Bad Vilbel braucht im zweiten Abschnitt wenig Anlaufzeit
Verbandsliga Süd: Mustafic-Elf springt nach Derby-Sieg in Kalbach auf Rang fünf
Bad Vilbels Anastasio Keoseoglu (rechts), hier gegen den Hanauer Kaan Köksal, verhinderte im ersten Abschnitt den Rückstand seines Teams. Foto: Scheiber.
FC Kalbach - FV Bad Vilbel 1:3 (0:0)
Der FCK startete vor 100 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz am Hopfenbrunnen aggressiv und mit hoher Laufintensität. Verteidiger Christopher Pross hatte gleich eine gute Szene, aber sein Kopfball ging am Tor vorbei. Zweikampfstark verzeichneten die Nordfrankfurter zunächst viele Balleroberungen, der FV kam nicht richtig ins Spiel. Dennoch kamen die Gäste nach etwa zehn Minuten zu Chancen, doch Alexander Bauscher scheiterte in zwei Situationen an Torhüter Taha Özdemir und der Schuss von Zoran Djordjevic rauschte am Tor vorbei. Die Cirrincione-Elf fing sich schnell und trug ihren Teil zu einem guten Derby bei. Der FV ließ den Gegner kommen, Kalbach hatte mehr Ballbesitz, prallte aber immer wieder an der Defensive der aufmerksamen Gäste ab. Bis zur 31. Spielminute, als sich die strittigste und möglicherweise auch spielentscheidende Szene abspielte. Nach einem Kopfball von Pross reklamierten die Hausherren vehement Tor. Bad Vilbels Anastasio Keoseoglu hatte die Kugel vor dem Einschlagen im Tornetz weggeschlagen. Ob das nun auf der Linie oder doch dahinter geschah, war schwierig zu beurteilen, vor allem für Schiedsrichter Fabian Bierau aus Leun, der auf kein Tor entschied.
Das brachte Kalbachs Trainer Salvatore Cirrincione hinterher auf die Palme: "Das war ein klares Tor, dass der Schiedsrichter da nicht gegeben hat. Das hat fast jeder auf dem Sportplatz gesehen. Sogar die neutralen Zuschauer haben das so bestätigt". Auch die beiden FCK-Funktionäre Christian Fischer und Thiemo Ruthenberg wollten ein "klares Tor" gesehen haben. Wie auch immer, der Unparteiische sah dieses nicht und von daher blieb es bis bis zur Pause beim 0:0, auch wenn Georgios Nasios zwei Minuten nach der strittigen Szene Pech mit einem Lattenschuss hatte.
Torwartfehler leitet FCK-Niederlage ein
Nach dem Wiederanpfiff kamen die Wetterauer ganz stark aus der Kabine und profitierten von einer "Slapstick-Einlage" von Kalbachs Schlussmann Taha Özdemir, der den rotgesperten Stammtorwart Daniel Soldevilla Barranco vertrat. Bei einem lang geschlagenen Ball der Vilbeler verließ der Keeper seinen Kasten, wollte per Kopfball klären, doch der Ball fiel Alexander Bauscher vor die Füße, der die Kugel über den verdutzten Tormann im hohen Bogen in das verwaiste Tor zum 1:0 für die Gäste hob (48.). Die Hausherren waren nun völlig von der Rolle und nach einer Flanke von der rechten Seite stand Ajdin Maksumic völlig frei und köpfte freistehend zum 2:0 für Bad Vilbel in das lange Eck (57.). Trotz aller Bemühungen gelang es Kalbach jetzt kaum noch Druck aufzubauen. Stattdessen gelang den Gästen nun alles. Filip Osman zog aus 25 Metern beherzt ab und traf sogar zum 3:0 für das Mustafic-Team (65.). Mit der klaren Führung im Rücken machte Bad Vilbel im weiteren Verlauf das Zentrum dicht, die Angriffsversuche der Kalbacher versandeten oft schon weit vor dem Strafraum. Die Gäste setzten auf Konter über den agilen Djordjevic, der mit einem raffinierten Heber den Pfosten traf.
Die defensivstarken und cleveren Gäste mussten am Ende doch noch den Ehrentreffer der Kalbacher hinnehmen. Ein Freistoß von Kadir Fil landete an der Latte, in der folgenden Szene pfiff der Referee Elfmeter, den Christopher Stein zum 1:3-Endstand verwandelte (77.). Trotz weiterer Bemühungen kamen die Gastgeber nicht mehr in Schlagdistanz und mussten die neunte Saisonniederlage hinnehmen. Außerdem überholten die Vilbeler den Nachbarn (ganze acht Kilometer Luftlinie trennen die beiden Sportanlagen) in der Tabelle.
Stimmen:
Kalbachs Trainer Salvatore Cirrincione: "Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Bad Vilbel hat das gut ausgenutzt. Wir erkennen die Niederlage an. Bezeichnend war, dass wir unseren ersten Elfmeter der Saison beim Stande von 0:3 am 18. Spieltag bekommen haben".
Kalbachs Spielausschuss-Vorsitzender Thiemo Ruthenberg: "Die Niederlage ist verdient, vor allem in den ersten 20 Minuten nach der Pause waren wir zu schläfrig".
Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic: "Wir hatten schon in der ersten Hälfte vier bis fünf hundertprozentige Chancen. Nach dem 2:0 ist es für uns einfacher gewesen. Wir haben defensiv eine sehr gute Leistung geboten und sehr stark gegen den Ball gearbeitet":
Bad Vilbels Stürmer Zoran Djordjevic: "Es läuft momentan gut, weil auch alle da sind. Ich selbst sehe mich erst bei 60 Prozent im Vergleich zu Griesheimer Glanzzeiten".
Stenogramm:
FC Kalbach: Özdemir; Weinberg (80. Bouzarzar), Pross, Hofmeier, Fil, Chihab (76. Abraham), Groda, Stein, Nasios, Pekgüzelyigit, Pulino (29. Jurisic) - Trainer: Salvatore Cirrincione.
FV Bad Vilbel: Orband; Geh, Grüter, Babic, Uslu, Osman (79. Knauer), Djordjevic (84. Arefe), Bauscher, Maksumic, Emmel, Keoseoglu - Trainer: Amir Mustafic.
Schiedsrichter: Fabian Bierau (Leun). Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Alexander Bauscher (48.), 0:2 Ajdin Maksumic (57.), 0:3 Filip Osman (65.), 1:3 Christopher Stein (77./Foulelfmeter).


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