglichkeit, über das Saisonende hinaus Spielertrainer zu bleiben?
Wie gesagt, natürlich wollte ich irgendwann Trainer werden, aber so früh war es nicht geplant. Wenn ich merke, dass das funktioniert oder ich von anderen das Feedback bekomme, dass das gut ist, was ich mache, dann würde definitiv die Möglichkeit bestehen, dass ich als Trainer weitermache.
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