Nach 270 Minuten wieder geerdet

14. August 2023, 14:12 Uhr

Simon Schlosser und der FSV Pfordt haben auf harte Weise gemerkt, wie die Kreisoberliga funktioniert. © Memento36

Der Aufstieg in die Kreisoberliga war vor rund zwei Monaten der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte des FSV Pfordt. Der Start ins Abenteuer hat dem FSV gezeigt: Die Realität kann manchmal brutal sein. 

3:8 an Spieltag eins, 0:0 an Spieltag zwei, 0:6 an Spieltag drei. Nach 270 Spielminuten in der Kreisoberliga Mitte ist Pfordt wieder geerdet. Der neue Trainer Timo Peikert macht daraus keinen Hehl. Dabei kann er nach dem gestrigen 0:6 gegen Müs – zumindest für die erste Halbzeit – keinen Vorwurf machen. Pfordt stand defensiv geordnet und setzte Nadelstiche nach vorne. Einmal stand der Pfosten im Weg, während das Glück auch defensiv einen Bogen um den FSV machte.

Kreisoberliga: FSV Pfordt nach 270 Minuten wieder geerdet

Denn Müs erhielt einen Handelfmeter. „Weil unser Spieler den Ball aus 30 Zentimetern an den Arm bekommt. Da kannst du als Spieler nicht reagieren. Die Regeln sind halt so, aber das kann nicht im Sinne des Sports sein“, sagte Peikert, dessen Elf die Abgezocktheit fehlt. „In der Kreisoberliga geht es dann doch anders zu als in der A-Liga. Das merken die Jungs gerade auf die harte Weise. Wenn wir dann noch einen Doppelspieltag absolvieren müssen, wird es noch härter, denn unser Spiel ist kraftintensiv. Ab Minute 60 war es gegen Müs Einbahnstraßenfußball, weil wir platt waren und Müs individuell dann doch mit einem Maurice Weitzel richtig gut aufgestellt ist“, meinte der Trainer, der mit einem kaputten Kreuzband, Meniskus- und Knorpelschaden noch das gesamte Jahr ausfällt. Abschreiben mag er seine Mannschaft in der Kreisoberliga aber längst nicht: „Irgendwann stoßen wir den Bock um, ziehen das Glück auf unsere Seite. Wir glauben daran, jeder möchte in der höheren Liga Fuß fassen .“

Nicht nur Pfordt, sondern auch die Mitaufsteiger Schmalnau/Hettenhausen (0:3 gegen Pilgerzell) und Borussia Fulda (1:2 bei Hofbieber) hatten nichts zu bestellen. Im Gegensatz zur FT Fulda : Der Gruppenligaabsteiger sackte gegen Edelzell/Engelhelms den ersten Sieg ein. Beim 2:1 trafen mit Steffen Kollmann und Roman Prokopenko zwei Kollegen der Torgranate aufeinander. Einen angenehmeren Abend erlebte Kollmann, der mit den Turnern in der Nachspielzeit beim FT-Debüt vom ehemaligen Spielertrainer von Stockhausen/Blankenau, Christopher Erb, siegte. Kurios: Kirles Issac markierte den Siegtreffer. Issac schloss sich erst im April FT an, als Prokopenko ihn zum Verein gelotst hatte. Nun fügte er Prokopenko die zweite Niederlage als Trainer von Edelzell/Engelhelms zu.