"Original" Kofi Deda bei den Speuzern gelandet
Gruppenliga Frankfurt West: Torhüter kommt von Türk Hattersheim
Der 30-jährige Afrikaner ist im Main-Taunus-Kreis wie auch im Wiesbadener Raum bekannt wie "ein bunter Hund". Nun kann sich der schillernde Torsteher durch seinen Wechsel zu den Sportfreunden auch im Frankfurter Kreis einen Namen machen. Im Testspiel beim Hessenligisten Rot-Weiss Frankfurt (2:2) fiel seine mitunter riskante Spielweise den 120 Zuschauern auf. Nicht nur einmal stürmte der Keeper aus seinem Kasten heraus, nicht nur um die Situation zu klären, sondern auch mal einen gegnerischen Stürmer zu umdribbeln. Vor seiner Zeit bei Türk Hattersheim - mit dem Klub stieg Kofi Deda 2014 in die Gruppenliga Wiesbaden auf und spielte dort die letzten Jahre auf hohem Niveau - war der Torwart bei der SG Höchst und bei der DJK Hattersheim aktiv, wo ihn der jetzige FFV-Trainer Mehmet Tunay Somun kennen lernte. "Mit Kofi Deda verbindet mich eine Vergangenheit aus meiner Zeit bei der DJK Hattersheim. Wir waren auf Torwartsuche und wir hatten einen Verwandten von ihm in der Mannschaft. Er hat ihn ins Training gebracht und für uns hat er sich als Rakete dargestellt. Ich kenne ihn von daher aus meiner aktiven Zeit bei der DJK Hattersheim. Seinen Werdegang habe ich mit den Stationen bei der SG Höchst und Türk Hattersheim verfolgt. Ich weiß, was er kann und ich denke er hat auch heute bewiesen, dass er ein sehr starker Rückhalt sein kann", sagte der Speuzer-Coach nach dem 2:2 auf dem Kunstrasenplatz am Brentanobad.
Langjährige Kenner des Fußballs im Main-Taunus-Kreis beschreiben den Torhüter als jemanden, der Bälle mit überragenden Paraden aus dem Winkel fischen kann. Zwei Minuten später könne es aber durchaus mal vorkommen, dass der Keeper einen Ball verstolpert, weil er einen gegnerischen Stürmer ausspielen will und durch einen eklatanten Ballverlust dann ein Tor verschuldet. Überwiegend bringe er während des Spiels aber mehrheitlich gute Taten, was ihn zu einem ungewöhnlichen, aber exzellenten Torhüter mache. Andere Beobachter sehen in Kofi Deda einen "spielenden Torhüter mit Slapstick-Attitüde. Er hält aber sehr gut und ist kein Fliegenfänger. Noch dazu ist er ein sehr sympathischer Blickfang", sagt ein Insider über den neuen Torhüter der Speuzer. Seine riskante Spielweise ist auch seinem neuen Coach natürlich nicht verborgen geblieben: "Das nehmen wir in Kauf. Ich habe absolutes Vertrauen in Kofi Deda. Er hat die Mannschaft in der ersten Halbzeit lange im Spiel gehalten. Auch wenn seine Aktionen mitunter riskant waren, muss er das so machen. Heutzutage ist das Torwartspiel anders. Sie agieren wie ein Feldspieler. Klar gibt es auch eine Aktion, wo der Zuschauer sich fragt, ob er da den Risikopass spielen muss. Aber heute hat er das sehr gut gemacht und eine sehr gute Einzelleistung gebracht".
Favorit? "Somun: "Jeder darf seine Meinung äußern"
Mit Admir Osmanbasic und Tomo Toumpas hat Kofi Deda zwar zwei gute Konkurrenten an der Mainzer Landstraße, gut möglich aber, dass der Neuzugang ab August auch dauerhaft die zahlreichen Anhänger der Speuzer begeistern wird. Die Schlachtenbummler der Speuzer hatten ihren Verein zahlreich zum Test beim Hessenligisten begleitet, von den 120 Zuschauern waren über die Hälfte Fans der Sportfreunde. Viele sogenannte Experten trauen dem Aufsteiger mit den Hessenliga-erprobten Spielern wie Okan Ilkiz, Ömer Dursun, Emre Kadimli und Janis Lerch eine sehr gute Rolle in der Gruppenliga zu. Diesen entgegnet Somun: "Jeder darf seine Meinung äußern. Wir fahren damit ganz gut, dass wir als Aufsteiger das Ziel Klassenerhalt ausgeben. Wir wissen aber auch, dass wir eine gute Qualität haben und auch in der Lage sein werden, den einen oder anderen Aufstiegsaspiranten in der Gruppenliga West - da gibt es ja auch einige selbsternannte Meisterschaftsfavoriten - zu ärgern. Wenn etwas mehr als der Klassenerhalt rausspringen sollte, wären wir natürlich auch zufrieden".
Am ersten Spieltag kommt es gleich zum Derby beim großen Nachbarn Spvgg. 02 Griesheim. Diesem Duell fiebern natürlich alle aus dem Speuzer-Umfeld entgegen. Die 1,8 Kilometer Luftlinie an die Eichenstraße können laut "Google Maps" zu Fuß in 22 Minuten zurückgelegt werden, mit dem Fahrrad wäre man sogar in sieben Minuten da und mit dem Auto in fünf Minuten. "In der Gruppenliga West sind neun Vereine aus Frankfurt vertreten. Da kann man fast jedes Spiel als kleines Derby bezeichnen. Für uns ist es eine neue Liga. Jedes Spiel ist ein Highlight und ein Finale. Das haben sich die Jungs erarbeitet, in der Gruppenliga zu spielen. Deswegen nehmen wir jedes Spiel mit und sind heiß darauf", ist auch bei Somun die Vorfreude groß.

