Münkel ist der König, Rohde der Kaiser

Hessenliga: Steinbach dreht 0:2

15. Oktober 2016, 17:30 Uhr

Florian Münkel: Kam, sah, köpfte und siegte.

"Ein Tor schießen kann er nicht, aber eins köpfen", frotzelte Marcel Müller als Florian Münkel zwölf Minuten vor Schluss zur Einwechslung bereitstand. Und der beste Kumpel des Steinbacher Stürmers sollte in seiner Annahme goldrichtig liegen, denn Steinbachs Nummer neun sorgte nach langer Verletzungspause für den zur Pause nicht mehr für möglich gehaltenen 3:2 (0:2)-Siegtreffer gegen Rot-Weiß Darmstadt.

Grund für Müllers Frotzelei erklärte Münkel nach dem Spiel höchstselbst: "Ich habe jetzt eine Woche voll trainiert, aber konnte mit rechts noch nicht richtig schießen, hatte aber mit dem Trainer abgesprochen, dass, falls ein Tor in der Luft liegt, ich noch mal für ein paar Minuten komme." Die Einwechslung sollte sich bezahlt machen, denn Julian Rohdes scharfe Ecke köpfte er am kurzen Pfosten überragend ein (86.). Es war der Siegtreffer eines Spiels, das Steinbach über weite Strecken beherrschte, aber lange einem 0:2 hinterherlaufen musste.

Ohne die notwendige Absprache schenkten Petr Paliatka und Steffen Trabert das 0:1 her, als Andreas Klug der lachende Dritte war und letztlich Christoph Nguyen ins verwaiste Tor einschießen konnte (18.). Nur drei Minuten später pennte Sasa Dimitrijevic bei einer kurzen Ecke folgenschwer, Kapitän Felix Kalbfleisch durfte auf Flanke Fabian Borgers einköpfen (21.). "Wir waren höchst effektiv", musste Darmstadts Trainer Kelvin King eingestehen, dass von seinem Team offensiv sonst wenig kam - auch nicht nach der Pause.

Steinbach hingegen schoss Gästekeeper Marc Rademacher so richtig warm: Ob gegen Petr Kvaca (1.), Sasa Dimitrijevic (10.), Daniel Hanslik (40.) oder Michael Wiegand (45.) hielt er teils sensationell. Auch ein paar weitere Gelegenheiten ließ Steinbach teils sträflich liegen. Genauso schien es in der zweiten Halbzeit weiterzugehen: Doch Radermachers letzte Glanzparade war gleichzeitig der Startschuss in Steinbachs furiose Aufholjagd.

Rohde an allen Toren beteiligt

Der erst eingewechselte Rohde (King: "Mit der Hereinnahme Rohdes hat Steinbach alles richtig gemacht") zwang Radermacher per Freistoß aus 22 Metern zu einer Glanzparade. Aus der daraus resultierenden Ecke, die Rohde ebenfalls trat, erzielte der ganz starke Rechtsverteidiger Sebastian Bott aus dem Gewühl den Anschlusstreffer (61.). Es spielte nur noch Steinbach, das von der Aufstellung immer offensiver wurde und mit Münkels Hereinnahme ab der 78. Minute in einem 4-4-2-System mit klarer "Zehn" agierte. Der überfällige Ausgleich fiel nach perfekter Rohde-Flanke auf Hansliks Kopf (80.), den Siegtreffer bereitete erneut der 25-Jährige vor (86.).

"Wir haben in der ersten Halbzeit die Tugenden vermissen lassen, die uns in Griesheim so stark gemacht haben", musste Münkel das zwar überlegen, aber nicht energisch genug geführte Spiel seiner Mannen Revue passieren lassen, um gleichzeitig den zweiten Durchgang über die Maßen zu loben. Der nun zweite Sieg in Serie sei logischerweise goldwert, die Brust sollte beim nächsten Kellerknaller in einer Woche in Lohfelden noch breiter sein. Dann kann Florian Münkel vielleicht auch wieder mit dem rechten Fuß schießen.

Die Statistik:

Steinbach: Motzkus - Bott, Schaub, Trabert, Petrasch (54. Rohde) - M. Wiegand, Schwab - Kvaca (90. Schleinig), Paliatka (78. Münkel), Dimitrijevic - Hanslik.
Darmstadt: Radermacher - Borger, Kalbfleisch, Polat, Götz - Bohn (87. Verkamp), Schwarz - Nguyen (53. Volk), Koyuncu, Kara - Klug.
Schiedsrichter: Manuel Winkler (SG Nieder-Waroldern/Landau).
Zuschauer: 280.
Tore: 0:1 Christopher Nguyen (18.), 0:2 Felix Kalbfreisch (21.), 1:2 Sebastian Bott (61.), 2:2 Daniel Hanslik (80.), 3:2 Florian Münkel (86.).

Autor: Johannes Götze

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