Fliess, Kara, Akgöz & Co. setzen Siegesserie fort

Hessenliga: Unterbrechung überschattet 4:1-Sieg gegen Seligenstadt

01. April 2017, 20:12 Uhr

Cem Kara (rechts am Ball) markierte zwei Tore gegen Seligenstadt. Foto: Mithat Gürser.

Die SG Rot-Weiss Frankfurt bleibt in der Hessenliga weiter in der Erfolgsspur und konnte am späten Samstagnachmittag mit dem 4:1 (3:1)-Erfolg gegen die Sportfreunde Seligenstadt den sechsten Sieg in Folge einfahren. Auch die Heimstärke stellte das Team von Trainer Daniyel Cimen wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis: Es war der zwölfte Heimsieg im 13. Heimspiel. Überschattet wurde die Partie durch eine längere Verletzungsunterbrechung in der ersten Halbzeit, als der Frankfurter Abdul und Seligenstadts Torhüter Duschner von einem herbeigerufenen Krankenwagen ambulant behandelt werden mussten. Trotz des (noch) fehlenden Bekenntnis zum Thema Regionalliga - der Klub wird sich erst am 18. April dazu äußern - ließ sich die Elf vom Rödelheimer Parkweg von ihrem Siegeszug nicht abbringen.

SG Rot-Weiss Frankfurt - Sportfreunde Seligenstadt 4:1 (3:1)

Das ohnehin erst spät nach 16.30 Uhr angepfiffene Spiel hatte in der Anfangsphase nicht viele Höhepunkte zu bieten. Die Gäste aus der Einhardstadt waren bis zur Verletzungspause eigentlich ganz gut im Spiel und stellten die Hausherren vor Probleme. Nikola Mladenovic probierte es aus 25 Metern, aber sein Schuss ging klar über das Tor. Auf der anderen Seite schickte Varol Akgöz seinen Mitspieler Cem Kara steil, dieser stolperte aber über seine eigenen Füße. "In der ersten Halbzeit haben wir uns sehr schwer getan. Da waren wir nicht so präsent, gerade was die zweiten Bälle angeht. Irgendwie waren wir einen Schritt zu langsam. Die effektivere Mannschaft hat zur Halbzeit geführt. Vielleicht war es wegen des warmen Wetters, aber bei einigen sah es sehr träge aus", analysierte Rot-Weiss-Trainer Daniyel Cimen nach der Begegnung, die nach dem Zusammenprall zwischen Ghani Wessam Abdul und Daniel Duschner für 18 Minuten unterbrochen war. Der Torhüter der Gäste lag am Boden und wurde von Seligenstadts Physiotherapeutin behandelt, während der Frankfurter im Stehen zunächst vom eigenen Betreuer behandelt wurde. Als klar wurde, dass es beide Akteure wohl schlimmer "erwischt" hatte, wurde ein Krankenwagen herbeigerufen. Der hatte aber zunächst Probleme, in das Stadion hineinzufahren, weil das Zugangstor verschlossen war.

So musste erst einmal der Stadionsprecher den Platzwart ausrufen. Während Duschner in das Krankenhaus gefahren wurde, nahm Abdul nach seiner Auswechslung mit einem Kopfverband auf der Tribüne Platz. Nach der besagten langen Unterbrechung kam bei den Hausherren Luca Scholten für Abdul, während Gästetrainer Lars Schmidt den unerfahrenen Marius Heinlein in das kalte Wasser werfen musste. Die Unterbrechung tat den Frankfurtern besser, denn kaum war das Spiel wieder am Laufen, da brachte Andre Fliess die heute in weiß spielenden "Roten" durch einen Flachschuss mit 1:0 in Führung (37.). Danach waren die Gäste für eine kurze Phase ganz gut im Spiel und kamen durch Patrick Hilsers Flachschuss zum 1:1 (43.). Die Unerfahrenheit des eingewechselten Torhüters konnte dann zwei Minuten danach beobachtet werden. Der Keeper zögerte beim Herauslaufen und Cem Kara nutzte diese Unentschlossenheit zum 2:1 aus (45.). Doch Halbzeit war am Brentanobad noch lange nicht, denn Schiedsrichter Timo Ide hatte die Zeit weiterlaufen lassen und spielte ab jetzt die 18 Minuten Verletzungsunterbrechung nach. In der 15. Minute der Nachspielzeit unterlief Seligenstadts Abwehrspieler Sven Kunisch ausgerechnet an seiner alten Wirkungsstätte ein unnötiger Fehler, verlor den Ball an Kara und dieser nutzte den Fauxpas zum 3:1-Halbzeitstand aus.

Lars Schmidt: "Wir hatten eine Phase, wo wir auf Augenhöhe waren"

Seligenstadts Trainer Lars Schmidt resümierte: "Das Ergebnis täuscht vielleicht ein wenig. Wir hatten eine schwierige Anfangsphase, in der wir uns orientieren mussten. Da hatten wir wenig Zugriff, aber da war noch nicht all zu viel passiert. Bei der Situation mit dem Torhüter waren alle konsterniert. Wir haben mit Marius Heinlein einen Torhüter gebracht, der in zwei Jahren zwei Gruppenligaspiele gemacht hat und heute das erste Mal in der Hessenliga gespielt hat. So kriegen wir umgehend nach der Unterbrechung das 0:1. Danach hatten wir eine Phase, wo wir auf Augenhöhe waren und schenken dann zwei Tore her. Trotzdem hatten wir in der zweiten Hälfte Möglichkeiten, wobei sich Räume für den Gegner aufgetan haben. Es geht nicht darum, dass wir hier was verdient hätten, aber vom Ergebnis her war es zu klar". Die Frankfurter setzten den Schwung nach dem Seitenwechsel fort und stellten mit einem Konter endgültig die Weichen auf Heimsieg. Andre Fliess passte steil auf Patrick Barnes, der legte quer zum mitgelaufenen Akgöz, der den Ball locker zum 4:1 in das leere Tor schob (55.). Vier Minuten später traf Kara mit einem Lattenkracher aus 30 Meter mit einem Freistoß noch die Unterkante der Latte. Obwohl sich die Einhardstädter nicht aufgaben und versuchten, wenigstens zum zweiten Treffer zu kommen, war den Gästen der Zahn natürlich endgültig gezogen.

Seligenstadt versuchte bis zum Ende alles, hatte aber kein Abschlussglück. Leis, Hilser und Hertrich mit einem Kopfball scheiterten mit ihren Möglichkeiten an RW-Kapitän Ioannis Takidis. "Beide Mannschaften mussten diese Spielunterbrechung mitmachen, wir haben aber umgehend das Tor kassiert. Insofern war es uns nicht vergönnt, hier etwas zu holen", sagte Lars Schmidt und betonte: "Die Situation ist durch die Niederlage nicht besser geworden". Sein Kollege Daniyel Cimen zeigte sich nur mit dem Ergebnis voll zufrieden: "In der zweiten Halbzeit waren wir besser. Wir sind froh, dass wir die drei Punkte behalten haben. Seligenstadt hat bewiesen, dass sie jeden Gegner vor Probleme stellen können. Wir haben wenige Lösungen und Mittel gefunden. Trotzdem Respekt an die Effektivität der Mannschaft". Zum Thema lange Verletzungspause sagte Cimen: "Es war bei beiden Spielern ein großer Cut. Nach dieser Pause war es fast so, dass das Spiel wieder von vorne anfängt. Zum Glück waren die Temperaturen heute so warm, zwei Monate vorher bei Minustemperaturen wäre das unangenehm gewesen. Klar, war es super, dass wir dann gleich das Tor gemacht haben, aber ob wir deswegen besser geworden sind, weiß ich nicht". Seligenstadts Torhüter Daniel Duschner war beim Schlusspfiff wieder im Stadion, wurde mit sieben Stichen genäht.

Stenogramm:

SG Rot-Weiss Frankfurt: Takidis; Topcagic, Tim Fliess (71. Freund), Mus, Andre Fliess, Akgöz, Barnes, Lundy, Pospischil (84. S.Demir), Abdul (34. Scholten), Kara - Trainer: Daniyel Cimen.

Sportfreunde Seligenstadt: Duschner (34. Heinlein); Krist, Hilser, Hochstein (62. Dalmeida), Hertrich, Löbig, Hofmann, Piarulli (58. Leis), Mladenovic, Hillmann, Kunisch - Trainer: Lars Schmidt.

Schiedsrichter: Timo Ide (Frielendorf). Zuschauer: 195.

Tore: 1:0 Andre Fliess (37.), 1:1 Patrick Hilser (43.), 2:1 und 3:1 Cem Kara (45./45.+15), 4:1 Varol Akgöz (55.).

Besonderes Vorkommnis: 18 Minuten Verletzungsunterbrechung.

Autor: Pedro Acebes

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