An Dramatik nicht zu überbieten

Gruppenliga: Burghaun zeigt Moral ohne Ende

29. Oktober 2015, 18:23 Uhr

"Vielflieger" Riccardo Basile sah in der 22. Minute die Rote Karte. Foto: Ralph Kraus

Keine Frage: Was die knapp 300 Zuschauer am Abend in Burghaun geboten bekamen, ist an Dramatik nicht zu überbieten und kaum in Worte zu fassen. Trotz am Ende mit nur acht Spielern am Platz gewann Burghaun sein Gruppenligaspiel gegen Thalau mit 3:2 (2:0). Verdient.

Als Riccardo Basile in der 22. Minute wegen Nachtretens gegen Florian Storch vom Platz folg, schien die Geschichte des Spiels bereits in Stein gemeißelt, schließlich reiste der Verteidiger extra aus Berlin an. Von "Jetlag" über "Vielflieger" bis zu "Bonusmeilen" war am Spielfeldrand so ziemlich alles dabei, was das die Zuschauer zu Schenkelklopfern aller erster Güte hinreißen ließ.

Als Burghauns Stürmer Andreas Weber nach viel zu heftigem Einsteigen gegen David Grösch Basile 15 Minuten später Richtung Dusche folgte, dachte keiner daran, dass Burghaun das Spiel trotz 1:0-Führung gewinnen kann. Zur Halbzeit stand es aber plötzlich sogar 2:0. Erst traf der ganz starke Alban Hyseni nach langem Ball von Marius Ebert (3.), dann verwertete Nico Gavos einen Freistoß von Florian Dietzel (45.).

Weitere Chancen, wie die von Ebert aus der eigenen Hälfte, blieben sogar noch ungenutzt. "Wenn wir 3:0 führen, geht das auch in Ordnung", meinte Burghauns Trainer Uwe Hartmann nachher. Und musste stattdessen den Anschluss durch Daniel Zimmers krummen Schuss mitansehen (47.). Die Initialzündung für Thalau? Pustekuchen. "Wir habnen es nicht hinbekommen, das Spiel in die Breite zu ziehen. Haben uns außerdem beeindrucken lassen. Das war zu hart. Wir müssen morgen alle wieder arbeiten", resümierte Thalaus Trainer Jörg Meinhardt, der dennoch fair gratulierte: "Das war verdient."

Einerseits weil Burghaun auf dem kleinen B-Platz um jeden Zenitmeter kämpfte, als gäbe es kein Morgen mehr, andererseits weil Thalau die Tore zu billig kassierte. So auch das 3:1 durch Hyseni, als Michael Straub den Ball an der Außenlinie erkämpfte und Hyseni anschließend nicht mehr einzufangen war (54.). Es hätte aber nicht zum Spiel gepasst, wäre der FSV nicht noch mal rangekommen. Passenderweise durch ein Eigentor Niclas Deisenroths, der eine Bohl-Hereingabe einnetzte (80.). Dirk Kress war es anschließend, der blank vor Daniel Heinrich den Ausgleich vegab, Straub oder Gavos hätten auf der Gegenseite auch den Deckel drauf machen können.

Nicht vergessen darf man natürlcih die beiden Ampelkarten: Die gegen Thalaus André Leinweber war völlig unnötig, weil er Heinrich an der Torauslinie foulte. Die gegen Straub ob des Zeitpunkts nur noch eine Randnotiz. Nicht so die Roten Karten: "Ich habe mich schon bei Jörg Meinhardt entschuldigt. Das gehört nicht unbedingt auf den Sportplatz. Ansonsten war es aber nicht zu hart. Wir haben gefightet ohne Ende", sagte nachher Burghauns Kapitän Marius Ebert.

Für die Hitzigkeit sorgte natürlich auch der kleine, enge B-Platz. Gerade beim zweiten Feldverweis, direkt an der Außenlinie zwischen den provisorischen Ersatzbänken, gab es eine heftige Rudelbildung. Gegen Ende des Spiels standen die Zuschauer aufgrund der nicht vorhandenen Barriere teilweise auf der Seitenauslinie. Schiedsrichter Jeffrey Euchler (SV Herolz) hatte das Geschehen jedoch voll unter Kontrolle, zeigte vier berechtigte Platzverweise und ließ sich nicht von der Hektik anstecken.

Bei den Rot-Weißen musste in Mario Henning der Abwerchef passen. Der 25-Jährige unterzog sich ob anhaltender Knieprobleme einer MRT, da wurde aber nichts Dramatisches festgestellt. Da er aber noch ziemliche Schmerzen hat, wird er noch ein bisschen fehlen. Genau wie Christian Rehn, der sich einen Kapselriss zugezogen hat. Plus die beiden Rotsünder auf unbestimmte Dauer, könnte der Kader enger kaum noch sein.

Burghaun: Heinrich - van Thiel, N. Deisenroth, Basile - Dubowy, Basile - Straub, N. Gavos, Ebert - Hyseni (90.+3 Heppe), Weber.
Thalau: Herber - Grösch (42. Bohl), Baumann, Pfannstiel - Leinweber, Weichlein, Kücükler, Strom (69. Kapteina) - Zimmer, D. Kress, Storch.
Schiedsrichter: Jeffrey Euchler (SV Herolz). Zuschauer: 280. Tore: 1:0 Alban Hyseni (3.), 2:0 Nico Gavos (45.), 2:1 Daniel Zimmer (47.), 3:1 Alban Hyseni (54.), 3:2 Niclas Deisenroth (80., Eigentor). Rote Karten: Riccardo Basile wegen Nachtretens (22.), Andreas Weber (beide Burghaun) wegen groben Foulspiels (37.). Gelb-Rote-Karten: André Leinweber (69., Thalau), Michael Straub (90.+2, Burghaun).

Autor: Johannes Götze

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