Den alten Freunden einen einschenken
Leon Petö jubelt mittlerweile im Trikot der SG Barockstadt und freut sich auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Verein FSV Mainz 05. © Charlie Rolff
Aufreizend jubelte Leon Petö nach seinem Ausgleichstreffer in Kassel vor der Haupttribüne. Die Arme ausgebreitet, im Stile von Jude Bellingham. „Kann man machen, muss man aber nicht“, waren in jenem Moment die Worte von Ex-Profi und KSV-Geschäftsführer Sören Gonther, während der Torschütze sich „von Emotionen leiten ließ“. Petös zweites Saisontor sollte am Ende keinen Punkt bringen. Der 21-Jährige belebte zumindest kurzzeitig das Spiel, denn im Vergleich zu seinen Mitspielern suchte er den Abschluss nach seiner Einwechslung. Am Samstag (14 Uhr) hofft er wieder auf einen Startelfeinsatz. Sein Ex-Verein ist in der Johannisau zu Gast.
SG Barockstadt: Leon Petö sieht Mainzer Ex-Kollegen wieder
Wen er zuerst begrüßt? „Juraj Hartmann“, sprudelt es aus Petö heraus. Mit dem Kapitän der Mainzer U23 steht er nach wie vor sehr gut in Kontakt, drückte mit ihm drei Jahre die Schulbank und spielte zwei Jahre in der U23 zusammen. „Ich freue mich auf den Tag, wünsche den Jungs immer nur das Beste, doch die Punkte bleiben bei uns“, sagt Petö. Große Stücke hält er auf seinen Ex-Trainer Jan Siewert . Der ehemalige Premier-League-Coach sei menschlich ein super Typ, „und er erkundigte sich nach mir, als ich nach der Saison kurzzeitig vereinslos war“.
Mit Mainz verbindet Petö viel. „Ich bin dort erwachsen geworden“, erläutert der Mittelfeldspieler. Gerade 16 Jahre alt geworden, heuerte er bei den 05ern an, absolvierte sein Abitur in Mainz, wurde persönlich über fünf Jahre sehr geprägt und konnte sich zudem auf einem hohen Niveau fußballerisch entwickeln. Kurzum: Petö verbindet mit Mainz „viele positive Dinge“. Selbst bei den Bundesligaprofis schnupperte er schon Luft, beispielsweise im Spielerersatztraining oder bei Spielformen zwischen Profis und U23.
SG Barockstadt: Kassel-Spiel ist aus dem Kopf
Nun aber fasst er in Fulda Fuß – und das positive Gefühl hat er hier ebenfalls entdeckt. Erst wenige Tage vor dem ersten Ligaspiel verpflichtete ihn die SGB , „aber ich fühle mich seit dem ersten Eindruck innerhalb und außerhalb der Mannschaft sehr wohl. Es ist anders als in Mainz, denn dort herrscht ein extremer Konkurrenzkampf und jeder denkt an sich. Vielleicht liegt es daran, dass sie aktuell noch nicht in die Saison gefunden haben. Bei Barockstadt ist alles familiärer, jeder hilft sich untereinander und es wird geschlossen gehandelt. Wir arbeiten intensiv für den Erfolg.“
Nach der schlechtesten Halbzeit der Saison zuletzt in Kassel möchte die SG Barockstadt nun wieder ihr Spiel auf den Rasen bringen. „Wir wollen immer unsere offensiven Akzente setzen. Das ist uns in Kassel nicht gelungen. Wir sollten das Spiel schnell vergessen und nur die wichtigen Erkenntnisse mitnehmen“, meint der 21-Jährige, der selbst dazu beitragen möchte und dem Team mit Toren und guten Leistungen helfen möchte. Bleibt nur die Frage, ob Mainz ein Lieblingsgegner der SGB ist? Neben den zwei Ligaspielen in der vergangenen Saison testete die Elf von Sedat Gören schon drei Mal gegen den Bundesliganachwuchs. Man kennt sich gut untereinander. Aber: In allen fünf Duellen konnte Barockstadt nie als Sieger vom Platz gehen.

