Münkel on fire: Steinbach feiert 3:0-Auswärtssieg
Hessenliga: SVS verlässt die Abstiegsränge
Florian Münkel (rechts) ackerte viel für den Erfolg und belohnte sich am Ende selbst. Foto: Marcel Lorenz
Steinbach kann sich glücklich schätzen, eine solche Offensive zu haben: War in den vergangenen Wochen Youngster Daniel Hanslik derjenige, der für Furore sorgte, fiel es in Kelsterbach nicht einmal ins Gewicht, dass Hanslik mal keinen „Sahnetag“ erwischte. Der war gegen die Viktoria ganz klar Angreifer Florian Münkel vorbehalten: Münkel ackerte auf dem Kelsterbacher Kunstrasen, holte sich im ersten Abschnitt auch mal im defensiven Mittelfeld die Bälle. Und Münkel zeigte gleich dreimal die Qualitäten, für die ihn das Steinbacher Publikum schon seit Jahren feiert.
Während Kelsterbach in der Offensive oftmals glücklos agierte und den nötigen Biss vermissen ließ, präsentierte sich Münkel wiedererstarkt und brachte den Auswärtssieg schon nach 68 Minuten unter Dach und Fach. Kelsterbachs Torhüter Nemanja Saula wird in der kommenden Nacht wohl von Münkel träumen, denn auch in der dritten Eins-gegen-Eins-Situation blieb der Steinbacher der Sieger und überlupfte den Keeper ganz lässig zum 3:0.
„Wichtig war vor allem, dass wir gewonnen haben. Dass ich dann dabei noch drei Tore mache, war natürlich umso schöner“, freute sich der Stürmer nach Abpfiff und widmete die Treffer vor allem einer Person: Freundin Johanna, mit der er am Sonntag „Dreijähriges“ feierte.
Schon im ersten Abschnitt hatte Münkel für eine komfortable Zwei-Tore-Führung gesorgt. Bei seinem ersten Treffer nach 24 Minuten ließ sich Münkel nicht davon beirren, dass Steinbach für eine Aktion gegen Julian Rohde Foul forderte und stand so nach einem langen Ball frei vorm gegnerischen Keeper, gegen den er Sieger blieb. Bevor Münkel dann sieben Minuten später erneut jubeln durfte, hatte Steinbach zwei brenzlige Situationen zu überstehen. Zunächst hatte Steven Mühl mit einem strammen Schuss aus halblinker Position SVS-Keeper Marco Motzkus zu einer Parade gezwungen. Als dann die anschließende Ecke in aussichtsreicher Position vor den Füßen von Sebastian Weigand landete, hatten die Fans der Gastgeber den Torschrei schon auf den Lippen, doch dass Weigand in dieser Aktion den Ball nicht richtig traf, passte für Kelsterbach ins Bild. Steinbach nutzte den Fauxpas, schaltete schnell um und konterte über Florian Münkel, der im Zweikampf mit Jassem Imsameh seine Klasse zeigte und wieder alleine auf das gegnerische Tor zulief: 2:0 für die Gäste aus Steinbach nach einer halben Stunde.
Hatten die Kelsterbacher das Hinspiel in Steinbach noch 4:0 gewonnen, fragten sich die Fans der Gastgeber diesmal schon früh, wer überhaupt ein Tor schießen solle. Steinbach verteidigte mit Michael Wiegand in der Innenverteidigung, der den gesperrten Kapitän Steffen Trabert ersetze, gerade in den zweiten 45 Minuten clever, SVS-Torhüter Marco Motzkus musste nach dem Seitenwechsel nicht ein einziges Mal seine Klasse unter Beweis stellen. „Über 90 Minuten gesehen, haben wir völlig verdient gewonnen, auch wenn wir anfangs das Glück hatten, das man in der jetzigen Situation einfach auch braucht“, fiel das Fazit des erleichterten Steffen Trabert positiv aus. Auch Kelsterbachs Trainer Ralf Horst musste diesmal neidlos anerkennen: „Steinbach hat verdient gewonnen. Wir schaffen es im Moment einfach nicht, unsere Chancen zu nutzen.“
Die Statistik:
Kelsterbach: Saula – Gürtler (46. Scheitza), Weigand, Fischer, Mühl – Tschakert, Imsameh (74. Thomasberger) – Eichfelder, May, Antinac (63. Hasenstab)– Fernandes.
Steinbach: Motzkus – T. Wiegand, M. Wiegand, Schaub, Bott – Paliatka, Schwab – Dimitrijevic (86. Milenkovski), Rohde (79. van Leeuwen), Hanslik – Münkel (84. Ludwig).
Schiedsrichter: Dennis Becher (Karben).
Zuschauer: 250.
Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Florian Münkel (24., 31., 68.)

