Weil der SV Neuhof nicht erscheint: SG Ehrenberg kampflos im Pokalfinale

07. Juni 2023, 19:55 Uhr

Der Sportplatz in Seiferts blieb verwaist. Der SV Neuhof war zum Halbfinale im Bitburger-Kreispokal nicht erschienen. © Leon Weiser

Das Chaos im Bitburger-Kreispokal ist perfekt. Das Halbfinale zwischen der SG Ehrenberg und dem SV Neuhof in Seiferts wurde nicht durchgeführt. Der Grund: Von den Gästen fehlte jede Spur. Auch lange nach Anpfiff waren nur die Ehrenberger Spieler, Zuschauer sowie das Schiedsrichtergespann da.

Es hätte ein schöner Pokalabend im Halbfinale des Bitburger Kreispokals werden sollen. Verbandsliga-Absteiger SG Ehrenberg und Hessenliga-Absteiger SV Neuhof hätten die Chance gehabt, einen Titel im Bitburger-Kreispokal einzufahren und sich so für den Bitburger-Hessenpokal zu qualifizieren. Doch alles kam anders. Die Ehrenberger Spieler und Trainer Meik Voll haben sich zwischen 17.45 und 17.50 Uhr auf dem Sportplatz in Seiferts eingefunden. Mit Spannung warteten sie seitdem auf die Spieler des SV Neuhof, doch die sollten nicht erscheinen. Weder um 19 Uhr zum eigentlichen Anpfiff, noch später. So viel sei vorweggenommen.

Bitburger-Kreispokal: Neuhof tritt nicht an, Ehrenberg im Finale

„Wir hatten so eine Situation noch nie erlebt. Das Fairplay hat massiv gelitten - es ist ein Schlag in das Gesicht des Amateurfußballs“, sagte Udo Wischniewski aus dem Führungsteam der Ehrenberger. Denn es war alles bereitet für einen möglicherweise langen Pokalabend: Der Platz befindet sich in einem top Zustand, die Würstchen wurden geliefert und auch für Getränke war gesorgt. „Wir haben so keine Freude an dem Einzug ins Finale. Die Umstände haben einen Beigeschmack“, meinte Wischniewski. Denn wegen des Nicht-Antritts des SV Neuhofs steht die SG Ehrenberg nun kampflos im Finale des Bitburger-Kreispokals.

Etwa 35 Minuten vor Spielbeginn war das Schiedsrichtergespann um Tim Weinrich (RSV Petersberg) auf dem Sportplatz angekommen. Eine Situation wie diese hätten die Referees allerdings noch nicht erlebt. Auch einige Zuschauer fanden den Weg zum Sportplatz. Unter ihnen war aber keiner mit einem Outfit des SVN. „Wir haben Helfer eingeteilt, Würstchen bestellt und uns um Getränke gekümmert, weil wir fest davon ausgegangen sind, dass wir heute spielen“, ärgerte sich Wischniewski. Bei jedem Auto wuchs die Spannung, aber es erschien kein Spieler oder Verantwortlicher des SVN.

SG Ehrenberg will dem Pokal im Finale gerecht werden

Grund für die Absage seitens des SV Neuhof ist, dass neben Trainer Alexander Bär zahlreiche Spieler im Urlaub weilen, nur noch eine Handvoll Akteure aus dem Kader der ersten Mannschaft zur Verfügung stehen würde. Bei der SG Ehrenberg wurde indes ein Spieler aus Hannover kontaktiert, andere mussten früher von der Arbeit gehen oder kamen wegen des Studiums aus anderen Städten angefahren. Einige Spieler waren bereits im Urlaub, dennoch stand beziehungsweise hätte eine schlagkräftige Truppe auf dem Platz gestanden.

Wie Michael Böhm aus dem Vorstandsteam des SVN verkündet, habe es eine Terminabsprache mit der SG Ehrenberg, so wie es deren Trainer Meik Voll sagte, nie gegeben . Wischniewski hingegen sagte, dass man seit Donnerstag versucht habe, Kontakt mit dem SVN aufzunehmen, aber keine Antwort erhalten habe.

Zudem wäre es nicht so, dass der SV Neuhof seine Mannschaft aus dem Wettbewerb zurückziehen würde, wie es die SG Johannesberg machte, die im Viertelfinale gegen den SV Flieden nicht mehr antrat. Nun bleibt zu hoffen, dass mindestens das Finale normal über die Bühne geht. „Wir werden alles versuchen und wollen dem Pokal gerecht werden. Wir haben einen Mannschaftabend am Freitag und gucken dann, wie es weitergeht“, berichtete Wischniewski abschließend.

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