Vom Platz der Blick ins Kinderzimmer

26. August 2022, 09:38 Uhr

Alexander Scholz ist in Hofbieber aufgewachsen - mit bester Sicht auf den Sportplatz. © Charlie Rolff

Auf die Familie Scholz wartet am Sonntag ein ganz besonderer Nachmittag. Erstmals seit seinem Wechsel zum TSV Lehnerz im Jahr 2011 kehrt Alexander nämlich für ein Pflichtspiel in seine alte Heimat zum SV Hofbieber zurück.

Mit seinem aktuellen Club FT Fulda schwimmt Scholz auf einer kleinen Erfolgswelle. Nach dem miserablen Start und drei Niederlagen haben die „Turner“ zuletzt vier Pflichtspielsiege in Serie gelandet und dabei 10:2-Tore erzielt. „Die Heimkehr nach Hofbieber wird brutal emotional für mich. Schließlich hatte ich mein Kinderzimmer genau in Höhe der Mittellinie des Sportplatzes. Ich musste aus der Haustür raus und stand nach fünf Metern auf dem Rasen“, erklärt der mittlerweile 30-jährige Scholz.

Alexander Scholz: Karriereausklang in Hofbieber?

Dessen Vater Eberhard gehört dem Ältestenrat des SV Hofbieber an und ist normalerweise Platzsprecher. „Aber ich könnte mir vorstellen, dass er am Sonntag für ein Spiel passt. Große Freude, ein Tor von mir anzusagen, hat er sicher nicht“, lacht Alexander, der in Lehnerz das überragende Meister- und Aufstiegsjahr in die Hessenliga mitmachte. 2013 war das, als Lehnerz in der Verbandsliga Nord 96 von 102 möglichen Punkte holte und den Gegnern 133 Bälle ins Netz legte.

„Eigentlich bin ich ja nur von Hofbieber weg, weil ich höherklassig spielen wollte. Aber persönliche Bezüge haben mich danach erst nach Künzell und jetzt zu FT gebracht. Meine Intension ist schon die, dass sich der Kreis irgendwann schließen soll. Ich weiß genau, wo ich herkomme“, sagt Scholz, dessen ehemalige Teamkollegen heute weitgehend in der Zweiten oder bei den Alten Herren spielen.

„Die Jungs, die heute in der ersten Mannschaft spielen, gingen mir bei meinem Weggang 2011 noch bis zu den Knien . Aber das macht die Sache ja noch viel interessanter“, betont der groß gewachsene Mittelfeldspieler, der froh darüber ist, „dass es nie böses Blut gab. Ich freue mich unheimlich, in Hofbieber zu spielen. Ich habe – obwohl ich schon so lange weg bin – mein halbes Leben auf diesem Gelände verbracht.“

TSG Lütter: Konstantin Höhl zurück auf dem Platz

Wie wichtig gewisse Persönlichkeiten auf dem Platz sind, das erlebt derzeit auch die TSG Lütter. Wochenlang fehlte Kapitän Konstantin Höhl. Am Wochenende feierte der Kapitän dann sein Comeback. Und siehe da: Bei der Dreier-SG aus Elters, Eckweisbach und Schwarzbach platzte für Lütter beim 2:0-Auswärtssieg auch dank der Ordnung und Ruhe von Höhl endlich der Knoten beim Aufsteiger.

Vielleicht ein gutes Omen: Denn am Sonntag wartet auf die TSG ein echtes Brett: Dann ist mit der SG Eiterfeld/Leimbach der Topfavorit auf den Titel zu Gast am Sauerbrunnen. Möglicherweise gelingt der TSG ja im fünften Anlauf der erste Heimsieg seit dem entscheidenden 5:2 gegen Rothemann in der Kreisoberliga Süd Mitte Mai.