2:4 - Steinbach leistet sich schlimme Böcke
Fehler, die der KSV Baunatal nutzt
Marco Motzkus war der ärmste Spieler am Feld: Seine Kollegen legten Baunatal die Treffer allesamt auf. Foto: Ralph Kraus
„Die ganze Zeit habe ich gesagt, dass wir uns für den Aufwand, den wir betreiben, einfach nicht belohnen. Mittlerweile sind wir aber soweit, dass wir uns sogar selbst bestrafen. Mindestens drei Toren gingen schlimme individuelle Fehler voraus, die dann in der Folge für die Mitspieler nicht mehr zu verteidigen waren. Vielleicht ist es auch wirklich eine Qualitätsfrage“, merkte man Steinbachs Coach Karl-Josef Müller die gesamte Niedergeschlagenheit nach der neuerlichen Pleite an.
Entscheidend waren die letzten Sekunden vor der Pause: Bis dahin hatte Baunatal die besseren Chancen und führte zunächst verdient durch den Treffer von Manuel Pforr. Mit seiner ersten richtigen Torchance glich Steinbach dann aber aus. Die halbe Miete des Treffers ging auf das Konto von Julian Rohde, der den Ball für Torschütze Daniel Hanslik klasse durchsteckte. Da schien es so, als sei Steinbach wieder voll im Rennen.
Doch innerhalb von 50 Sekunden machte Baunatal noch vor dem Wechsel den Deckel drauf. Erst zimmerte Ingmar Merle eine Freistoß aus 16 Metern mit einem Strahl von Schuss in den Giebel. So stark wie heute am Mühlengrund hatte man Merle im Trikot von Borussia Fulda letzte Runde nur selten gesehen. Direkt vom Anstoß weg kassierte der SVS dann den Knockout, als Pforr seinen zweiten Treffer erzielte.
Die Pausenansprache von Müller dauerte keine fünf Minuten, da stand der Trainer wieder am Spielfeldrand. Aber es schien zu fruchten, denn direkt nach Wiederbeginn hatten die Hausherren ihre beste Phase. Und wer weiß: Wäre Hansliks Ball ins Tor statt an den Pfosten gegangen, vielleicht wäre die Partie noch einmal gekippt (56.). So aber schoss Sasa Dimitrijevic vor dem 1:4 den nächsten Bock und das Match war endgültig entschieden.
„Ich habe heute eine Mannschaft gesehen, die unbedingt in Steinbach gewinnen wollte und die eine super Mentalität gezeigt hat“, freute sich Baunatals Trainer Tobias Nebe, der den Erfolg als „absolut gerecht“ ansah. „Vor der Pause konnte ich eigentlich nur die Chancenverwertung bemängeln. Zum Glück haben wir dann aber dennoch die Führung herausgeschossen.“
Indes kann man bei Steinbach hoffen, dass kommenden Samstag im Derby zumindest Torjäger Florian Münkel wieder mit an Bord ist. „Ich will diese Woche wieder voll trainieren und hoffe es hält alles. Ich wäre schon gerne in Fulda mit dabei“, sagte der 25-Jährige. / kr
SVSteinbach: Motzkus; Schwab (59. Petrasch), Schaub, Trabert, Dimitrijevic (80. Brehl), M. Wiegand, Paliatka (68. T. Wiegand), Kvaca, Hanslik, Rohde, Schleinig.
KSVBaunatal: Bielert; Krengel, Borgardt, Wolf, Szczygiel, Grashoff, Schrader, Samson, Merle (66. Üstün), Bravo-Sanchez (78. Ulas), Pforr (67.Lee).
Schiedsrichter: Marius Ulbrich (Phönix Düdelsheim).
Zuschauer: 200
Tore:
0:1 Manuel Pforr (35.),
1:1 Daniel Hanslil (41.)
1:2 Ingmar Merle (44.)
1:3 Manuel Pforr (45.)
1:4 Antonio Bravo-Sancez (64.)
2:4 Daniel Hanslik (86.)

