Eintracht in Fulda: Carsten Dücker pfeift emotionales Highlight

20. Juli 2023, 08:08 Uhr

Carsten Dücker darf am Samstag das Spiel der Eintracht in Fulda leiten. © Charlie Rolff

Das Freundschaftsspiel zwischen Regionalligist SG Barockstadt und Bundesligist Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr) in der Johannisau wirft seine Schatten voraus und wird für Schiedsrichter Carsten Dücker das größte Spiel seiner langen und erfolgreichen Laufbahn. 

„Ich musste zweimal gucken und dann habe ich mich einfach riesig gefreut“, berichtet Dücker, der über seinen Spielauftrag für Samstag per E-Mail erfuhr. Verbandsschiedsrichter-Obmann Gerd Schugard (Dipperz) ist für solcherlei Spiele zuständig und versuchte offensichtlich Dückers langer Laufbahn noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen: „Ich jedenfalls bin dankbar und finde, dass das eine Anerkennung ist“, sagt Dücker, der auf seine letzte Saison als Verbandsliga-Schiedsrichter zusteuert, nachdem er bis vor einem Jahr noch Hessenliga gepfiffen hatte.

Eintracht in Fulda: Carsten Dücker pfeift emotionales Highlight

Ganz an den Nagel will Dücker, der für die TSG Mackenzell pfeift und dessen Vater Hermann vor Jahrzehnten als Schiedsrichter-Assistent gar im Europapokal im Einsatz war, die Pfeife nicht Nagel hängen. Zu sehr liebt er sein Hobby, bei dem er nicht zu den „Kartenspielern“ zählt, sondern manch heikle Situation lieber mit einem Spruch klärt – ohne das Regelwerk zu beugen. 

Das hat ihm auch schon in Osthessen einige Einsätze verschafft, auf die er liebend gern zurückschaut: Beim Hessenliga-Derby zwischen dem TSV Lehnerz und Borussia Fulda stand Dücker als Assistent von Timo Wlodarczak an der Linie und erlebte vor 4500 Zuschauern den 2:1-Sieg des TSV mit. Auch bei Eintracht Frankfurt war Dücker bereits im Einsatz, als die SGE 2009 in Burghaun vor 3200 Besuchern 13:0 gegen eine Auswahl aus dem Hünfelder Altkreis gewann. Schiedsrichter war Stefan Zahn (Wölf), Dücker assistierte ihm. Nikos Liberopoulos traf weiland fünfmal für die Eintracht, Martin Fenin gelang ein Dreierpack. Lang ist’s her. 

Diesmal könnten die Torschützen Randal Kolo Muani, Mario Götze und Co. heißen. Da ist auch Dücker aufgeregt und gibt zu, „dass da in den vergangenen Wochen ein paar Laufeinheiten hinzugekommen sind, die nicht geplant waren. Das Tempo wird super intensiv werden, auch für mich. Respekt sollte man als Schiedsrichter vor jedem Spiel haben, aber diesmal ist es natürlich noch einmal anders.“ Nicht zuletzt, weil das in Windeseile ausverkaufte Freundschaftsspiel sogar auf dem Pay-TV-Sender „Sky“ live übertragen wird.

Für Dücker, der von Lukas Heckener (SV Welkers) und Aaron Fritz (TSV Weyhers) an den Seitenlinien Unterstützung erhalten wird, spielt aber auch eine andere Tatsache eine Rolle. Dücker ist Eintracht-Sympathiesant, kann sich noch an ein ganz besonderes Spiel im Waldstadion erinnern, als die Eintracht 1994 im UEFA-Pokal 1:0 gegen den SSC Neapel gewann. Dücker war im Stadion und geht auch heute noch ab und an hin, wenn es denn die Zeit erlaubt. Die Stimmung, so viel steht für den Silgeser fest, sei noch immer unübertroffen bei Spielen der SGE.

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