Alexis: "Wenn beide spielen, ist das super"

Verbandsliga Süd: Alsbachs Bonias-Brüder im Interview

30. Mai 2017, 11:58 Uhr

Alexis (links) und Nikolas Bonias vom FC Alsbach. Foto: Selina Eckstein

Konkurrenzkampf in der Familie kennen die Brüder Alexis (23) und Nikolas (29) Bonias nicht. Dafür spielen die beiden in Trainingsspielen beim FC Alsbach gerne mal gegeneinander. Im Interview sprachen der Abwehrspieler und der Torwart über ihr brüderliches Verhältnis.

Gibt es unter euch Brüdern einen Konkurrenzkampf?

Nikolas: Eigentlich nicht. Ich spiele im Tor, er in der Verteidigung. Von daher war das nie ein Thema bei uns.

Alexis: Am Ende freuen wir uns, wenn wir zusammen auf dem Platz stehen. Ohne das da ein Konkurrenzkampf ist. Und wenn beide spielen, ist das immer super.

Könntet ihr euch vorstellen gegeneinander zu spielen?

Alexis: Ich könnte mir das gut vorstellen. Das wäre auch eine neue Erfahrung für uns. Seitdem ich bei den Aktiven spiele, habe ich nämlich immer mit ihm zusammengespielt. Nikolas hat natürlich auch schon ohne mich gespielt, als ich noch in der Jugend war. Aber wir müssen mal schauen, ob das noch zustande kommt, dass wir gegeneinander spielen. Schließlich ist er schon älter (lacht). Ich denke aber, dass wir, bis er aufhört, zusammenspielen werden.

Nikolas: Es wäre schon komisch gegeneinander zu spielen, weil ich ihn, seitdem er Fußball spielt, schon immer begleite. Als er in der Jugend gespielt hat und ich schon bei den Aktiven war, habe ich ihn manchmal auch trainiert. Wir waren immer zusammen und unsere Wege haben sich nie getrennt.

Alexis: Im Training ist es oft so, dass man gegeneinander spielt. Das macht dann schon Spaß und ich freue mich auch schon, wenn ich auf sein Tor schießen kann.

Ist eure Verhältnis dadurch noch enger?

Nikolas: Ja, das würde ich schon sagen. Wir haben ein starkes Bruder-Verhältnis. Auch dadurch, dass wir uns durch den Fußball noch öfter sehen. Wenn wir nicht zusammenspielen würden, würden wir uns nicht alle zwei bis drei Tage begegnen. Natürlich gibt es dann auch mal Tage, an denen wir nicht so viel miteinander reden und uns austauschen. Nichtsdestotrotz denke ich, dass es das Verhältnis zusätzlich stärkt, wenn man sich öfter sieht.

Bewertet ihr eure Leistung gegenseitig?

Alexis: Ja, das machen wir schon, sowohl kritisch als auch lobend. Ich ärgere ihn ganz gerne mal, wenn er hinten einen hat reinfallen lassen (lacht). Ich ärgere ihn dann auch meistens mehr, als er mich. Ich bin ja auch der Jüngere, da ärgert man den älteren Bruder gerne.

Nikolas: Man redet einfach generell über das Spiel, wie es gelaufen ist. Wenn eine Aktion gut lief oder man was verkackt hat, spricht man schon darüber. Ich denke auch, dass wir beide uns gegenseitig eher kritischer sehen, weil ein gewisser Geschwistertwist dabei ist. Aber genauso lobe ich ihn auch, wenn er ein gutes Spiel gemacht hat.

Nikolas, bei dir lief es ja in dieser Saison nicht immer rund. Wie bewertest du sie deshalb? Alexis, wie sieht dein Fazit zur Saison beim FC Alsbach aus?

Alexis: Die Saison war eine Achterbahnfahrt. Zwischenzeitlich lief es richtig gut für uns, als wir eine Serie hatten und unter den ersten drei waren. Doch dann ist unsere Niederlagenserie gestartet. Das hat sich bis ins neue Jahr hineingezogen. Aber an sich ist innerhalb der Mannschaft alles gut. Wir verstehen uns super.

Nikolas: Der Konkurrenzkampf ist da, was auch völlig in Ordnung ist. Dieser war am Anfang nicht zu meinen Gunsten. Dann habe ich gespielt, bevor die Knieverletzung dazwischenkam, sodass ich im Februar operiert werden musste, wodurch ich lange ausgefallen bin. Deshalb war es für mich persönlich auch eine Achterbahnfahrt. Ich hätte auch gar nicht mehr damit gerechnet, dass ich in dieser Saison überhaupt noch mal zum Einsatz komme und dann habe ich auf einmal wieder gespielt. Deshalb war es für mich eine Saison mit Höhen und Tiefen.
Zur Saison mit dem FC Alsbach kann ich nur sagen, dass wir eine junge Mannschaft sind, die eine gute Hinrunde gespielt hat. Wir hatten aber auch schwächere Phasen. Trotzdem können wir total zufrieden sein.

Alexis: Mir war es klar, sobald er wieder fit ist, dass er wieder spielt. Schon damals als wir von Ober-Ramstadt nach Alsbach gewechselt sind, wusste ich, sobald wir die Chance bekommen würden, würden wir uns auch durchsetzen. So ist es dann auch gekommen.

Welche sportlichen Ziele habt ihr für die Zukunft?

Alexis: Wir haben beide für die nächste Saison in Alsbach zugesagt. Wir wollen versuchen wieder so eine Hinserie zu spielen, wie dieses Jahr. Ansonsten wollen wir einfach nur Spaß haben. Auch wenn es mal nicht so gut läuft, haben wir Spaß im Training. Ich persönlich möchte mich immer weiter verbessern. Ich bin ja noch relativ jung mit 23.

Nikolas: Für den Torwart komme ich in das beste Fußballalter. Da hat man die Erfahrung und hat noch ein bisschen Kraft, was ich mit in die nächste Saison nehmen möchte. Mit der Mannschaft sollte es das Ziel sein, sie weiter voran zu bringen und das Konzept mit den jungen Spielern voran zu treiben. Dabei sollte auf jeder Position Konkurrenzkampf geschaffen werden, um das Niveau hoch zu halten. Nächste Saison wird es auch wieder nur um den Klassenerhalt gehen. Und wenn wir im Großen und Ganzen so zusammenbleiben, was sich auch andeutet, haben wir eine Truppe, die in der Verbandsliga mitspielen kann.

Welcher Tabellenplatz soll es in der kommenden Saison werden?

Alexis: Als wir in dieser Saison mehrmals gewonnen haben, da haben einige schon ein bisschen nach oben geschielt, aber jetzt sind wir auch wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Gerade die Verbandsliga Süd war dieses Jahr wieder so eng. Deshalb kann es auch im nächsten Jahr nur um den Ligaverbleib gehen, um weiterhin Verbandsliga zu spielen.

Nikolas: Mit den Mannschaften, die aus der Hessenliga absteigen und aus den Gruppenligen aufsteigen, wird es nächstes Jahr wieder eine starke Verbandsliga Süd. Da kann es nur darum gehen, sich von Spiel zu Spiel zu verbessern und die Punkte zu holen, damit der Klassenerhalt gelingt.

Autor: Selina Eckstein