Andreas Pelka übernimmt den VfB Friedberg

Gruppenliga Frankfurt West: Nachfolger von Jürgen Ohl gefunden

29. März 2017, 11:30 Uhr

Andreas Pelka übernimmt im Sommer den VfB Friedberg. Foto: Jörg Schulz.

Beim VfB Friedberg, dem derzeitigen Tabellendritten der Gruppenliga Frankfurt West, sind jetzt schon die Weichen für die kommende Saison gestellt worden. Da Erfolgstrainer Jürgen Ohl sein Amt am Friedberger Burgfeld zum Saisonende niederlegt, konnten die Wetterauer mit Andreas Pelka einen renommierten Nachfolger präsentieren.

Angesichts der Tatsache, dass Pelka über vier Jahre lang den damaligen Gruppenligisten SV Nieder-Wöllstadt trainierte, "bin ich in der Wetterau nicht ganz fremd", wie der Coach anmerkt. Der Kontakt sei durch den noch amtierenden Trainer Jürgen Ohl entstanden, auf dessen Empfehlung hin sich die Verantwortlichen "sehr um mich bemüht haben", wie Pelka das Zustandekommen seines Engagements in der Kreisstadt kurz und bündig erklärt. Nach seinem Rückzug in Nieder-Wöllstadt, wo er auch seinen Sohn Tim unter seinen Fittichen hatte, der mittlerweile in der Verbandsliga Süd bei der Usinger TSG aktiv ist, übernahm Pelka im Spätsommer 2014 den FC Germania Enkheim in einer schwierigen Situation. Die Klub aus dem Frankfurter Osten war nach sieben Jahren aus der Gruppenliga Frankfurt West in die Kreisoberliga Frankfurt abgestürzt und stand vor einem Neuaufbau. Dazu kam, dass der erst kürzlich vom FV Hausen verpflichtete neue Trainer Gökhan Saatci sein Amt nicht wahrnehmen konnte, weil er aufgrund eines beruflichen Angebotes aus München die Mainmetropole kurzfristig verlassen hatte.

So fiel die Wahl des Sportlichen Leiters Horst Menje auf Pelka, der die Enkheimer mitten in der Vorbereitung übernahm. Nach einer durchwachsenen Vorrunde sah es im Winter mit Rang sieben nicht nach dem direkten Wiederaufstieg aus, doch die Enkheimer wurden in einem Endspurt noch Vizemeister und setzten sich in der Aufstiegsrunde gegen den SKV Beienheim (1:2) und den 1. FC 09 Oberstedten (3:0) durch und feierten den Wiederaufstieg. In der Saison 2015/16 gelang Pelka mit den Enkheimern mit Rang zehn der sichere Klassenerhalt. Nachdem die Germania durch eine Negativserie im November 2016 auf einen Abstiegsplatz abgerutscht war, warf Pelka das Handtuch und trat zurück, obwohl der Verein laut Aussagen des Sportlichen Leiters Horst Menje den Trainer gar nicht loswerden wollte.

Torjägerduo Yasaroglu und Patzwald bleibt am Burgfeld

Nun also die Entscheidung pro VfB Friedberg. Der Aufsteiger sorgt in dieser Saison für Furore und belegt derzeit Rang drei und dürfte mit 41 Punkten den Klassenerhalt schon sicher haben. "Die Zielsetzung ist mittelfristig aber kleinere Brötchen zu backen und es ist uns klar, dass das kein Dauerzustand sein wird", sagt Pelka. Langfristig verfolge der Verein das Ziel, sich in der Gruppenliga zu etablieren. "Wir wissen aber, dass das zweite Jahr immer schwerer wird als das erste", warnt Pelka trotz des momentanen Höhenflugs der Friedberger. Die Mannschaft bleibe soweit zusammen, auch die beiden Torjäger Salih Yasaroglu (18 Tore) und Waldemar Patzwald (16 Tore), die zusammen 34 von 49 VfB-Tore markiert haben, haben bereits ihre Zusage für die neue Saison am Burgfeld gegeben. Eine traditionsreiche Spielstätte, bedenkt man, dass der VfB Friedberg 1958 süddeutscher Amateurmeister war und Anfang der Sechziger Jahre auch in der damals zweitklasssigen 2. Oberliga Süd vertreten war.

"Derzeit spielen wir die erfolgreichste Saison seit der damaligen Zeit", sagt Carsten Lesiak, der Spielausschuss-Vorsitzende des VfB, verdeutlicht aber auch: "Alles weitere ist jetzt Bonus, wir rechnen nicht damit, dass wir Zweiter werden". Mit Pelka denken die Verantwortlichen eine gute Wahl getroffen zu haben. "Es gab ein gutes Feedback aus Nieder-Wöllstadt und als A-Lizenz-Inhaber nimmt Pelka stets an Fortbildungen teil und wendet die neuesten Trainingsmethoden an", erklärt Lesiak, warum die Wahl auf den in Oberursel wohnenden Frankfurter fiel. "Das Team hat bislang sensationelles geleistet. Die Stimmung ist sehr gut, wir gehen aber jetzt personell auf dem Zahnfleisch. Somit geht unser Blick nicht nach oben. Es gibt in der Gruppenliga spielerisch viel bessere Mannschaften als wir", verdeutlicht Lesiak abschließend.

Autor: Pedro Acebes