Bär ärgert sich über "kindliches Verhalten"
Ditzel wehrt sich gegen die Aussagen
Was war passiert?
Zum ersten Verbandsliga-Spiel der Saison gastierte der SV Neuhof beim Aufsteiger RSV Petersberg. Das Trainerteam Radek Görner/Alexander Bär gab in der Torwartfrage Dogus Albayrak den Vorzug gegenüber André Ditzel. Der Neuzugang des TSV Lehnerz II war mit dieser Entscheidung, die ihm im Laufe des Vormittags von Bär mitgeteilt wurde, allerdings überhaupt nicht einverstanden und entschied sich, das Spiel mit einem Freund von der Tribüne des Waidesgrundstadions anzuschauen. Bär erklärte nach dem Spiel, warum Ditzel nicht im Kader stand, wie folgt: „Er wollte sich heute auf seine Klausuren konzentrieren. Es war eine schwere Entscheidung. Ich hoffe, dass sich André trotzdem weiter reinhängt." Pikant: Ditzel hatte seine letzte Klausur bereits am 28. Juli geschrieben und kommentierte dies auf torgranate.de. Dabei verwies er darauf, dass er das Spiel von der Tribüne aus verfolgt hatte.
Das sagt Bär
"Das war eine Falschaussage von mir, die so allerdings nicht gewollt war", erklärt Bär und führt aus: "Ich wurde direkt nach dem Spiel von Christian Halling angesprochen, warum André Ditzel nicht im Kader stand. Jeder, der mal Trainer war oder ist, weiß, dass du nach einem Spiel noch sehr emotional bist. Ich habe auf die Frage angesprochen geschlussfolgert, dass André das Wochenende zum Lernen nutzen möchte, da er mir im Telefonat am Vormittag mitteilte, dass er die Zeit anders nutzen möchte und er die Wochen zuvor im Lernstress war sowie am Donnerstag im Training gefehlt hat, weil er im Klausurstress war. So habe ich einfach eins und eins kombiniert", erklärt Bär, der den Ärger von Ditzel durchaus verstehen kann.
"Ein Spieler soll auch sauer sein, wenn er auf der Bank sitzt. Ich hätte mir aber gewünscht, dass er sich auf die Bank gesetzt und wir nach der Begegnung darüber gesprochen hätten. Ich werde ihm jetzt aber wegen diesem Fehlverhalten nicht den Kopf abreißen, auch wenn ich von einem Spieler erwarte, dass er sich mal durchbeißt. Da habe ich schon gehofft, dass André ein bisschen reifer agiert und nicht so ein kindliches Verhalten an den Tag legt", so Bär.
Hängen bleibt beim Sportlichen Leiter im Fall Ditzel aber nichts. "Ich erwarte André in dieser Woche im Training, dann werden wir darüber noch einmal kurz sprechen. Er hat bei uns für eine Saison zugesagt und ich kann mir nicht vorstellen, dass er wegen einem Spiel jetzt alles infrage stellt. Zumal er bereits Erfahrungen in Hessen- und Verbandsliga gesammelt hat und die Konkurrenzsituation kennen sollte. Es war eine Entscheidung für eine Begegnung, mehr nicht", sagt Bär, der aber zugibt, dass diese auch anders hätte ausfallen können. "Natürlich, diese Entscheidung ist uns im Trainerteam nicht leicht gefallen. Man muss aber auch sehen, dass Dogus in den vergangenen drei Jahren einen Riesenjob gemacht und er gerade in der abgelaufenen Saison ganz starke Leistungen gebracht hat. Es ist ja nicht so, das wir André bei seiner Verpflichtung eine Einsatzgarantie versprochen haben."
Das sagt Ditzel
Ditzel selbst ist auch nach zwei Tagen noch immer verärgert über seine Nicht-Berücksichtigung in der Startelf. "Ich war in der gesamten Vorbereitung viel öfter im Training und hätte meiner Ansicht nach spielen müssen, zumal die Begründung auch sehr schwammig war. Sie wollen Dogus spielen lassen, weil er seinen Gegenüber David Schwarz (Torwart von Petersberg, Anm. d. Red.) noch aus der Zeit in Neuhof kennt und dort eine gewisse Rivalität da war. Deswegen hatte ich mich entschieden, mich nicht auf die Bank zu setzen", sagt Ditzel, der nach eigener Aussage sogar Nachrichten von seinen Mannschaftskollegen bekommen hatte, die die Entscheidung pro Albayrak nicht hätten nachvollziehen können.
Überhaupt nicht einverstanden war der 25-Jährige indes mit der Aussage von Bär bezüglich seiner Klausuren. "Ich habe Alex am Donnerstag mit der Begründung abgesagt, dass ich am Donnerstag um 17.30 Uhr meine letzte Prüfung schreibe und es deshalb nicht um 18.30 Uhr ins Training schaffe. Es ist doch aber klar, dass wenn ich meine letzte Klausur schreibe, danach den Prufüngsstress hinter mir habe. Vielleicht wollte man so auch nur eine Erklärung finden, um die Entscheidung zu rechtfertigen", mutmaßt Ditzel, der in dieser Woche ein klärendes Gespräch mit den Verantwortlichen führen möchte.


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