Die Unterkante der Latte und Vlks Dummheit kosten Neuhof den Sieg

Verbandsliga: SVN muss sich gegen Eschwege mit 1:1-Unentschieden zufriedengeben - Fotostrecke

12. August 2015, 20:04 Uhr

Radomir Vlk (links, im Duell mit Eschweges Igor Araujo da Silva) sah eine völlig unnötige Gelb-Rote Karte. Foto: Steffen Kollmann

Wäre Radek Görners Traumfreistoß aus 20 Metern von der Unterkante der Latte ins Tor geprallt und nicht an den Rücken von Ersatzkeeper Marvin Bauer und von dort ins Toraus (73.), hätte sich der SV Neuhof wohl über den zweiten Saisonsieg im dritten Spiel freuen dürfen. So musste sich der Aufsteiger in die Verbandsliga mit einem 1:1 (1:0) gegen Eschwege zufriedengeben - und war am Ende des Spiels sogar mit der Fortuna im Bunde.

Bis zur 67. Minute sahen die rund 120 Zuschauer in Neuhof ein mäßiges Spiel, immer umkämpft, aber selten hochklassig und mit wenigen echten Torraumszenen. Schlüsselszene in jener Minute war eine Gelb-Rote Karte von Radomir Vlk. Der 27-jährige Rechtsverteidiger des SVN sah innerhalb von fünf Minuten die Ampelkarte, zunächst verursacht durch ein absichtliches Handspiel, anschließend, nachdem er die Kugel nach Pfiff des Schiedsrichters weggeschlagen hatte - eine harte Entscheidung für die zweite Gelbe Karte, allerdings auch eine Dummheit von Vlk. Das sieht auch Neuhofs Sportlicher Leiter Alexander Bär so: "Das darf ihm eigentlich nicht passieren. Gemäß dem Regelwerk kann man die Karte geben, kein Vorwurf an den Schiedsrichter."

Bis zu diesem Zeitpunkt passierte in der zweiten Halbzeit kaum etwas. Neuhof war schon in der ersten Halbzeit in Führung gegangen, nach einer Ecke von Niklas Heiliger schraubte sich Adam Agovic klasse hoch und köpfte den Ball unhaltbar in die Maschen (30.). Kurz zuvor hatte Sascha Fricke bei der größten Chance der Gäste nur den Außenpfosten getroffen (25.).

Neuhof hatte die Partie anschließend im Griff und stand Mitte der zweiten Halbzeit plötzlich nur noch mit zehn Spielern auf dem Platz - und das Spielgeschehen änderte sich grundlegend. "Das Spiel wäre ohne den Platzverweis sicher anders verlaufen. Es hat sich gezeigt, dass es sehr schwer in dieser Liga ist, so lange in Unterzahl zu agieren", betont Bär.

Nach dem Platzverweis häuften sich die Torchancen Schlag auf Schlag. Zunächst schlenzte Eschweges Igor Araujo da Silva den Ball knapp über das Tor (70.), ehe oben besagter Freistoß von Spielertrainer Radek Görner an die Latte segelte. Es war indes die erste Aktion von Eschweges Ersatzkeeper Marvin Bauer, nachdem Torwart Danny Göhler nach mehreren Zusammenstößen verletzt ausgewechselt werden musste.

Anschließend spielte fast nur noch Eschwege. Zweimal rettete Neuhofs Schlussmann Dogus Albayrak überragend, zunächst gegen den eingewechselten Alexander Wagner (76.), kurz darauf gegen den Ex-Fliedener Huhn (78.). Nur eine Minute später war Albayrak allerdings chancenlos, Jan Kaufmann kam plötzlich im Sechzehner an den Ball und ließ sich die Chance nicht entgehen (79.). "Wir hatten sowohl Kaufmann als auch Fabio Alves Vidal nie im Griff gehabt", ärgert sich Bär.

Auch nach dem Ausgleichstreffer gab es einige Chancen auf beiden Seiten, die größte hatte erneut Eschwege. Nach einem kurz ausgeführten Freistoß kam Kapitän Stephan Hoffmann frei zum Schuss, schoss allerdings seinen eigenen Mann, Jan Kaufmann, an. Der hätte wohl gepasst (90.+4.). So blieb es am Ende beim Remis, auch auf Seiten der Platzverweise, da Felix Schulz in der fünften Minute der Nachspielzeit ebenfalls eine Gelb-Rote Karte gezeigt bekam. Sowieso entwickelte sich nach der Herausstellung von Vlk ein sehr hartes Spiel, Schiedsrichter Raik Noll (Büdingen) hatte einige Probleme, immer mit dem richtigen Strafmaß zu antworten.

"Vor dem Spiel habe ich gesagt, dass ein Unentschieden unser Minimalziel ist. Das ist am Ende eingetroffen", konstatiert der Sportliche Leiter Alexander Bär. "Mit ein bisschen mehr Glück gewinnen wir vielleicht trotzdem, letztlich können wir aber mit dem einen Punkt zufrieden sein."

SVN: Albayrak (72. Bauer) - Vlk, Kaizar, Agovic, Langner (90. Pa. Konecny) - Hasanagic, Manns - I. Dapar (46. Kalis), Heiliger, Predanic (77. Citakoglu) - Görner.
Eschwege: Göhler - Hanna, Hoffmann, Montag, Tozzi - Huhn, Alves Vidal - Fricke, Kaufmann, Araujo da Silva - Schulz.
Zuschauer: 120.
Schiedsrichter: Raik Noll (Büdingen).
Tore: 1:0 Adam Agovic (30.), 1:1 Jan Kaufmann (79.).
Gelb-Rote Karten: Radomir Vlk (67., Neuhof), Felix Schulz (90.+5., Eschwege).

Autor: Steffen Kollmann

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