Petersberg hat "nur noch Aufstiegsspiele"
Verbandsliga: Tusha erneut bei der Reserve
SV 07 Eschwege - SG Bad Soden (Samstag, 16.30 Uhr).
"Die aktuelle Situation mit fünf Niederlagen in Folge ist nicht einfach, die kannst du nicht mehr schönreden, da spielt es keine Rolle, ob du gut oder schlecht spielst, da geht es nur noch um Punkte“, redet Soden-Coach Tino Schmitt nicht um den heißen Brei herum, betont allerdings auch: Die Stimmung ist nach dem Lehnerz-Spiel nicht schlecht gewesen, weil wir kein schlechtes Spiel gemacht haben. Deswegen bin ich weiterhin absolut positiv gestimmt, dass wir die Klasse halten.“
Dennoch sei auch ihm klar, dass schleunigst Zählbares hermüsse und dafür steht mit Eschwege kein leichtes Spiel ins Haus. Die Nullsiebener gewannen zuletzt in Hünfeld, dabei überzeugte vor allem die Zentrale um Kapitän Christoph Minne, dem Ex-Fliedener Simon Huhn und Spielmacher Jan Kaufmann, der von seiner Klasse her nach wie vor eine, wenn nicht sogar zwei Ligen höher besser aufgehoben wäre.
Unterdessen pfeifen die Spatzen von den Dächern: Entgegen einer zunächst offenbar gegenteiligen Zusicherung, verlässt Innenverteidiger Hamza Boutakhrit die SG Bad Soden nun doch. Der vor der Runde als großer Hoffnungsträger von Hessenligist FC Bayern Alzenau verpflichtete Meerholzer soll sich zur neuen Saison Bayernligist Viktoria Aschaffenburg anschließen. / oi
FC Bosporus Kassel - Hünfelder SV (Sonntag, 15 Uhr).
Die Niederlage gegen Eschwege hallt bei HSV-Coach Dominik Weber nach: „Nach dem Sieg in Lehnerz hatte ich ein richtiges Feuer in der Mannschaft gespürt und dachte, jetzt greifen wir noch mal richtig an. Aber dann war das Spiel schon sehr ernüchternd. Wenn die Jungs so kicken, können wir uns einen Dreikampf zwischen Flieden, Sand und Willingen aus der Ferne anschauen.“
Deswegen nimmt Weber sein Team nun auch in die Pflicht: „Erstens nach dem Heimspiel gegen Eschwege, zweitens nach dem Hinspiel, als wir absolut unnötig verloren haben, aber die Heimbilanz von uns ist eh unterragend.“ Am Sonntag wird es zudem Veränderungen im Team geben, Robert Simon fehlt erneut wegen beruflicher Verpflichtungen, Christoph Neidhardt könnte dafür ins Team zurückkehren.
GSV Eintracht Baunatal - RSV 1919 Petersberg (Sonntag, 15 Uhr).
Wohl dem, der in solch einer Situation einen erfahrenen Mann wie Rolf Gollin auf der Kommandobrücke stehen hat. Seinen Ärger ließ der 48-Jährige am Samstag raus, am Montag wurde die Sachlage gemeinsam mit dem Team besprochen und seit Dienstag geht der Blick nur noch nach vorne: „Für die allermeisten sind wir jetzt eh schon abgestiegen. Deswegen haben wir jetzt nur noch Aufstiegsspiele, das ist ein echter Neustart für uns“, betont der Trainer, der gerne auch an bessere Zeiten erinnert: „Da war es gut für uns, dass wir in der Hochphase nicht zu laut gejubelt haben. Wir können alles sehr realistisch einschätzen und wissen, dass wir unsere Elf nach der Gruppenliga-Meisterschaft nicht verstärkt haben.“ Dennoch will die Mannschaft selbstredend die sich immer noch bietende Chance beim Schopfe packen - am besten schon am Sonntag.
Allerdings werden dort Patrick Wingenfeld (Urlaub) und Daniel Nüchter (gesperrt) fehlen: „Das ist fast noch das größere Übel im Gegensatz zum Weidenhausen-Spiel und sind ganz klar hausgemachte Probleme. Ich hoffe ganz einfach, dass die Spieler, die spielen werden, den beiden eine Rückkehr ins Team so schwer wie möglich gestalten.“ Wie Gollin die Zentrale neben Julian Wehner besetzen wird, ist noch offen, Youngster Mark Lindiger darf sich schon mal berechtigte Hoffnungen machen.
TSV Lehnerz II - SSV Sand (Sonntag, 15 Uhr).
Im Hinspiel musste der TSV mit der vielleicht größten Notelf seit Jahren auflaufen und lieferte trotz der Niederlage ein wirklich Spiel ab. Nun sind die Vorzeichen komplett andere: Der komplette Reserve-Kader ist fit, dazu werden Renato Tusha, Lukas-Marvin Friedrich und André Herr erneut mit dabei sind - und es könnte auch zusätzlich noch was von oben abfallen. Nicht nur deswegen rechnet sich TSV-Coach Sedat Gören etwas aus: "Wir spielen zu Hause, haben uns schon in Sand gut verkauft und brauchen auch noch ein paar Punkte gegen den Abstieg. Wir wollen etwas Zählbares bei uns behalten."
Wie sich die Sachlage bei Tusha in den kommenden Wochen verhalten wird, bleibt weiterhin abzuwarten: "Wie es mit Renato läuft, werden wir sehen", sagt Gören. Wie zu hören ist, könnte der technisch beschlagene Spielmacher bis Rundenende für das Verbandsliga-Team auflaufen. Tusha fehlte dem Hessenligisten zuletzt wegen muskulären Problemen, stand dann am vergangenen Sonntag überraschend der zweiten Mannschaft zur Verfügung.
TSV Rothwesten - SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr).
Die "Big Points" gegen Bosporus Kassel und in Melsungen konnte der nach wie vor akut abstiegsgefährdetes TSV Rothwesten nach der Winterpause dank zweier 2:1-Siege holen, gegen die Teams aus dem oberen Tabellengefilde setzte es hingegen deutliche Pleiten. 1:7 in Flieden, 0:4 in Eschwege, 0:3 in Willingen. Am Mittwoch wurde Schwalmstadt dank eines Remis zumindest auf Distanz gehalten. Der SVN musste sich in den fünf Spielen im neuen Jahr nur gegen Lehnerz II geschlagen geben, starke 34 Punkte bedeuten aktuell drittbestes osthessisches Verbandsliga-Team - vor Lehnerz II, Bad Soden und Petersberg.

