Absteiger auf dem Weg zurück nach oben?

23. Januar 2024, 09:47 Uhr

Während die TSG Lütter um Torjäger Kevin Muth (links) die Meisterschaft anvisiert, ist der TSV Rothemann um Tobias Rehm nach gutem Saisonstart im Tabellenmittelfeld gestrandet. © Charlie Rolff

Schon im April feierte die SG Bad Soden II in der vergangenen Saison die Meisterschaft in der Kreisoberliga Süd. Etwas spannender verspricht das Titelrennen in dieser Spielzeit zu werden.

Die Lage

Die Absteiger aus der Gruppenliga marschieren vorneweg: Die TSG Lütter und Spvgg. Hosenfeld führen nach dem ersten Halbjahr die Tabelle an. Dahinter folgt ein Quartett um die SG Rückers, FSG Vogelsberg, SG Huttengrund und SG Grimmstadt, das auf Ausrutscher der Konkurrenten hoffen darf.

Abgeschlagen im Tabellenkeller liegen die SG Magdlos und FSG Wartenberg, für die es ganz schwer wird, die Liga zu halten. Offener ist der Kampf um den Relegationsplatz: Platz 10 und 14 trennen gerade einmal fünf Punkte.

Top

Die Mannschaft, die sich im Vergleich zur Vorsaison am deutlichsten gesteigert hat, ist vermutlich die SG Rückers. Als Zehnter lief die Mannschaft von Christian Müller in der Vorsaison ein, nun ist sie als Dritter heißer Anwärter auf die Vizemeisterschaft. Überraschend gut läuft es zudem für die beiden Aufsteiger SV Welkers und SG Rommerz – beide dürften in der Restrunde wenig mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Was besonders aus Rommerzer Sicht überraschend kommt: Der letzte geschaffte Klassenerhalt auf Kreisoberliga-Ebene liegt fast 30 Jahre zurück.

Bei zwei weiteren Liganeulingen sieht es ebenfalls richtig gut aus – allerdings kommen Lütter und Hosenfeld nicht von unten, sondern von oben. Lütters souveräne Wintermeisterschaft ist dennoch hervorzuheben, da die Kaderdecke extrem dünn ist und mit Andreas Becker ein Schlüsselspieler schon seit Saisonstart verletzungsbedingt fehlt. Hosenfeld hat den Gruppenliga-Abstieg ebenfalls gut verkraftet – der neue Trainer Zlatko Radic darf sich insbesondere bei seinen beiden treffsicheren Neuzugängen Nikolcho Gorgiev (SG Kerzell, mit 25 Toren mit Abstand bester Torjäger) und Trajche Efremov (TSV Bachrain, 14 Treffer) für die starke Platzierung bedanken.

Flop

Der Gegenentwurf zur SG Rückers ist Nachbar SV Mittelkalbach, der als Vorjahresvierter um den Klassenerhalt kämpft – obwohl die Torausbeute mit 42 Treffern passt. Enttäuschend ist zudem der Leistungseinbruch des TSV Rothemann, der nach den ersten Saisonspielen noch nach einem Titelkandidaten aussah. Nach zwischenzeitlich sechs Spielen ohne Sieg ist der TSV im Mittelfeld angekommen.

Die einzigen beiden Vereine, die sich im Laufe der Hinrunde zu einem Trainerwechsel gezwungen sahen, stehen am Tabellenende. Bei der FSG Wartenberg musste Aufstiegstrainer Tim Krüger gehen, die SG Magdlos trennte sich früh von Peter Link. Es wäre eine große Überraschung, wenn einer aus dem Duo den Abstieg noch vermeiden könnte.

In Erinnerung bleibt

Beim einzigen zweistelligen Sieg der Saison war Wartenberg mittendrin. Welkers gewann mit 10:0 gegen das Schlusslicht. In Erinnerung blieben zudem einige Torwartprobleme: Da die Stammkeeper hier und da fehlten, mussten zeitweise ganz erfahrene Kräfte einspringen. In Rommerz half beispielsweise der 42-jährige Sascha Odenwald gegen Gundhelm/Hutten aus – und hielt seinen Kasten beim 1:0 prompt sauber. Sogar gleich sechsmal musste der 46-jährige Elvir Smajlovic ins Hosenfelder Tor gehen. Die Bilanz des früheren Hessenliga-Keepers kann sich mit 13 Punkten aus sechs Spielen ebenfalls sehen lassen.

Zahlenspiel

Apropos Alter: Marco Hühn von der SG Lauter kann es selbst mit 44 Jahren noch nicht lassen. Aber warum auch, schließlich glückten dem erfahrenen Angreifer in dieser Saison bereits fünf Tore. Gemessen an seiner Einsatzzeit ist Hühn sogar der effektivste Torjäger der ganzen Liga. Alle 33 Minuten glückt ihm ein Tor – da kann selbst Toptorjäger Nikolcho Gorgiev (alle 40 Minuten erfolgreich) nicht mithalten.

In Zukunft muss Hühn aber unter einem anderen Trainer spielen. Der dienstälteste Übungsleiter der Region, Sebastian Schmidt, hat sein Amt nach mehr als 14 Jahren niedergelegt . Ein eher unschönes Ende, schließlich wollten die Verantwortlichen der SGL die Saison gern mit dem 45-Jährigen beenden. Da sich der Verein aber für ein neues Trainerduo zur kommenden Spielzeit entschied, zog Schmidt in seiner 15. Saison die Reißleine.

Ausblick

Viel spricht dafür, dass Lütter als Meister direkt in die Gruppenliga zurückkehren wird. Die Mannschaft ist ziemlich erfahren, darf sich in der heißen Phase aber nicht so viele Ausfälle erlauben. Wenn noch jemand gefährlich werden kann, dann Hosenfeld – doch die Spvgg. darf den Blick in den Rückspiegel nicht vergessen. Rückers, Grimmstadt sowie die Vorjahres-Topteams Vogelsberg und Huttengrund sind noch voll im Rennen.

Im Tabellenkeller werden Wartenberg und Magdlos den Abstieg kaum vermeiden können. Spannender ist die Frage, wer in die Relegation muss. Löschenrod hat sich im Sturm mit Besfort Tafolli gut verstärkt, die SG Bellings/Hohenzell ist offensivschwach. Vielleicht der entscheidende Unterschied in der Restrunde.

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