Die Rechenschieber stehen bereit

Gruppenliga-Aufstiegsspiele: Lütter stellt scharf - Fotos

05. Juni 2018, 20:15 Uhr

Der Schock für Lütters Keeper Raphael Gross, Schlitzerlands Hendrik Bachmann bleibt auf der Aktion und schiebt nach dem Patzer ein. Foto: Kevin Kremer

Die TSG Lütter ist zurück im Aufstiegsrennen um die Gruppenliga: Der Last-Minute-Sieg am Abend war vollauf verdient, weil die TSG nie aufzustecken vermochte, nun ist die Spannung in der Dreierrunde auf die Spitze getrieben.

Klar ist: Bebra reicht im Enspiel am Freitag zuhause gegen die SG Schlitzerland bereits ein Punkt, Schlitzerland reicht hingegen jeder Sieg – außer einem 1:0, dann nämlich wäre tatsächlich Lütter Erster.

„An Freitag denke ich noch nicht, ich bin einfach froh, dass wir zum Abschluss noch einmal so ein Spiel rausgehauen haben“, frohlockte TSG-Trainer Matthias Kapelle, der wie sein Gegenüber Simon Grosch einen verdienten Sieg konstatierte. Was Grosch missfiel? Beinahe alles! Nie habe seine Mannschaft zu ihrem Spiel gefunden, sich die Pleite selbst zuzuschreiben. Und dennoch roch es lange nach einem Heimsieg, weil Raphael Gross ein grober Patzer unterlief: der TSG-Keeper ließ eine harmlose Hereingabe wieder los, Hendrik Bachmann, mittlerweile Sechser, aber gelernter Stürmer, bewies in der Situation sein Torjäger-Näschen (14.).

Bei Lütters Chancenwucher in Durchgang eins war hingegen die ganze Bandbreite dabei: Fehlende Absprache (Muth und Giraldi, 2.), Nervenflattern (Dieterle, 11.), ein guter Hans-Peter Schwarz im SGS-Tor (Kilic, 23.) und fehlende Präzision (Hauner, 43.). Die SGS hätte hingegen sogar noch das 2:0 erzielen können, weil Gross bei einer Ecke erneut ganz alt aussah, aber Marcel Pfannstiel David Wahls Kopfball auf der Linie klärte.

Grosch steckt Kopf nicht in den Sand

Nach der Pause peitschte Kapelle seine Mannen immer wieder nach vorne, wollte unbedingt den Sieg und bekam ihn: Kevin Muth wurde von Max Trabes gelegt und verwandelte den fälligen Strafstoß selbst (67.), dazu fand Außenverteidiger Maximilian Müllers Flanke den Kopf Manuel Giraldis, der am langen Pfosten aus dem lautstarken TSG-Block ein Tollhaus zauberte (89.).

Und obwohl Gross alles andere als glücklich agierte, rettete er seinem Team den Hintern, als er gegen Joker Silas Neuhof mit einer klasse Fußparade das 1:2 verhinderte (86.). Die Schlitzerländer waren nach dem Spiel schnell wieder aufgerichtet: „Lütter hat gezeigt, wie man in das zweite Spiel geht, für uns ist noch immer alles möglich, dafür bedarf es aber eine andere Leistung“, blickte Grosch voraus.

Die Statistik:

SG Schlitzerland: Schwarz – Trabes, D. Wahl, Kurz – F. Wahl (56. Jörg), Bachmann, Hahn, T. Wahl (80. Kuchenbuch) – Matthes (75. Neuhof), Braun, Hampl.
TSG Lütter: Gross – Müllers, Pfannstiel (56. Treidler), Höhl, Takacs (74. Ochs) – Kilic (56. Gerhard), Breitenbach – Grialdi, Hauner, Dieterle – Muth.
Schiedsrichter: Pirmin Mülot (Alsfeld).
Zuschauer: 1200.
Tore: 1:0 Hendrik Bachmann (14.), 1:1 Kevin Muth (67., Foulelfmeter), 1:2 Manuel Giraldi (89.).

Autor: Johannes Götze