Gruppenliga: Künzell siegt in Petersberg

Gaul und Parzeller machen's schön

15. August 2021, 15:40 Uhr

Unverhofft kommt oft: Niklas Kircher (rechts, hier den Tick schneller als Petersbergs David Wollny) musste zwischen die Pfosten, nachdem es für Dominik Schlag nicht weiterging. Foto: Charlie Rolff

Auswärts klappt's ganz gut in dieser Saison beim TSV Künzell. Nach dem Sieg beim Gruppenliga-Auftakt in Bronnzell gewann der TSV auch im Derby beim RSV Petersberg. 4:0 (2:0) hieß es nach zwei unterschiedlichen Spielhälften.

Den Grundstein beim verdienten Dreier legte die Mannschaft um Spielertrainer Marco Gaul vor dem Pausentee. Bärenstark war es, wie Künzell ein ums andere Mal Petersberg überlief. Die RSV-Viererkette sah durchgehend nur die Hacken von Simon Herbach und Co., bis der Auftritt jedoch belohnt wurde verging über eine halbe Stunde. Dann war Gaul zur Stelle, der die Hereingabe von Negussie direkt nahm um im Winkel unterbrachte (36.). Noch einen Tick schöner machte es Kapitän Julian Parzeller kurz vor der Pause. Der 19-Jährige wurde 18 Meter vor dem Tor gelegt, nahm sich der Sache selbst an und verwandelte gefühlvoll über die Mauer. Dass David Heil zuvor zwei dicke Dinger vergab, war zur Pause nebensächlich. "Ich hatte das richtige Timing. Wenn's blöd läuft, schieß ich ihn Richtung Schwimmbad", sagte Gaul.

Doch es hätte anders laufen können. Petersberg stellte den Verlauf beinahe auf den Kopf: Paul Dimitri Bonny scheiterte an Dominik Schlag, während Florian Bugs Nachschuss von Amir Remic auf der Linie geklärt wurde (31.). Es sollte lange die einzige RSV-Gelegenheit bleiben. Petersberg war nach der Halbzeit zwar wesentlich bemühter, gefährlich wurde es aber erst, als Florian Bug im Eins-gegen-eins in Niklas Kircher seinen Meister fand (86.). Bis dahin war bereits alles durch. Künzell gab zwar die Spielkontrolle ab, machte allerdings frühzeitig den Deckel drauf. Munir Tekleyes vergab erst noch einen Hochkaräter, bei der nachfolgenden Ecke nickte dafür Solomon Haile Negussie ein (74.). Michel Ickler am Pfosten konnte nur in eigene Tor retten. Und richtig bitter aus Sicht der Grün-Weißen wurde es, als Pascal Breunung trocken vollendete (80.). Dass die Gäste so cool ihren Stiefel runterspielten, überraschte, denn kurz nach der Pause war das Wechselkontingent – ob dreier verletzungsbedingter Wechsel – schon erschöpft. Erst erwischte es Linksaußen Tommy Schel, dann Keeper Schlag und letztlich Spielertrainer Gaul.

"Bei schmerzt die Nase, ich hoffe sie ist nicht gebrochen. Dominik ist die Schulter rausgeflogen, bei Tommy hat's im Fuß geknackst. Beide sind umgehend ins Krankenhaus", schilderte Gaul, der selbstredend mit dem Auftreten seiner Truppe sehr zufrieden war: "Eine solche Reaktion nach dem 1:5 von Freitag ist stark. Bei der Petersberger Chance im ersten Durchgang hatten wir das Glück des Tüchtigen." Extrem enttäuscht war indes Rodoljub Gajic. Der RSV-Trainer sprach von einem bitteren Wochenende, nachdem schon am Freitag bei FT verloren wurde. "Es fehlen die Basics und die Flut an Gegentore derzeit geht gar nicht. Unsere PS stehen in der Garage. Der Kopf geht zu schnell runter. Wir stellen jetzt auf Durchzug und vergessen das Wochenende ganz schnell", erklärte Gajic, der das Fehlen eines Abschlussspielers monierte.

Die Statistik:

RSV Petersberg: Kirbus; Masoldt (46. Ickler), Gören, Bott, Gajic – von Pazatka-Lipinski, K. Sarvan, Bojii (73. Jo. Ehresmann), Wollny – Bonny (46. Elm), Bug.
TSV Künzell: Schlag (35. Kircher); Jestädt, Bullemer, Remic, Heil – Haile Negussie, Parzeller, Tekleyes, Schel (15. Breunung) – Herbach, Gaul (49. Balic).
Schiedsrichter: Martin Maienschein (TSV Schwarzenfels).
Zuschauer: 160.
Tore: 0:1 Marco Gaul (36.), 0:2 Julian Parzeller (45.), 0:3 Michel Ickler (74., Eigentor), 0:4 Pascal Breunung (80.).

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