Erhoffter Schub bleibt aus

14. September 2022, 08:03 Uhr

Christian Kreß soll mit Marc Röhrig für mehr Ruhe bei der Reserve des SV Buchonia Flieden sorgen. Der Start verlief unglücklich für das Trainer-Duo. © Ralph Kraus

Von einem Trainerwechsel erhoffen sich die Vereine einen positiven Effekt. Blöd nur, wenn dieser ausbleibt. Noch blöder, wenn es für den betroffen neuen Trainer die erste Station in jener Position ist.

Vor rund zwei Wochen teilte der SV Buchonia Flieden mit, dass Reserve-Trainer Stefan Schmidt nicht länger Trainer ist . Nach mehr als 30 Jahren verschiedenster Tätigkeiten im Verein wurde ihm die Bilanz von nur einem Punkt aus sieben Spielen zum Verhängnis. Der Club entschied sich mit Christian Kreß und Marc Röhrig für eine interne und nicht alltägliche Lösung. Beide gehören zum Kader des Verbandsligateams, fallen jedoch längere Zeit verletzt aus und sollen deshalb bis zur Winterpause die schlechte Ausgangsposition in der Kreisoberliga Süd gehörig aufhübschen.

Für Röhrig ist das Traineramt aus Rothemann-Zeiten bekannt, für Kreß hingegen Neuland. Beide absolvierten gemeinsam die B-Lizenz vor einigen Monaten, der Buchonia-Verantwortlichen sehen in dem Duo die beste Lösung für Fliedens Reserve. Zumindest bis zur Winterpause, denn dann möchte Kreß nach seinem im März erlittenen Kreuzbandriss wieder voll beim aktuellen Verbandsligaspitzenreiter einsteigen. Die Aufgaben als Coach sind bis dahin groß.

„Wenn du etwas auf der Trainerposition veränderst, erhofft sich jeder einen positiven Schub. Der ist leider ausgeblieben“, weiß Kreß und blickt auf das 0:3 gegen Gundhelm/Hutten und das 1:3 gegen Rückers. Vorwürfe kann er dem Team nicht machen, das Zustandekommen der Ergebnisse sei bitter. „Wir machen in Hutten ein gutes Spiel und kassieren unglückliche Gegentore. Gegen Rückers sind wir nach der Pause drückend überlegen, doch der Ausgleich gelingt nicht“, sagt der 28-Jährige und wird von Rückers-Coach Christian Müller bestätigt, der einen „glücklichen Erfolg“ sah. Was es derzeit so schwer für Flieden mache? „Der Kopf“, meint Kreß, „denn Qualität ist bei den Jungs genügend vorhanden“.

Über das Traineramt unterhielten sich Kreß und Röhrig wenige Tage vor der Trennung von Schmidt. „Frank Happ und Martin Hohmann haben ganz leise nachgehört. Von jetzt auf gleich lässt sich so eine Entscheidung nicht fällen, da ich selbstständig bin und zudem ein Haus baue. Marc und ich sind aber Fliedener genug und wollen helfen. Das zeichnet die Buchonia aus, dass alles eng verknüpft ist. Jedoch haben wir vor der Aufgabe großen Respekt, zumal mit Stefan ein sehr verdienter Mann diese Funktion ausübte“, sagt Kreß, der mit Kumpel Röhrig die gleichen Ideen in Sachen Fußball einbringt.

27 Punkte sind noch bis zur Winterpause zu vergeben, mit der aktuellen Roten Laterne will Kreß auf gar keinen Fall das Amt weitergeben. Eine Fortsetzung über den Winter hinaus schließt der Defensivspieler aus. „Wenn nichts Gravierendes passiert, möchte ich wieder voll das Spieleramt ausführen. Der Heilungsverlauf bei meinem Kreuzbandriss verlief richtig gut. Aktuell befinde ich mich im Lauf- und Krafttraining“, sagt der gebürtige Fliedener, der zu Juniorenzeiten kurzzeitig bei Hannover 96 spielte und die Buchonia im Seniorenbereich für zwei Jahre Richtung Bad Soden verließ.