Baldo di Gregorio: "Müssen praktisch alle Spiele gewinnen"
Verbandsliga Süd: Heißer Tanz in Kalbach erwartet
VFB Ginsheim - Usinger TSG (Samstag, 18 Uhr)
Das Hinspiel der beiden Vereine endete mit einem torreichen 3:3-Unentschieden. Bis zur 90. Minute hatten die Usinger gar mit 3:1 geführt, ehe dem VFB Ginsheim mit zwei Treffern in der Nachspielzeit noch der Ausgleich gelang. "Die Ginsheimer wissen nun, dass wir ihnen Paroli bieten können und ich hoffe auch, dass wir wieder einen Punkt entführen können", hofft Usingens Trainer auf ein Unentschieden, das aber nicht so "unglücklich" zustande kommen sollte wie im Hinspiel. Allerdings benötigt sowohl die Mannschaft von Marcel Kopp als auch der VFB einen Sieg, immerhin befinden sich die Ginsheimer noch im Aufstiegsrennen, während die TSG Punkte für den Klassenerhalt benötigt.
"Die Ginsheimer spielen mit Sicherheit auf Sieg, weil sie keine Federn lassen wollen, aber für uns geht es auch darum, nicht noch tiefer in den Tabellenkeller zu rutschen", sagt Trainer Kopp zur aktuellen Tabellensituation, denn lediglich vier Punkte trennt Usingen von einem Abstiegsplatz. Personell kann Trainer Marcel Kopp fast aus den Vollen schöpfen. Verletzungsbedingt fehlen lediglich Julian Waschkauf und Torben Selzer. Außerdem werden Patrick Lerch und Konstantin Krüger, der auch in der kommenden Spielzeit für die Usinger aufläuft, in dieser Saison berufsbedingt nicht mehr zum Einsatz kommen.
FC 07 Bensheim - TS Ober-Roden (Sonntag, 15 Uhr)
Da die Ober-Rodener vor Ostern spielfrei waren, hatten sie nun zwei Wochen Pause. Trainer Daniel Nister wäre allerdings lieber im gewohnten Spielrhythmus geblieben. "Die Leistung und die Leidenschaft haben gegen Kalbach gestimmt, deshalb wären wir gerne im Rhythmus geblieben, um die Spannung aufrecht zu halten." In Bensheim soll nun wieder der Schalter umgelegt werden, um sich Luft auf die Abstiegsränge zu verschaffen. Auf eben einem dieser Plätze steht derzeit der FC 07 Bensheim und lediglich drei Punkte trennen die beiden Mannschaften voneinander. Ober-Rodens Trainer erwartet deshalb eine kampfbetonte Partie, in der seine Mannschaft alles in die Waagschale werfen soll, um die drei Punkte zu holen: "Wir wollen unser Spiel durchziehen und uns nur auf uns konzentrieren. Ich denke, wer besser aus der Pause wieder ins Spiel findet, wird die Partie für sich entscheiden."
Wie der Gegner auftreten wird, kann Daniel Nister allerdings nicht einschätzen, da Elton da Costa erst vor zwei Wochen als Spielertrainer die Nachfolge von Ronald Borchers antrat und über Ostern nun etwas an der Bensheimer Spielweise verändert haben könnte.
SC 1960 Hanau - TSV Vatanspor Bad Homburg (Sonntag, 15 Uhr)
Dass es vermutlich für Bad Homburg nicht so einfach wie im Hinspiel werden wird, als der TSV noch mit 4:1 triumphierte und somit der Zangir-Elf die bis dato höchste Saisonniederlage zufügte, liegt nahe: "Das türkisch geprägte Derby wird ein sehr schweres Spiel für uns. Hanau hat eine sehr gute Mannschaft", sieht schon jetzt Vatanspors Sportmanager Hüseyin Güven der schweren Aufgabe beim Hanauer SC entgegen. Weil die Führungsriegen beide Teams abseits des Sportplatzes ein freundschaftliches Verhältnis pflegen, ist es Güven besonders wichtig, dass "es ein faires Spiel werden soll." Mit 41 Zählern ist der Gast dem ausgelobten 45 Punkte-Ziel schon greifbar nahe und wäre mit einem Remis sehr zufrieden. Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Torwart Kai Klug, Alin Butusina, René Krieg und Fuad Salihovic.
In bester Erinnerung ist auch noch Hanaus Pressesprecher Okan Sari das Hinspiel. Nicht nur wegen der hohen Niederlage, sondern auch ob der Einladung von den Bad Homburgern zu einem gemeinsamen Abendessen nach dem Spiel: "Seitdem sind wir eng mit Vatanspor verbunden und haben ein super Verhältnis aufgebaut. Am Sonntag werden uns dafür natürlich revanchieren", sagt Sari. Verzichten muss der SC immernoch auf Kaan Köksal und Max Grammel, die Rot-Sperren aussitzen. "Das war aber schon gegen Ginsheim kein Problem, weil unsere jungen Spieler das hervorragend kompensiert haben. Wir werden unser Spiel spielen und auch nicht wegen Top-Torjäger Ibrahim Cigdem Änderungen in unserem System vornehmen", so Sari weiter. Bei schönem Wetter hofft der Aufsteiger auf 250 bis 300 Zuschauer.
SG Bruchköbel - Germania Großkrotzenburg (Sonntag, 15 Uhr)
Für die SG Bruchköbel, die in diesem Jahr mit vier Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen schon hervorragend abgeliefert und sich so still und heimlich enorm nach vorne bewegt hat, ist die Partie gegen Germania Großkrotzenburg eventuell gar nicht so leicht zu "wuppen". Der Tabellenletzte hat nämlich in 2017 schon dem Klassenprimus Spvgg. Neu-Isenburg ein 2:2 abgetrotzt und in Alsbach den FC mit 2:0 besiegt, obwohl den Achtungssiegen immer wieder größere Schlappen folgten. Dieser Tatsache ist sich auch Bruchköbels Medienvertreter Michael Kwasniok bewusst: "Erst gestern haben wir im Kreispokal gegen den Kreisoberligisten Germania Niederrodenbach mit 4:1 verloren. Das war einfalls- und ideenlos. Wenn wir so einen Krottenkick am Sonntag wiederholen, dann sehe ich schwarz."
Dennoch will Kwosniak positiv nach vorne schauen und sagt, dass "meine Mannschaft zwei Gesichter hat und auch zu anderem fähig ist." Als Wermutstropfen bezeichnet er das Fehlen von Benjamin Braus, der wegen einer Gelb-Roten Karte gegen den FC Alsbach dem Tabellenfünften nicht zur Verfügung stehen wird. Deutlich entspannter sieht Gerald Trageser dem Derby entgegen. Das kann er auch, schließlich steht Großkrotzenburg als Absteiger fest und befindet sich inmitten größerer Umformatierungen für den Kader ab der kommenden Saison: "Wir stellen weiterhin jedem Gegner gerne ein Bein. Auch wenn es wie eine Plattitüde klingt, hat jedes Derby seine eigenen Gesetze. Bruchköbel braucht dringend Punkte gegen den Abstieg. Ich hoffe auf einen schönen Fußball-Nachmittag mit vielen Zuschauern", freut sich Trageser.
SV 07 Geinsheim - FC Alsbach (Sonntag, 15 Uhr)
Kein Sieg im Jahr 2017 - Mit dieser Bilanz fährt der FC Alsbach am Sonntag nach Geinsheim. Aber auch für den abstiegsgefährdeten SV geht es um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Die Alsbacher stehen deshalb unter Zugzwang, weil sie den Vorsprung auf die Abstiegsränge vergrößern wollen, wissen aber auch, dass es keine leichte Aufgabe wird. "Es wird ein Kampfspiel, weil Geinsheim alles für die drei Punkte geben wird", äußert sich Alsbachs Pressesprecher Andreas Rothermel, der weiß, dass die Alsbacher Spieler vor allem auf Marcel Hammann und Dominik Auer achten müssen. "Florian Auer trifft häufiger gegen uns, deshalb müssen wir auf ihn aufpassen. Aber auch generell sind wir gewarnt, weil Geinsheim Zuhause schon für einige Überraschungen gesorgt hat", sagt Rothermel.
Geinsheims Stürmer hatte bereits im Hinspiel bei der knappen 1:2-Niederlage seiner Mannschaft in Alsbach getroffen. Aus diesem Grund könnte Auer auch am Wochenende wieder ausschlaggebend sein, wenn es um die Tore der Gastgeber geht, da er mit 14 Toren die interne Torjägerliste der Geinsheimer anführt. Alsbachs Trainer Sascha Huy kann personell aus den Vollen schöpfen. Lediglich Abdulrahman Sancak, Luka Konjicija und Nikolas Bonias fallen verletzungsbedingt aus. Sein Bruder Alexis Bonias hingegen steht dem Trainerteam wieder zur Verfügung.
FC Kalbach - Eintracht Wald-Michelbach (Sonntag, 15 Uhr)
Einen heißen Tanz erwarten die Zuschauer zwischen dem FC Kalbach und Eintracht Waldmichelbach, wenn am Sonntag um 15 Uhr der Anpfiff am Hopfenbrunnen ertönt. Der FCK sowie die Gäste sind bei 35 Zählern punktgleich und nur hauchdünn vom ersten Abstiegsplatz entfernt. Waldmichelbachs Trainer Sebastian Haag weiß natürlich, worum es am Sonntag geht, blickt aber auch schon weiter über den Tellerrand: "Aus Kalbach wollen wir ein gutes Gefühl für unsere kommenden drei Heimspiele mitnehmen". Der harschen Kritik seines Trainer-Kollegen Amir Mustafic vor zwei Wochen ob der destruktiven Spielweise der Eintracht, die nichts mehr mit Fußball zu tun gehabt hätte, hält Haag dagegen: "Zum Fußball gehören nicht nur Technik und Passspiel, sondern auch Kampfgeist und Leidenschaft. Beim 1:1 in Bad Vilbel haben das meine Jungs, die wegen Personalmangel auf teils ungewohnten Positionen gespielt haben, hervorragend gemacht."
Was Kalbach angeht, hat Wald-Michelbachs Coach "Riesenrespekt vor der kämpferischen Komponente und davor, wie der Trainer seine Mannschaft immer wieder emotional neu ausrichten kann." Der FC Kalbach konnte am Mittwochabend erstmals in seiner Vereingeschichte mit dem 5:0 gegen JuZ Fechenheim den Frankfurter Kreispokal gewinnen und damit in den Hessenpokal einziehen. Kalbachs Sportlicher Leiter Christian Fischer sieht im Heimspiel gegen die Odenwälder ein "Sechs-Punkte-Spiel um den Klassenerhalt. Wir brauchen noch drei Siege aus sieben Spielen, um ganz auf der sicheren Seite zu sein". Den Gegner aus dem Odenwald sieht Fischer als "sehr gute Mannschaft mit dem Topstürmer Jan Gebhardt". Das 2:8-Heimdebakel gegen Spitzenreiter Neu-Isenburg ist abgehakt. "Wir waren stark ersatzgeschwächt, aber ich verliere lieber einmal 2:8 als dreimal 0:1", ergänzt Fischer.
VfR Fehlheim - Spvgg. 05 Oberrad (Sonntag, 15 Uhr)
Für Fehlheim waren die Ergebnisse aus den letzten drei Punktspielen immer die gleichen. Sie endeten jeweils 3:1 gegen den VfR. Das soll sich wieder schleunigst ändern, denn der Aufsteiger findet sich in der "engen Liga" so jetzt auf einem Abstiegsplatz wieder. Dennoch sieht Trainer Martin Weinbach erst einmal die Gäste in der Pflicht: "Wenn Oberrad verliert, dürfte es das wohl gewesen sein, denn dann beträgt der Abstand zu uns acht Zähler." Zeit genug, sich nach dem letzten Punktsiel gegen Vatanspor Bad Homburg vor etwa einem Monat neu zu sortieren, hatten die Fehlheimer aus gutem Grund. Um sich für ein Vollzeitstipendium in den USA zu empfehlen, waren Spielführer Thomas Emig, Christoph Geiß, Joshua Rettig und Bastian Vollrath Bestandteil der Mannschaft "Frankfurt Select", die von Verbandsliga-Klassenleiter Harald Vorndran betreut wurde und an einem Turnier der University of Carolina teilnahm. Bis auf Krisztian Müller, der privat verhindert ist, ist der Kader komplett. Die letzten beiden Spiele verloren, dazu kein Tor erzielt: Die Kurzzeitbilanz der Oberräder könnte besser aussehen. Dass es ausgerechnet am Sonntag nach Fehlheim geht, sieht Baldo di Gregorio nicht speziell als Endspiel, weil "eigentlich seit der Rückrunde jedes Spiel für uns ein Endspiel ist".
Der Ex-Profi ist realistisch und weiß, dass der Klassenerhalt bei acht Punkten Rückstand auf das rettende Ufer mit nur noch sechs Spielen in der Hinterhand sehr schwer zu realisieren ist: "Wir müssen praktisch alle Spiele gewinnen und hoffen, dass möglichst viele Konkurrenten patzen. Wir wollen aber versuchen jedes Spiel zu gewinnen und das Beste rauszuholen", sagt der Coach. Die Kaderplanung wird ohnehin für die Gruppenliga vorangetrieben. Der freie Fall von der Hessenliga in die Gruppenliga wäre zwar kein Ruhmesblatt für den Verein von der Beckerwiese. Die Pläne für den Neuaufbau in der 7. Liga liegen aber schon so weit in der Schublade. Der Sportliche Leiter Mario Di Falco bleibt, auch Spielertrainer Baldo Di Gregorio bleibt an Bord. Dazu haben schon 14 Spieler für die neue Saison zugesagt. "Eine Entwicklung ist zu sehen und das spricht für unsere Arbeit", erklärt Di Gregorio, der die Fehheimer im Vorteil sieht: "Sie spielen seit einigen Jahren zusammen, unsere Truppe wurde auch im Winter noch einmal durchgewürfelt".
Autoren:
se/cw/pa


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