Andrijasevic: „Vor uns muss niemand Angst haben“
FT Fulda schleicht sich von hinten heran – und stapelt tief
16 Punkte stehen nach neun Begegnungen auf der Habenseite, damit hat der älteste Verein Fuldas zwei Spiele weniger als Spitzenreiter Elters/Eckweisbach/Schwarzbach absolviert. Gewinnen die Turner jene Begegnungen, so schrumpft der Abstand auf zwei Zähler. „Diese Spiele müssen wir aber erst einmal gewinnen. Derzeit haben wir ganz andere Probleme“, erklärt Andrijasevic, der – wie so viele Trainer der Region – mit der personellen Situation zu kämpfen hat.
„Vor uns braucht derzeit niemand Angst haben. Auf dem Papier stehen mir zwar 21 Feldspieler zur Verfügung, in der Realität habe ich aber Woche für Woche Schwierigkeiten, elf Mann plus drei Ersatzspieler zusammenzubekommen“, erklärt Andrijasevic, der die neue Generation der Spieler nicht ganz verstehen kann, es aber akzeptiert. „Mir bleibt ja nichts anderes übrig. Es ist inzwischen in allen Ligen zur Normalität geworden, dass Spieler während der Saison in den Urlaub fahren. Wenn ich wie zu meiner aktiven Zeit durchgreifen würde, hätte ich nur noch sechs Mann.“
Deutlich werde das vor allem an der Tatsache, dass Andrijasevic mit seinen 41 Jahren dem eigenen Kader bereits fünfmal angehörte – und dreimal sogar zum Einsatz kam. „Das mache ich in Zukunft aber nicht mehr. Ich kann ja kaum laufen, das macht niemandem Spaß. Auch nicht den Zuschauern“, nimmt der Ex-Künzeller es mit Humor. Dennoch hat seine Mannschaft trotz des personellen Engpasses den Kontakt zur Tabellenspitze gewahrt.
Zum Prunkstück hat sich in dieser Saison die Defensive entwickelt, die in den vergangenen fünf Begegnungen nur einen Gegentreffer hinnehmen musste. „Weil wir im Verbund besser verteidigen und mit Sebastian Hüter einen derzeit bärenstarken Keeper haben“, lobt Andrijasevic, der seine Mannschaft nicht zum Favoritenkreis dazu zählen möchte. Und das obwohl die Liga nach der Einschätzung des Coaches schwächer als im Vorjahr sei.
Bestand hat auch noch das vor vier Jahren ausgerufene mittelfristige Ziel Gruppenliga. „Es ist in der Region nun einmal die attraktivste Liga. Ob wir das in den nächsten Jahren realisieren können, wird sich zeigen“, sagt Andrijasevic, der nicht ausschließen möchte, bei den Turnern in eine fünfte gemeinsame Spielzeit zu gehen. „Ich arbeite gerne dort, wo ich mich wohlfühle. Im Fußball weißt du aber nie, was passiert“, so der Kroate, der derzeit daran arbeitet, die Trainer-B-Lizenz zu erwerben. „Die ist für die Gruppenliga nicht unbedingt notwendig. Ich will mich einfach fortbilden, zumal in meiner Trainerlaufbahn noch genug Zeit habe.“
Beendet hat Timo Lofink hingegen seine erste Station als Spielertrainer bei Ligakonkurrent FV Horas, derzeit hält sich der Ex-Lehnerzer bei FT Fulda fit, mit denen er im Sommer 2014 den Sprung in die Kreisoberliga schaffte. „Wir sind ganz befreundet, haben uns aber noch nicht darüber unterhalten, wie es für ihn nach der Winterpause weitergeht. Dass ich mich freuen würde, wenn er wieder unser Trikot überstreifen würde, ist doch völlig klar. Aber Timo soll das in aller Ruhe entscheiden und sich dabei überhaupt keinen Druck machen.“

