Verbandsliga: Borussen erweisen sich als Lehnerzer Albtraum
Lohsse: Das ist eine Übermannschaft
„Wir sind auf einen Gegner getroffen, der in dieser Liga eine absolute Übermannschaft ist. Sowohl von der Spielanlage, als auch von den Einzelspielern her muss ich einfach ein Kompliment an Fulda aussprechen“, gab sich TSV-Coach Marco Lohsse nach Schlusspfiff als ein fairer Verlierer, dessen Mannschaft im Durchschnitt gerade einmal 21,36 Jahre alt war. „Götzenhof-Süd“, wie SCB-Finanzvorstand Reinhard Buchhagen die Gäste vor der Partie scherzhaft nannte, erwischte vor 1550 Zuschauern im Stadion der Stadt Fulda einen echten Horrorstart. Keine drei Minuten waren gespielt, da zeigte Schiedsrichter Simon Müller (Sinntal) das erste Mal auf den Punkt, als Julian Pecks in einem Zweikampf mit Alex Reith zu spät kam und das Bein gegen den Borussen-Wirbelwind so hoch hatte, dass er diesen mit dem Fuß am Kopf erwischte. Beim fälligen Strafstoß zeigte Reith jedoch Nerven und setzte den Ball am linken Pfosten vorbei.
Die Borussen ließen sich jedoch keineswegs beirren und spielten weiter mutig nach vorne: Vor allem in der ersten halben Stunde brannte der Spitzenreiter ein regelrechtes Offensivfeuerwerk ab und belohnte sich in der neunten Minute erstmals für die engagierte Vorstellung, als Kapitän Mark Jaksch einen Flatterball aus 25 Metern abzog und diesen im Tor von Aykut Bayar unterbrachte. Kurzzeitig schien es so, als hätte sich die Hessenligareserve gefangen. Doch dann machte der Ex-Lehnerzer Cino Schwab in Minute 17 das 2:0, als sein Schuss noch aus kurzer Distanz abgefälscht wurde.
„Mit dem zweiten Treffer war die Begegnung für uns gelaufen“, ärgerte sich Lohsse, dessen Team nun völlig verunsichert agierte und kaum einen Pass zum Mitspieler brachte. Lehnerz II fand gegen das frühe und aggressive Pressing der Bunzenthal-Elf keine Mittel und lief von einer Verlegenheit in die nächste. Mit dem 3:0 in der 27. Minute durch den siebten Saisontreffer von Marius Müller war die Partie aus Sicht der Lehnerzer dann endgültig gelaufen.
In der Pause reagierte Marco Lohsse und schickte Enrico Nuspahic für den unglücklich agierenden Julian Pecks auf den Rasen. Doch der erwies seiner Mannschaft einen Bärendienst: Gerade einmal neun Minuten nach seiner Einwechslung brannten beim Youngster die Sicherungen durch, als er sich von Reith provozieren ließ und nach einer Tätlichkeit mit Rot des Feldes verwiesen wurde.
Fortan schaltete der SCB zwei Gänge zurück und verwaltete das Spiel. Nikola Milankovic mit einem Kopfball (74.) und Imal Schersadeh (90.) per Foulelfmeter erhöhten dann sogar noch auf 5:0. Entsprechend zufrieden war Borussen-Coach Oliver Bunzenthal, der erst am Samstag seinen 42. Geburtstag gefeiert hatte: „Das war ein hochverdienter Sieg, der auch in der Höhe in Ordnung ging. Wir waren in der ersten Halbzeit sehr stark, haben viele Zweikämpfe gewonnen und jede Menge Torchancen kreiert. Wir haben den Zuschauern heute ein gutes Spiel gezeigt.“


Bitte melde Dich an, oder registriere Dich, um Kommentare schreiben zu können