Mit Glaube und Leichtigkeit gegen Sand
Verbandsliga: RSV empfängt Spitzenreiter
Auf die Dienste von Daniel Nüchter (hinten) müssen die Petersberger am Samstag verzichten. Foto: Charlie Rolff
RSV Petersberg - SSV Sand (Samstag, 14.30 Uhr).
Mit großem Augenmerk werden Hünfeld und Flieden an den Waidesgrund schauen und hoffen, dass Spitzenreiter Sand beim RSV ins Straucheln gerät und RSV-Coach Rolf Gollin ist durchaus positiv gestimmt: "Wir müssen natürlich an uns glauben, selbstbewusst sein und eine gewisse Leichtigkeit haben. Aber in der Zeit, die ich mit der Mannschaft bislang hatte, hatten wir nur gegen Eschwege eine schlechte Partie und können deswegen super positiv ins Spiel gehen." Gleichzeitig stellt Gollin heraus, "dass uns auch niemand den Kopf abhakt, wenn wir gegen den souveränen Tabellenführer verlieren". Ausfallen werden Daniel Nüchter, der nach seinem Nasenbeinbruch operiert werden muss, und Patrick Stupp, der rotgesperrt ist.
Aber ob überhaupt gespielt werden kann, steht derzeit noch in den Sternen, denn der kleine Kunstrasen in Petersberg ist nicht für Verbandsliga-Fußball geeicht. "Viel darf nicht mehr runterkommen, weil der Platz sonst nicht mit den großen Gerätschaften hergerichtet werden kann", erklärt Gollin, der allerdings unmissverständlich klarstellt: "Wir haben lange genug trainiert. Wir wollen spielen, auch wenn es das Faschingswochenende ist." Es ist das einzige Verbandsligaspiel mit osthessischer Beteiligung, das noch gefährdet ist, in allen anderen Spielorten steht ein tauglicher Kunstrasen zur Verfügung.
SV Buchonia Flieden - FC Bosporus Kassel (Samstag, 14.30 Uhr).
Für Meik Voll ist es dieser Tage nicht ganz so einfach, den Fokus auf den Fußball zu legen, denn der Großbrand am vergangenen Dienstag in Gelnhausen vernichtete all seine Erinnerungen an die bisherigen Zeiten bei der Bundeswehr, auch einige private Wertgegenstände gingen in dem Flammeninferno auf. Dennoch ordnet der Fliedener Trainer dem Auftakt am Samstag eine Menge unter: "Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass die ersten vier, fünf Spiele für den weiteren Saisonverlauf entscheidend sein werden. Und eines ist klar, hinter dem Tabellenstand vom Gegner darf sich keiner verstecken."
Gerade die Tatsache, dass das Spiel mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Kunstrasen stattfinden werde, sei für die Kassler, die Letzter der Verbandsliga sind, aber beispielsweise in Hünfeld gewinnen konnten, gewiss kein Nachteil. Personell muss Voll schauen, wer wieder im Top-Zustand zur Verfügung stehen wird, beispielsweise war Stürmer Fabian Schaub wegen eines Schleudertraumas noch bis Mittwoch krankgeschrieben. Dennoch sagt Voll nach sechs Wochen Vorbereitung: "Die Mannschaft befindet sich körperlich in einem guten Zustand und ich verlange, dass sie das auch auf den Platz bringt."
TSV Lehnerz II - Melsunger FV (Sonntag, 14.30 Uhr).
Fast nur Positives kann TSV-Coach Sedat Gören nach der Vorbereitung berichten, schließlich sei man fast ohne Verletzung durch die sechs Wochen gekommen, dazu haben die Leistungen in den Testspielen fast immer gestimmt. Ausnahme bilden die beiden Torhüter Christoph Grösch und Lennart Fladung, die beide nach wie vor ausfallen: "Es wird einer vom Hessenliga-Team spielen", kündigt Gören an, der gegen den Abstiegskandidaten selbstredend auf drei Punkte spekuliert, gespielt wird am Kunstrasen: "Wir wollen jetzt so schnell wie möglich wieder unsere Form finden, nach der Vorbereitung bin ich aber sehr zuversichtlich."
Einen Trainerwechsel gab's beim Gegner: Das Spielertrainer-Duo Timo Rudolph und Sascha Beetz hat abgedankt, neu in der Verantwortung steht der ehemalige Zweitliga-Torwart Hubert Schramowski. Rudolph, der zur kommenden Saison Gruppenligist SG Brunslar/Wolfershausen übernehmen wird, und Torhüter Beetz werden den Braun-Städtern bis zum Saisonende zur Verfügung stehen. Beetz auch als Torwarttrainer, Rudolph in erster Linie als Reserve-Spieler.
1. FC Schwalmstadt - SG Bad Soden (Sonntag, 14.30 Uhr).
Seit rund drei Wochen ist Tino Schmitt in der Verantwortung bei den "Sprudelkickern" und hatte somit schon eine gewisse Zeit zur Verfügung, um die Mannschaft kennenzulernen. Und mit den ersten Ergebnissen seiner Arbeit ist der neue Coach auch durchaus zufrieden: "Die Testspiele mal ausgeklammert, würde ich die Note 2 vergeben", sagt Schmitt befragt zu dem Ergebnis der für ihn kurzen Vorbereitung. Allerdings weiß auch er, dass letztlich Ergebnisse zählen - am liebsten schon ein positives am Sonntag in Treysa. "Aber wir dürfen den Gegner natürlich nicht am vorletzten Tabellenplatz messen. Für Schwalmstadt geht es um alles, die Mannschaft ist besser als der Tabellenplatz und hat das Hinspiel auch schon verdient für sich entscheiden können."
Daher müsse das Augenmerk auf dem Kunstrasenplatz am Sonntag zunächst auf einer geordneten Defensive liegen, die Offensive sei ohnehin ob der individuellen Qualität immer in der Lage eins, zwei Tore zu schießen. Klar ist, die Personalsituation passt: Außer den Kniepatienten Yannick Döhring und Samet Degermenci sind alle Mann an Bord, auch Tuna Moaremoglu, Taner Harmancioglu und Lars Jordan, die zuletzt allesamt ein Spezialprogramm durchliefen, auf Schmitt einen guten Eindruck machten und sogar Kandidaten für die Startelf seien.
KSV Hessen Kassel II - SV Neuhof (Sonntag, 14.30 Uhr).
Die Begegnung in der Hinrunde war ein richtiger Leckerbissen, zumindest für jene Zuschauer, die auf Offensivspektakel steht: Mit 4:3 setzte sich der SVN trotz 40 Minuten währender Unterzahl durch. Das Rückspiel könnte für den SVN schon wegweisend sein, denn gelingt ein Dreier, stünden bereits 27 Punkte zu Buche und der Klassenerhalt wäre schon in greifbarer Nähe. Die Vorbereitung verlief für den SVN lange gut, der knappe Erfolg im nicht so guten Test am vergangenen Dienstag gegen Kreisoberligist Oberzell/Züntersbach (3:2) sollte als Warnschuss dienen.


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