Denkwürdige Kreispokalsaison – und das Finale steht dem in nichts nach

15. Juli 2023, 21:43 Uhr

Mit Ecken und Kanten: Horas-Akteur Edin Hazbic versucht in dieser Szene Ehrenbergs Maximilian Heim festzuhalten. Adam Nait Slimani nimmt den Ball auf und Daniel Heil beobachtet alles. © Charlie Rolff

Die SG Ehrenberg ist Bitburger-Kreispokalsieger und die denkwürdige Saison 2022/2023 hat damit endlich ein Ende gefunden. In einem Krimi siegten die Rhöner mit 6:4 nach Elfmeterschießen gegen Gruppenliga-Kontrahent FV Horas.

Erstmaliger Kreispokalsieger und Hessenpokalteilnehmer. Die SG Ehrenberg hat am 15. Juli 2023 einen neues Kapitel zu seiner Vereinsgeschichte hinzugefügt und erstmals den Cup im Kreis Fulda gewonnen. Auf Sportgelände in Horas – nach den Umbauarbeiten der maroden und einsturzgefährdeten Mauer fand erstmals seit 2021 wieder ein Pflichtspiel dort statt – sorgte eine zweite Halbzeit in typischer Ehrenberger Manier dafür. Was gemeint ist? Die SGE brachte nach Wiederanpfiff die typischen Tugenden auf den Platz. Kampf und Wille waren nun erkennbar. Kurzum: Ehrenberg veränderte in den zweiten 45 Minuten das eigene Spiel komplett im Vergleich zur ersten Halbzeit und überraschte damit alle 144 Anwesenden.

Denkwürdige Kreispokalsaison – und das Finale steht dem in nichts nach

Denn in der Halbzeitpause schien klar, dass der FV Horas sich den Titel schnappen würde. Mindestens eine Klasse besser war der FVH, führte folgerichtig mit 3:0 und ließ damit einen kleinen Spalt für Ehrenberg offen. Und diesen nutzte die SGE, wenngleich es lange Zeit brauchte, ehe das 1:3 fiel (74.). Es passte ins Bild dieser von Querelen geprägten Pokalsaison , dass Moritz Röder mit dem Abpfiff zum vielumjubelten 3:3 einschob, nachdem die Defensive des FVH schlecht kommunizierte. Direkt danach war Schluss, im Elfmeterschießen scheiterte Horas doppelt an Ehrenbergs Keeper Marcel Meinecke und zudem stand der Pfosten im Weg.

„Es ist schwierig, Worte zu finden“, resümierte Horas-Coach Sejo Kolic. Dabei konnte er in der Halbzeitpause seiner Elf keinen Vorwurf machen. „Es hat alles funktioniert. Wir haben drei Tore geschossen, die wir genau so trainiert haben. Die Abläufe waren da, das Stellungsspiel war vorhanden. Dann lassen wir direkt nach der Pause einen Hochkaräter liegen und plötzlich ist die komplette Einstellung weg. Da kannst du von außen dann rufen, was du willst.“ Die Geschehnisse kurz verdauen musste Ehrenbergs Spielertrainer Daniel Heil, der in erster Linie an das große Ganze dachte. „Diese Pokalsaison verlief unglaublich. Jetzt haben wir das Ding gewonnen mit einer Mannschaft, die so fast noch nie zusammen spielte und sich erst noch finden muss. Nicht nur die heutige Mannschaft, sondern auch die ganzen Jungs, die nicht mehr da sind, haben sich den Sieg verdient“, fasste Heil zusammen. Dass der Abend in der Rhön länger werden dürfte, war aus dem Kreis der Mannschaft nach Abpfiff des Öfteren zu vernehmen.

Die Statistik: FV Horas: Schäfer; Haidari, Hazbic, Remic, Xhaferi – Slimani, Hack – Lacis, Wilde, Laketic – Görner (Phiri, Habte, Schmidt). SG Ehrenberg: Meinecke; Hartung, Jestädt, Keidel, Vorndran – Diel, Heil, Dinkel, Ma. Schäfer – Heim, Greifzu (Röder, Menz, Goldbach). Schiedsrichterin: Sabine Stadler (SV Gläserzell). Zuschauer: 144. Tore: 1:0 Mevlan Xhaferi (15.), 2:0 Johannes Hack (16.), 3:0 Daniel Wilde (36.), 3:1 Maximilian Heim (74.), 3:2 Christopher Goldbach (87.), 3:3 Moritz Röder (90.+6). Zeitstrafe: Edin Hazbic (Horas). Elfmeterschießen: 4:3 Radek Görner, 4:4 Christopher Goldbach, Marcel Meinecke pariert gegen Daniel Wilde, 4:5 Julian Keidel, Marcel Meinecke pariert gegen Viktor Laketic, 4:6 Moritz Röder, Amir Remic schießt an den Pfosten.