Magische Eintracht – und Jannik Horz war ein Teil davon
Jannik Horz hat einige „magische Nächte“ mit Eintracht Frankfurt erlebt. Nun fiebert der neue Keeper der SG Barockstadt dem Spiel gegen seinen Ex-Club entgegen. © Ralph Kraus
Erst 20 Jahre ist Jannik Horz alt und seit einigen Wochen in Fulda heimisch. Nach dem Karriereende von Tobias Wolf bildet er mir Samuel Zapico und Jannis Maul das Torwart-Trio. Sein Eindruck der neuen Heimat? „In Fulda kann man sich wohlfühlen“, sagt er kurzum. Startschwierigkeiten habe er nicht, wenngleich er aufgrund der Vorbereitung nicht allzu viel Freizeit genießen darf. Seine neuen Mitspieler sieht er nahezu täglich, zudem lebt Horz in einer WG mit Dennis Owusu sowie Offensiv-Zugang Gal Grobelnik.
Magische Eintracht – und Jannik Horz war ein Teil davon
Dass er nur wenige Wochen nach seinem Abgang auf seinen ehemaligen Verein trifft, ist für ihn ein Glücksfall. Denn Horz stellt klar, dass die Zeit bei der SGE ganz besonders war. Sechs Jahre spielte er mit dem Adler auf der Brust und sah sich den ganz Großen der Fußballwelt gegenüber. Als Juniorenspieler reiste Horz als dritter Torwart mit den Profis durch Europa, durfte dadurch die famose Saison in der Europa League samt Titelgewinn und Champions-League-Nächste im darauffolgenden Jahr miterleben. Das Team gewann in den vergangenen Jahren viele Herzen, Jannik Horz war ein Teil dieser „magischen Nächte“, wie er selbst sagt. „Als kleines Kind und Eintracht -Fan hast du den Traum, irgendwann auf dem Rasen dabei zu sein. Dennoch hätte ich nie erträumen können, dass ich jemals ein Teil davon sein darf“, schildert der junge Keeper.
Stadien wie das Camp Nou in Barcelona inklusive des 3:2-Erfolgs an seinem 19. Geburtstag oder das Stadio Diego Armando Maradona in Neapel bleiben ihm ewig im Gedächtnis. „Du kommst in Neapel ins Stadion, ausverkauftes Haus, Champions-League-Hymne und heißblütige italienische Fans. Die singen so enthusiastisch. Mal leise, mal laut“, blickt Horz zurück, der dabei mehrfach Gänsehaut bekam. Neben den Erinnerungen profitiert Horz allen voran in seiner Weiterentwicklung davon. „Dadurch ist ein Spieler ein Stück weit abgeholter. Spiele wie das heutige vor 5000 Zuschauern geht man besser an, weil man große Kulissen schon kennt. Zugleich sind die Erfahrungen auch der Lohn für harte Arbeit. Jedenfalls bin ich froh, dass ich schon in jungen Jahren solche Momente erleben durfte.“
SG Barockstadt: Jannik Horz freut sich auf die Aufgabe in der Regionalliga Südwest
Das all die Erlebnisse schön sind, ist die eine Seite. Horz, zudem jüngst Hessenliga-Meister mit der U21 der SGE geworden, aber macht im Gespräch klar, dass er viel lieber mit der SG Barockstadt in die Zukunft schaut. Im Team herrsche eine „richtig gute Stimmung“, was ebenfalls an einer guten Vorbereitung liegt. „Das Arbeitsklima passt. Es ist richtig zu spüren, wie wir uns untereinander verstehen und als Einheit fungieren. Das trägt dazu bei, dass Mechanismen Tag für Tag mehr greifen. Ich bin mir sicher, dass wir den Plan des Trainers bis zum Saisonstart umsetzen können“, erläutert der 20-Jährige, der mit dem Erlebten aus den zurückliegenden Jahren seinen Teil dazu beitragen möchte, dass die SGB sich professioneller aufstellt, aber ebenfalls betont: „Ich versuche zu helfen, doch mit 20 Jahren kann ich den älteren Spielern keine Weisheiten mitgeben.“

