„Aufstieg, und bitte vorm HSV“

Auf einen Glühwein mit Marcel Schmitt

20. Dezember 2018, 15:59 Uhr

Zwei, die Designerbrillen tragen können: Torgranate-Redakteur Christian Halling (links) und Marcel Schmitt. Foto: Tobias Konrad

Nach 13 Jahren im Trainergeschäft hat sich Marcel Schmitt nach Stationen in Mackenzell, Steinau und Kirchhasel im Sommer für einen Cut entschieden und pausiert seitdem. Doch auch in der vorübergehenden Fußballrente lässt den Hünfelder sein Lieblingssport nicht los, dafür sorgen der Herzens- und der Ex-Verein des 42-Jährigen.

Wie haben Sie das für Sie fußballerisch einschneidende Jahr 2018 erlebt?

Ich habe es geschafft, mir nach 13 Jahren die erhoffte Pause vom Trainergeschäft zu nehmen. Und ich muss sagen: Es tut meiner Familie und mir gut. Natürlich bin ich trotzdem noch oft am Fußballplatz, habe dreimal bei Kirchhasel ausgeholfen, weil es der Germania sportlich derzeit nicht so gut geht. Ich fühle mich dort weiterhin sehr wohl und helfe entsprechend gerne, wenn Not am Mann ist. Dazu hatten wir schöne Events bei den Alten Herren von Hünfeld, für die ich noch spiele, mit dem Hessenpokal oder dem Traditionsspiel gegen Borussia. Für meinen Lieblingsclub 1. FC Köln ist es leider, wie für Kirchhasel auch, ein schweres Jahr gewesen. Auf die Euphorie mit dem Europapokaleinzug folgte der Dämpfer mit dem Abstieg in die Zweite Liga.

Wenn man Ihre Trainerstationen in Mackenzell, Steinau und Kirchhasel so durchgeht, fällt auf, dass es bei den Mannschaften nach ihrem jeweiligen Abgang immer abwärts ging ...

Ja, komischerweise ist das so. Bei Mackenzell ging es eine Liga tiefer, Steinau/Steinhaus steht in der Kreisoberliga auf der Kippe und auch Kirchhasel macht keine einfachen Zeiten durch. Insbesondere bei der Germania hat das aber nichts mit meiner Person zu tun. Der Kader hat sich nicht verändert, vielmehr kamen noch zwei Neue hinzu. Dazu macht mein Nachfolger, Spielertrainer Mario Henning, dort einen klasse Job. Ich habe ja schließlich jetzt dreimal unter ihm dort gespielt. Richtig weh tun die vielen Unentschieden und die Tatsache, dass sich mit Thomas Vogt der beste Torjäger der Vorsaison im letzten Saisonspiel im Mai das Kreuzband gerissen hat. Thomas macht vorne immer wieder den Unterschied.

Wie gehen Sie nun ins Jahr 2019? Die ein oder andere Anfrage ist bestimmt schon einmal reingeflattert, oder?

Ich hoffe sehr, dass Kirchhasel die A-Liga halten kann. Gerne helfe ich auch weiterhin aus, wenn es personell eng ist. Ich hatte auch dieser Tage ein, zwei Anfragen, ob ich nach der Winterpause wieder etwas machen wolle, aber das kommt für mich nicht infrage. Meine Frau ist froh, wenn ich noch ein bisschen zu Hause bin. Im Sommer wird man dann sehen, was kommt. Ich habe keine konkreten Vorstellung, ob, wie und wo ich trainiere. Wenn ich keinen Trainerjob übernehme, geht das Leben auch weiter. Mein 1. FC Köln sollte natürlich wieder in Liga eins aufsteigen. Mit Rückkehrer Anthony Modeste ist der Angriff ja jetzt schon wieder erstklassig besetzt. Ich hoffe allerdings nicht nur auf den Aufstieg, sondern auch darauf, dass wir vor Hamburg landen, das wäre für mich eine Genugtuung, weil mein Kumpel Sven Bednarek ja großer HSV-Fan ist und immer gerne frotzelt.