Buchonen werden für ihre Moral nicht ganz belohnt - Fotostrecke
Hessenliga: Flieden holt 2:2 in Lohfelden
Gideon Betz (links, hier im Duell mit Lohfeldens Christian Käthner) stopfte im Fliedener Mittelfeld viele Löcher. Foto: Christian Halling
Die Voraussetzungen für den Saisonauftakt der Buchonen waren unmittelbar vor dem Spiel im Grunde katastrophal. Mit Sascha Rumpeltes, Fabian Schaub (beide Infekt), Gabriel Müller (eingeklemmter Nerv), Marco Gaul (Schambeinentzündung), Lukas Heil (Gleitwirbel im Rücken) und Sebastian Dinov (Sprunggelenk) fehlten den Fliedenern von vornherein sechs ganz wichtige Spieler. Dann standen die Osthessen zu allem Überfluss noch auf der Hinfahrt in einem 18 Kilometer langen Stau, kamen erst um 15 Uhr am Nordhessenstadion an und hatten nur sieben Minuten zum Aufwärmen. "Wir haben mit Klassenleiter Jürgen Radeck telefoniert und er meinte, wir könnten auch erst um 16 Uhr spielen. Der Schiedsrichter hat da aber eine ganz eigene Sicht der Dinge gehabt. Das ist ein Unding", echauffierte sich Fliedens Sportlicher Leiter Jochen Koppel über die Entscheidung von Referee Timo Ide, kurz nach halb vier anzupfeifen.
Den angestauten Ärger konnten die Fliedener allerdings mit dem Anpfiff in Konzentration und Willen umwandeln. "Ich hatte den Eindruck, wir hätten dreieinhalb Stunden im Stau gestanden. Da kam erst mal gar nichts von uns", befand auch Lohfeldens Coach Otmar Velte, der sah, wie die Fliedener geschickt im Zentrum schon die Räume zustellten und den FSC nicht zur Entfaltung kommen ließen. Problem allerdings: Mit Fabian Schaub fehlte vorne der Stürmer, der gegen die wuchtigen Innenverteidiger Mentor Latifi und Vyacheslav Petrukhin die Bälle festmacht. So ergaben sich im ersten Durchgang kaum Chancen, lediglich Matys hätte die gegen Ende der ersten Hälfte besser werdenden Nordhessen in Führung bringen können (42.).
Auch aus der Pause kam Flieden besser raus, hatte durch den wendigen Patrick Broschke auch gleich eine gute Gelegenheit (47.), ehe auf der Gegenseite das 0:1 fiel. Eine Freistoßflanke von Roy Keßebohm wurde immer länger, Fliedens Keeper Ritzel unterschätzte den Ball und Petrukhin köpfte am langen Pfosten ein. "Da sieht Jonas unglücklich aus", musste auch Buchonen-Coach Meik Voll anerkennen. In der Folge kam Lohfelden richtig auf: Jaroslaw Matys hatte in der 53. Minute frei vor dem Tor die Riesenchance zu erhöhen, schoss aber übers leere Tor. "Da waren wir gefühlt mausetot", gestand Voll, der anschließend aber von seiner Mannschaft, insbesondere von Julian Ankert überrascht wurde.
74 Minuten lang nahm der Züntersbacher nämlich nicht am Spiel teil, revidierte das Urteil über ihn aber innerhalb von 60 Sekunden. Zunächst holte er gegen Keßebohm einen Strafstoß raus, den André Leibold sicher verwandelte. Kurz darauf stand der Stürmer nach Flanke des eingewechselten Marc Götze goldrichtig. Für ihre Moral wurden die Fliedener allerdings nicht mit der vollen Punktzahl belohnt. Nach einem erneuten Freistoß kurz vor Schluss stand wieder Petrukhin völlig blank und köpfte zum Endstand ein (88).
"Es ist unfassbar ärgerlich. Petrukhin hat sich bei dem Freistoß klar aufgestützt", monierte Jochen Koppel. Kurzer Frust kam logischerweise auch bei Trainer Meik Voll auf: "Wir haben uns leider für die tolle Moral nicht vollends belohnt. Wir haben klasse gekämpft, aber dann leider bei den Standards gepennt. Es kann beim 2:2 nicht sein, dass der mächtigste Spieler beim schmächtigsten steht, zumal der ja schon das erste Tor geköpft hat." Insgesamt war Voll aber mit dem Resultat zufrieden: "Ich hatte gerade mal drei Minuten Zeit, um in der Kabine vor dem Spiel ein Feuer zu entzünden. Dieses Feuer hat die Mannschaft durch die kompletten 90 Minuten weiter brennen lassen. Wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren."
Lohfelden: Schreiber; Heussner, Latifi (80. Beyer), Petrukhin, Keßebohm - Käthner, D'Agostino - Bayrak, Weingarten, Matys (62. Miloshaj) - Tanjic (24. Müller).
Flieden: Ritzel; Hohmann, Drews, Fischer, Kovacevic (68. Götze) - Betz, Leibold - Broschke, Osman, Dietz (90. Hack) - Ankert (87.Gies).
Schiedsrichter: Timo Ide (Frielendorf). Zuschauer: 200. Tore: 1:0 Vyacheslav Petrukhin (50.), 1:1 André Leibold (74., Foulelfmeter), 1:2 Julian Ankert (75.), 2:2 Vyacheslav Petrukhin (88.). / hall


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