Eintracht-Akku ist leer: „Jeder Schritt tut weh“
Damjan Heuser traf doppelt für den TSV Eintracht Stadtallendorf beim 4:2 gegen den SV Unter-Flockenbach. © Stefan Tschersich
Frühlingshafte Temperaturen führten dazu, dass die lange Kunstrasensaison in Stadtallendorf für beendet erklärt wurde und erstmals seit fünf Monaten wieder auf Rasen gespielt wurde. Die Gastgeber wirkten nach dem kräftezehrenden Auswärtssieg in Friedberg vor vier Tagen (1:0) nicht frisch, kamen in vielen Aktionen einen Schritt zu spät. Zwar machte Stadtallendorf direkt Druck und ging vorne drauf, das Abwehrverhalten war aber keineswegs konsequent.
Die Gäste, offensiv mit den Flügelstürmern Lotfi Graidia und Julian Marquardt sowie Mittelstürmer Linus Hebling gut besetzt, reklamierten nach 13 Minuten einen Foulelfmeter, als Marquardt im Duell mit Andrej Markovic zu Boden ging. Schiedsrichter Gahis Safi stand aber in einem guten Blickwinkwl und ließ weiterspielen. In Führung ging Unter-Flockenbach aber trotzdem, weil der Brasilianer Ramiro Fabian Ferreira Mino im Mittelfeld den Ball bei den Hausherren verlor. Marquardt schaltete schnell um und schickte Hebling steil, der Tolga Sahin im TSV-Tor verladen konnte (20.). Die Antwort von Stadtallendorf kam aber postwendend. Ein Freistoß aus 20 Metern von Damjan Heuser bedeutete das schnelle 1:1 (23.). Verletzungsbedingt musste dann mit Amar Zildzovic einer der beiden Sechser. Für ihn kam mit Del Angelo Williams ein Stürmer. Über die linke Seite bereitete Louis Preisig mit einem Zuspiel auf Nick Bremer den zweiten Treffer vor. Bremer steckte durch auf Rolf Sattorov, der das 2:1 erzielte (41.).
Hessenliga: Eintracht Stadtallendorf mit Heimsieg gegen Unter-Flockenbach
Unter-Flockenbach hatte aber noch vor dem Seitenwechsel die Riesenchance durch eine Graidia-Flanke, die bei Niclas Blüm landete. Seinen Abschluss rettete Ferreira Mino von der Torlinie. Zudem hatte SVU-Spielgestalter Nico Hammann noch einen Freistoß, der über das Tor ging. Vor dem Seitenwechsel hatte Sattorov auf der Gegenseite in einer turbulenten Endphase noch zwei Möglichkeiten. Eine Viertelstunde nach Wiederbeginn beging Mino Ferreira ein völlig unnötiges Foulspiel im Strafraum und verschuldete so einen Foulelfmeter, den Graidia für die Gäste zum Ausgleich nutzte (60.). Und obwohl die Odenwälder danach Oberwasser bekamen und bei Stadtallendorf danach rund zehn Minuten wenig nach vorne ging, gelang die erneute Führung. Williams bediente Heuser, der mit einem strammen Schuss in den Winkel traf - 3:2 (74.). In der Schlussphase kam Eigengewächs Moritz Heß zu seinem Hessenliga-Debüt und war in der Nachspielzeit mit dem Schlusspfiff am 4:2 beteiligt.
Hess spielte den Ball auf Heuser, der zu Williams und der Stürmer drückte den Ball über die Linie (90.+2). Stadtallendorf-Trainer Dragan Sicaja meinte nach dem Schlusspfiff: „Das beste ist das Ergebnis, alles andere vergessen wir. Wir spielen seit vier Wochen mit einem Stamm von elf Leuten permanente englische Wochen mit Verlängerung in einem Pokalspiel. Die Jungs sind komplett am Limit. Vor allem nach dieser Umstellung auf den Rasenplatz und das wärmere Wetter. Jeder Schritt hat weh getan, wir waren vom Akku her komplett leer.“ SVU-Trainer Mirko Schneider bedauerte das Resultat: „Ich bin etwas enttäuscht, weil hier mehr drin war. Die klareren Chancen hatten wir, gerade in der ersten Halbzeit. Dass wir verloren haben, lag daran, dass wir die Zweikämpfe zu den Toren nur begleitet haben. Da haben wir nicht ordentlich verteidigt. Ich hätte gerne einen Punkt mitgenommen, der auch verdient gewesen wäre. Aber da war die Qualität vorne von Stadtallendorf eine Nummer größer.“
Die Statistik: TSV Eintracht Stadtallendorf: Sahin; Enobore, Ferreira Mino (62. Chiba), Phillips, Markovic - Kulas, Zildzovic (31. Williams) - Preisig (90.+1 Dippel), Heuser, Bremer - Sattorov (83. Heß). SV Unter-Flockenbach: Schütz; Kamuff (89. Johnson), Schaudt (78. Baumann), Heckhoff, Ulpins (65. Eckstein) - Schneider (76. Diefenbach), Hammann, Blüm - Marquardt, Hebling, Graidia. Schiedsrichter: Gahis Safi (TSG Ober-Wöllstadt). Zuschauer: 298. Tore: 0:1 Linus Hebling (20.), 1:1 Damjan Heuser (23.), 2:1 Rolf Sattorov (41.), 2:2 Lotfi Graidia (60./Foulelfmeter), 3:2 Damjan Heuser (74.), 4:2 Del Angelo Williams (90./+2).


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