Gollin vor Derby: "Wir sind auch gut"
Selbstbewusster RSV empfängt Flieden
Fabian Schaub (rechts) wird pünktlich zum Derby in Petersberg wieder im Kader Buchonia Fliedens erwartet. Foto: Charlie Rolff
RSV Petersberg - Buchonia Flieden (Samstag, 15 Uhr).
Das vergangene Wochenende brachte für den RSV zwei Erkenntnisse zu Tage: Erstens, dass auf dem Kunstrasen auch Verbandsliga-Fußball gespielt werden darf, auch wenn Coach Rolf Gollin hofft, dass nicht allzu oft auf den kleinen Gummiplatz ausgewichen werden muss: "Gerade so ein Spiel wie gegen Flieden braucht auch Rahmenbedingungen, gerade wenn ein paar mehr Zuschauer kommen, wird's an dem Platz schon schwierig. Außerdem ist rund um den Kunstrasen alles sehr eng ist, bei der Dynamik in der Verbandsliga kann ein Spieler auch schnell mal in der Mauer landen." Es wird dementsprechend alles dafür getan, dass das Spiel auf Rasen stattfindet.
Die zweite, deutlich schönere, Gewissheit, die aus dem 2:0-Sieg gegen Spitzenreiter Sand hervorging: Petersberg kann auch Spitzenteams schlagen - und würde da am liebsten im Derby direkt weitermachen: "Der Sieg soll uns nicht zur Nachlässigkeit verleiten, sondern für noch mehr Selbstbewusstsein sorgen. Klar kostet so ein Spiel unheimlich Substanz, dass ist im Abstiegskampf aber normal." Mit Flieden erwartet Gollin ein "absolutes Spitzenteam, das ohne die ersten vier Spiele die Tabelle klar anführen würde". Nichtsdestotrotz ist Gollin trotz aller Bescheidenheit mutig: "Das ist eine große Aufgabe, aber wir haben gesehen, dass wir auch gut sind."
Fehlen werden Patrick Stupp und Daniel Nüchter, sein Gegenüber Meik Voll, der auch Gollins Cousin ist, wird hingegen wieder auf Sturmtank Fabian Schaub zurückgreifen können, der nach einem Autounfall beim 5:1-Sieg gegen Bosporus Kassel noch passen musste. Fehlen wird hingegen Christian Kreß (Grippe) und auch hinter dem kränkelnden Niko Zeller steht ein Fragezeichen, ansonsten ist der Kader im Vergleich zur Woche unverändert.
Voll, dessen Heimatverein Petersberg ist, ist sich der Situation beim Gegner bewusst und muss deswegen schon ein wenig schmunzeln: "Wenn es das Schicksal besonders schlecht mit mir meint, dann reißt die 17-Spiele-Serie ausgerechnet in Petersberg, wenngleich unser Ziel natürlich ganz klar ein Sieg ist." Dafür, so betont Voll, sei es aber vonnöten, dass kein einziger Spieler mit angezogener Handbremse ins Spiel gehe - auf welchem Platz die Begegnung letztlich steigt, ist ihm dabei vollkommen gleich.
SG Bad Soden - CSC 03 Kassel (Samstag, 14.30 Uhr).
Nach dem Auftaktsieg in Schwalmstadt ist die Stimmung rund um die Sodener Bornwiese gelöst, zumal auch das Gezeigte positiv für die Zukunft stimmt: "Natürlich war aber noch nicht alles so, wie wir uns das vorstellen. Aber das haben wir intern angesprochen", sagt Trainer Tino Schmitt, dessen Team insbesondere im körperlichen Bereich andere Tugenden wie noch unter Vorgänger Sead Mehic an den Tag gelegt hatte: "Darauf haben wir in der Vorbereitung großen Wert gelegt. Man kann nunmal nicht alles fußballerisch lösen, auch wenn wir eine spielstarke Mannschaft haben. Man muss auch dagegenhalten können und das haben wir in Schwalmstadt gezeigt."
Die Gegneranalyse für Samstag betrieben Schmitt und Co. gestern mit dem Sportlichen Leiter Wladimir Römmich. Herausgestellt hat sich dabei, dass es sich keineswegs um einen typischen Aufsteiger handle, vielmehr um ein Team, dass nicht zu Unrecht im oberen Drittel mitmischt. Dennoch heißt Schmitts Devise: "Wir wollen unsere Heimspiele dominieren, den Gegner laufen lassen und nicht selbst dem Ball hinterherrennen. Es geht um Spielkontrolle, die wir brauchen, um dann situativ schnell nach vorne zu spielen." Zur Verfügung wird Schmitt ein ähnlicher Kader wie in Schwalmstadt stehen, gespielt wird mit hoher Wahrscheinlichkeit am Kunstrasen.
Hünfelder SV - KSV Hessen Kassel II (Sonntag, 15 Uhr).
Für den HSV startet die Restrunde mit einem Evergreen: Ob Verbands- oder Hessenliga, die Klingen mit der Regionalliga-Reserve kreuzen sich in aller Regelmäßigkeit, und es fallen reichlich Tore: In den vergangenen neun Spielen immer mindestens zwei und im Schnitt knapp fünf. Trotz aller Spielerfahrung machte sich Dominik Weber vergangene Woche auf den Weg und nahm den kommenden Gegner unter die Lupe: "Kassel hat eine echte Spielidee, läuft vorne früh an, hat mit den erfahrenen Jens Wörner und Sebastian Busch zwei in der Zentrale, die gut antizipieren und vorausahnen können und sind mit Inchol Choi und Tobias Bredow auf den Außen stark besetzt."
Doch wie der HSV-Trainer das Spiel angehen will, verrät er nicht, vielmehr muss er darüber nachdenken, welche Elf er ins Rennen schicken kann: Neben dem Quartett Marek Weber (Studium), Niclas Rehm (Kreuzbandriss), Ferhat Yildiz (Schulter-OP) und Daniel Orth (Hüftschaden, das ohnehin nicht mehr zur Verfügung steht, fällt auch Manuel Kröning sicher aus, Fragezeichen stehen zudem hinter Steffen Witzel, Oliver Krenzer (beide Knöchelprobleme), Robert Simon (Pferdekuss) und Sebastian Schuch (kränklich). "Der Kader ist klein, wir müssen jetzt noch enger zusammenrücken", fordert Weber, der gut aus den Startlöchern kommen möchte, den Gegner - gerade nach dem Gesehenen - keinesfalls am Tabellenstand messen möchte und weiß, dass Kassel den Vorteil eines Pflichtspiels gegen Neuhof (1:1) hat.
SV Neuhof - Adler Weidenhausen (Sonntag, 15 Uhr).
Das personell arg gebeutelte Neuhof - vor Wochenfrist saß gar der Sportliche Leiter Alexander Bär auf der Bank - muss nun auch erneut auf Dogus Albayrak verzichten, der rotgesperrte Keeper wird von André Ditzel ersetzt. Gegner Weidenhausen ist in 2017 noch ohne Pflichtspiel und in der gesamten Serie bislang auf fremdem Platz noch ohne die ganz großen Erfolge, nur zwei Siege in neun Spielen sprangen für den Fünften in der Fremde heraus.

