Glaswurf in Schwarzenfels: Das geht wohl vors Gericht
Zwölf Gelbe Karten, drei Zeitstrafen und eine Rote Karte allein in der zweiten Halbzeit ließen die Emotionen in Schwarzenfels übers Limit überkochen. © Robert Michael/dpa
Damit wären die Ereignisse auf und neben dem Schwarzenfelser Sportplatz just zur Schwarzenfelser Kirmes mutmaßlich ebenso unzureichend wie wohlwollend beschrieben. Nicht zuletzt Unmut über die Schiedsrichterleistung stand wohl im Mittelpunkt der Ereignisse. Jedenfalls endete in Schwarzenfels ein Spiel 2:2, das zuvor jede Menge an Gereiztheit, Ärger, Wut und Beschimpfungen, Verwarnungen, Zeitstrafen und eine Rote Karte nach sich zog. Zu allem Überfluss steht nach Spielschluss der Glaswurf eines heimischen Zuschauers aus dem Kreis der Schwarzenfelser Kerbburschen (dem „Bloo“) im Raum, der zu einer Schnittwunde am Knie von Tim Emrulla von der SG Oberkalbach geführt haben soll, die anschließend offenbar notärztlich versorgt werden musste.
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In Anbetracht von recht angeheizter und aggressiver Stimmung, die sowohl innerhalb als auch außerhalb des Spielfeldes von der ersten Minute an geherrscht haben soll, seien, wie die Kinzigtal Nachrichten in Erfahrung brachten, zwei Offizielle der SG Mottgers/Schwarzenfels bereits in der ersten Halbzeit vom Unparteiischen wegen lauthalser Äußerungen des Feldes verwiesen worden. Das Ganze schaukelte sich im zweiten Spielabschnitt derart hoch, dass der Schiedsrichter, dem das Spiel nach Aussage mehrerer Beobachter aus den Händen zu gleiten schien, allein in den zweiten 45 Minuten zwölf Gelbe Karten verteilte (davon fünf für die Heimmannschaft), drei Zeitstrafen aussprach (zwei für die Heimelf) und fünf Minuten nach (!) dem Abpfiff auch noch die Rote Karte für den Oberkalbacher Kamyar Koohestani zückte.
Damit nicht genug: Mottgers/Schwarzenfels markierte in der sechsten Minute der Nachspielzeit, die an Turbulenzen schwer zu überbieten war, durch Robin Grau das 2:2, was nach einem derart zerfahrenen Spiel und hochgekochter Atmosphäre den Unmut des mitgereisten Oberkalbacher Anhangs zumindest in Ansätzen verständlich erscheinen ließ. Verbale Auseinandersetzungen unter Zuschauern und Spielern beider Lager nach dem Schlusspfiff mündeten letztlich, so Aussage aus beiden Lagern, in minderschwere Rangeleien, die von beiden Seiten nicht mehr besonders hervorzuheben waren. Auch habe sich die Mottgerser Vorstandschaft bei den Gästen aus Oberkalbach für die unrühmlichen Vorgänge, in erster Linie auch für den folgenschweren Glaswurf, entschuldigt.
Was den wahren Ablauf der Geschehnisse, vor allem nach dem Schlusspfiff angeht, bleibt den Beteiligten vorbehalten. So wird es die Aufgabe der (Sport)Gerichtsbarkeit sein, nach eingehender Prüfung des Spielberichtes die Vorgänge noch einmal eingehend unter die Lupe zu nehmen. / khw


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