Isenburg jubelt bei Paliatkas Premiere - Fotos
Hessenliga: Günther trifft traumhaft
Allen Grund zum Jubeln für Neu-Isenburgs Marco Betz nach Johannes Günthers Führungstreffer. Foto: Kevin Kremer.
Ein mittelgroßes Ärgernis gab es bereits weit vor dem Spiel: Der Bus der Gäste hatte auf der Autobahn einen Unfall ereilt. Ein Kleinbus war in den Mannschaftsbus gerauscht, der Bus musste gewechselt werden. Das Team kam erst um 14.38 Uhr im Mühlengrund vorgefahren, weswegen Schiedsrichter Steffen Rabe (Wetter) den Anpfiff kurzerhand von 15 Uhr auf 15.45 Uhr verlegte.
Und Gästetrainer Peter Hoffmann monierte in den ersten 20 Minuten vehement, dass seine Mannschaft so noch gar nicht auf dem Platz sei, obwohl sie gegen extrem tiefstehende Steinbacher ein klares optisches Übergewicht zu verzeichnen hatte. Doch Chancen gab es hüben wie drüben so gut wie nicht. Neu-Isenburg fand keine Lücken, Steinbach war kaum vorne. Aber gleich zweimal wurde es dennoch gefährlich: Zunächst rutschte eine eigentlich schwache Ecke Marcel Ludwigs in Hüfthöhe an allen Verteidigern vorbei, allerdings nutzte der lang stehende, aber auch überraschte Michael Wiegand die Großchance nicht (12.). Noch dicker war allerdings Peter Kvacas Gelegenheit, der nach überragender Vorarbeit Wiegands am Tor vorbeiköpfte (39.). Den macht er normal blind.
Hätten Wiegand oder Kvaca eine der Chancen genutzt, Paliatkas Konzept wäre ideal aufgegangen, so aber erzielte der Gast aus keiner ersthaften Möglichkeit noch vor der Pause das 0:1. Johannes Günther legte sich den Freistoß aus rund 45 Metern weit auf der linken Seite zurecht, sah, dass SVS-Keeper Marco Motzkus etwas zu weit draußen stand und setzte das Leder mithilfe der Latte ins Tor – Motzkus war zwar noch dran, konnte aber den Einschlag nicht verhindern (42.). Mit Zufall hatte der Treffer übrigens rein gar nichts zu tun. Günther wollte das ganz genau so.
Zweifelhafter Elfmeter führt zu 0:2
Wer erwartet hätte, dass Steinbach das Visier nun ein wenig hochklappt, wurde eines Besseren belehrt. Sowohl die Spielanlage, als auch die Wechsel waren weiterhin zurückhaltend. Unterschied zu Halbzeit eins war jedoch, dass Neu-Isenburg sich nun auch klare Chancen zum 0:2 erspielen konnte. Erst blieb Mittelstürmer Daniel Sachs im Zweikampf gegen Sebastian Bott stehen und zwang Rabe so, keinen Elfmeter zu pfeifen, den Abschluss klärte Ferhat Yildiz (54.). Dann setzte Kapitän Marco Betz wenig später einen Distanzschuss an den Innenpfosten (59.), auch Sachs hatte aus der Entfernung Pech (72.).
Das 0:2 ging dementsprechend in Ordnung, die Entstehung war allerdings diskutabel, denn ob Rabe den Elfmeter nach Zweikampf Sebastian Botts gegen Isenburgs Joker Matthias Buschmann wirklich pfeifen muss, sei dahingestellt. Betz war das selbstredend egal, er platzierte den Abschluss ins linke Eck so genau, dass Motzkus alles gute Spekulieren nichts nutzen sollte (77.). Und Steinbach? Hatte zwei gute Aktionen, um vielleicht den Ausgleich erzielen zu können. Doch war Paliatkas Distanzschuss zu zentral (70.) und hatte Florian Münkel alles Pech der Welt gepachtet, als sein Versuch erst unglücklich vom Tor wegsprang und deswegen nur am Außenpfosten landete (72.). Und an den anderen Außenpfosten setzte er zu allem Überfluss auch noch einen von Mario Rhein an ihm selbst verursachten Elfmeter (89.). Mehr als Ergebniskosmetik wäre dies wohl aber auch nicht mehr gewesen.
Die Statistik:
SV Steinbach: Motzkus – Schaub (58. T. Wiegand), Bott, Trabert, Yildiz – Paliatka, M. Wiegand – Kvaca (78. Manß), Dimitrijevic, Ludwig (61. Toskovic) – Münkel.
Spvgg. Neu-Isenburg: Kacarevic – Hartmann, Rhein, Bickel, Kamikawa – Albert (65. Buschmann), Betz – Günther (75. Arnold), Sachs, Cichutek – Züge (86. Konstantinidis).
Schiedsrichter: Steffen Rabe (VfB Wetter).
Zuschauer: 220.
Tore: 0:1 Johannes Günther (42.), 0:2 Marco Betz (77., Foulelfmeter).
Verschossener Foulelfmeter: Florian Münkel (Steinbach) an den Pfosten (89.).


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