Griesheim verpasst ersten Punkt in Unterzahl
Hessenliga: 3:4-Niederlage gegen Ginsheim
Unmittelbar nach dem Schlusspfiff war Hasa wütend auf Schiedsrichter Volker Höpp aus Ranstadt zugestürmt. Der Slowake beschwerte sich über den ausgebliebenen Elfmeterpfiff an Pascal Stork in der vierten Minute der Nachspielzeit. "Wir haben null Punkte und wir können nicht länger naiv sagen, dass wir die Mannschaft entwickeln wollen. Natürlich brauchen wir auch Punkte und da waren wir heute nah dran. Wenn wir diesen Weg weiter gehen, werden wir bald zu Punkten kommen. Wir haben dieses Spiel quasi verschenkt", ärgerte sich Hasa.
Denn in einer insgesamt 55-minütigen Unterzahl musste sich der Tabellenletzte am Ende dem Nachbarn aus Ginsheim mit 3:4 geschlagen geben. Mirko Dimter hatte die Zwiebelstädter mit seiner Gelb-Roten Karte in der 39. Minute zu zehnt auf dem Spielfeld zurückgelassen, da lag der Außenseiter durch den Treffer des Japaners Masaki Murata nach einer Flanke von Adnan Kizilgöz schon seit der 25. Minute mit 0:1 zurück. Doch In Unterzahl bewiesen die Südhessen Moral und glichen in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch Ali Kazimi aus (45.+1). Nach dem Seitenwechsel erlebten die 350 Zuschauer im altehrwürdigen Stadion am Hegelsberg - darunter mehr als 100 Ginsheimer Anhänger - ein wahres Torspektakel mit Treffern auf beiden Seiten im Minutentakt.
Griesheim zeigte Biss und Engagement und lag plötzlich nach einem krassen Abwehrfehler der VfB-Offensive vorne. Einen langen Ball unterschätzten die Ginsheimer, das Missverständnis zwischen Torwart Lukas Langenstein und seinen Vordermännern war beim Aufprall des Balles nicht mehr zu kitten. Viktoria-Stürmer Pascal Stork spritzte dazwischen und köpfte über den Schlussmann hinweg zum 2:1 ins Netz (47.). Doch auch auf der Gegenseite gab es Patzer, die bitter bestraft wurden. A-Jugend-Spieler Johannes Tatchouop verschuldete nur zwei Minuten später einen unnötigen Elfmeter am eingewechselten Liam Fisch und Kapitän Jörg Finger glich zum 2:2 aus (49.).
Hasa: "Die Mannschaft hat so viel investiert"
Nun war es ein offener Schlagabtausch und nach einem überflüssigen Ginsheimer Foulspiel am Strafraumrand gab es Freistoß für Griesheim, den Stork resolut zum 3:2 verwandelte (58.). Doch wieder zeigte der VfB die richtige Mentalität und glich durch Nils Fischer aus, der den Ball im zweiten Versuch am jungen SCV-Keeper Felix Koob vorbeischob (60.). Und dann trat erneut Tatchouop ungewollt negativ in Erscheinung und fabrizierte nach einer Hereingabe ein folgenschweres Eigentor zum 3:4-Endstand (67.). "Die Mannschaft hat Moral gezeigt, es fehlt aber an Qualität und Cleverness. Einen jungen Mann wie Tatchouop muss ich dabei in Schutz nehmen. Die Mannschaft hat so viel investiert mit einem Mann weniger, aber wir kassieren die Gegentore zu schnell", analysierte Hasa.
Sieben Tore und eine wechselnde Führung sorgten insgesamt für großen Unterhaltungswert. Griesheim verbaute sich durch zu viele individuelle Fehler die Möglichkeit zum ersten Saisonerfolg. Ginsheim hätte am Ende bei besserer Chancenverwertung sieben oder acht Tore auf dem Konto haben können. "Das war ein Spiel, wie es sich ein Trainer nicht wünscht. Griesheim ist zwar Tabellenletzter, sie haben aber Qualität gezeigt. Sie werden relativ schnell Punkte holen. Nach dem Platzverweis wollte Griesheim jetzt erst recht. Mir war klar, dass es hier schwer wird", resümierte VfB-Coach Artur Lemm den dritten Saisonsieg.
"Wir haben nicht gut gespielt und viele Fehler gemacht. Vorne können wir es besser ausspielen und müssen bei unseren Kontern sieben oder acht Tore machen. Das Beste am Spiel ist, dass wir drei Punkte haben. Wir müssen mit unserer sehr jungen Mannschaft auch Rückschläge wegstecken. Heute war das der Fall und wir sind jedes Mal wieder gekommen. Diese Mentalität hat mir imponiert und das nehmen wir aus dieser Partie positiv mit", fasste der Ginsheimer Coach zusammen.
Die Statistik:
SC Viktoria Griesheim: Koob - Dimter, Muhic (46. Araujo da Silva), Dörr, Tatchouop - Muhl, El Fahfouhy - Kazimi, Volk (74. Jakubovic), Paraschiv (46. Arslan) - Stork.
VfB Ginsheim: Langenstein - Wagner (46. Fischer), Dawit, Manneck, Finger - Thomasberger - Ogura, Murata (46. Fisch), Eren, Kizilgöz - Amoako (70. Teodonno).
Schiedsrichter: Volker Höpp (Ranstadt).
Zuschauer: 350.
Tore: 0:1 Masaki Murata (25.), 1:1 Ali Kazimi (45.+1), 2:1 Pascal Stork (47.), 2:2 Jörg Finger (49., Foulelfmeter), 3:2 Pascal Stork (58.), 3:3 Nils Fischer (60.), 3:4 Johannes Tatchouop (67., Eigentor).
Gelb-Rote Karte: Mirko Dimter (Griesheim, 39.).


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