Benedikt Burger stürmt mit der TSG 51 die Lärchenstraße

Kreisoberliga Frankfurt: Auch Schlusslicht Bockenheim gewinnt auswärts

24. April 2017, 01:32 Uhr

Benedikt Burger ist mit seiner TSG 51 auf dem Weg zum Klassenerhalt. Foto: Jörg Schulz

Wahnwitziger Nachmittag in der Kreisoberliga Frankfurt! Es begann um 13 Uhr mit einem ausgebliebenen Schiedsrichter, setzte sich dann mit 36 Toren in sieben Spielen fest. Davon fielen mit 19 über die Hälfte in zwei Begegnungen. Der große Verlierer im Abstiegskampf war Heddernheim, denn der spielfreie SVH musste mit den Siegen sämtlicher Konkurrenten eine Hiobsbotschaft nach der anderen hinnehmen. Der erste Abstieg seit 1995 wird für den Kreisoberliga-Dino immer wahrscheinlicher.

FC Kalbach II - FV 1920 Hausen ausgefallen

Da der Schiedsrichter nicht erschien, fiel die Begegnung aus und wird am 4. Mai um 20 Uhr nachgeholt.

Spvgg. 03 Fechenheim - FFV Sportfreunde 04 4:4 (3:3)

Siehe Extra-Bericht!

SC Weiss-Blau - Concordia Eschersheim 2:0 (2:0)

Yassine Maingad und Oskar Kosok schossen den 2:0-Sieg für den Sport-Club heraus. Die Gäste aus Eschersheim mussten allerdings über eine Stunde lang in Unterzahl auskommen, weil Aitem Zahrani in der 28. Minute die Rote Karte sah. "Das war der Knackpunkt. Es war eine harte Entscheidung, für dieses Foul Rot zu zeigen. Außerdem wurde das Foul außerhalb des Strafraums begangen", konstatierte Concordia-Trainer Roland Stipp. Trotzdem gab Schiedsrichter Andreas Wirth Elfmeter für Weiss-Blau, den Oscar Kosok nicht verwandeln konnte. Er scheiterte an Gästetorhüter Benjamin Kress.

"Wir haben das diszipliniert gemacht und wollten defensiv kompakt stehen. Die Rote Karte hat uns in die Karten gespielt. Da haben wir dann taktisch sehr gut agiert und sind nicht blind angerannt. Der Sieg hätte um zwei oder drei Tore höher ausgehen können", resümierte Weiss-Blau-Trainer Rene Möbus. Außer dem Lattenschuss von Metzger hatte der Trainer der Niederräder noch "weitere Konterchancen" gesehen. Roland Stipp sah "den Ball vor dem 2:0 im Aus. Wir hatten kurz zuvor eine gute Kopfballchance durch Benjamin Tesar. Weiss-Blau war insgesamt torgefährlicher. Wir haben alles probiert, es fehlte uns aber wieder an der Durchschlagskraft".

Schiedsrichter: Andreas Wirth (Hungen).
Zuschauer: 40.
Tore: 1:0 Yassine Maingad (37.), 2:0 Oscar Kosok (45./+1).
Rote Karte: Aitem Zahrani (Eschersheim/28.).
Besonderes Vorkommnis: Eschersheims Torhüter Benjamin Kress hält Foulelfmeter von Weiss-Blaus Oscar Kosok (29.).

1. FC 02 Rödelheim - SV Viktoria Preußen 0:3 (0:1)

Für Rödelheim zieht sich die Schlinge immer enger um den Hals. Das muss auch RFC-Pressesprecher Volker Flauaus eingestehen: "Es sieht übel für uns aus". Der Vorsprung auf den momentanen Relegationsplatz beträgt nur noch fünf Punkte. Die Rödelheimer haben nur noch vier Spiele zu absolvieren und sind am letzten Spieltag spielfrei. "Eine gefährliche Mischung. Wir müssen uns jetzt gegen den Abstieg stemmen", fordert Flauaus. Nach einer fast ereignislosen ersten Hälfte hatte Oskar Copik die Gäste von der Hügelstraße mit dem Pausenpfiff in Führung gebracht.

Die Gastgeber drängten zwar nach der Halbzeit auf den Ausgleich, dieser blieb ihnen aber nach Chancen von Vogt und El Abbassi verwehrt. Zwar spielte Rödelheim engagierter und offensiver, aber die Gäste kamen durch Konter zum Erfolg. Daniel Rother köpfte eine Flanke zum 2:0 ein, Kofi Darko Wilson besorgte den 3:0-Endstand für die Preußen, die ersatzgeschwächt ohne die etatmäßige Innenverteidigung antraten. Zudem fielen Renato Levy und Anass Barkok aus. "Das war ein Endspiel auf Augenhöhe mit einer guten Leistung. Die 34 Punkte sollten für den Klassenerhalt reichen", hofft Thomas Mahlau, der Fußball-Abteilungsleiter der Preußen auf bessere Zeiten beim einstigen Gruppenligisten.

Schiedsrichter: Kevin Reizlein (Mainz).
Zuschauer: 50.
Tore: 0:1 Oscar Copik (45.), 0:2 Daniel Rother (85.), 0:3 Kofi Darko Wilson (87.).

FC Posavina - VfR Bockenheim 1:3 (0:0)

Der FC Posavina musste sich dem Schlusslicht VfR Bockenheim mit 1:3 geschlagen geben. "Traurig, aber wahr. Wir machen die Buden nicht", ärgerte sich FCP-Trainer Pero Bosnjak. Nach einer torlosen ersten Stunde schlugen die Bockenheimer mit dem überragenden Spielmacher Sina Shakouri zum ersten Mal zu. Dieser traf den Pfosten, den Abpraller verwertete Crispin Greuner zum 1:0 für den VfR. Gökhan Simsek legte mit einem Distanzschuss das 2:0 nach. Zwar konnte Ante Peko mit einem abgefälschten Freistoß noch einmal Hoffnung bei den Kroaten wecken, aber nach dem 1:2 waren es die Bockenheimer, die den Deckel draufmachten. Greuner erlief eine zu kurze Kopfballrückgabe und sorgte mit seinem Schlenzer aus 28 Metern für ausgelassenen Jubel beim Tabellenletzten, der nach wie vor noch nicht rechnerisch abgestiegen ist.

"Ich kann der Abwehr keinen Vorwurf machen. Ich kann auch nicht sagen, dass wir nicht wollten. Aber wir waren von der Psyche her nach dem Rückstand nicht im Bilde", sagte Bosnjak. VfR-Trainer Taner Yalcin sah eine "taktisch geschlossene Mannschaftsleistung. Wir haben 100 Prozent unserer Leistungsfähigkeit erreicht. Wir wollen die Runde jetzt ordentlich zu Ende spielen und wissen, dass dieser Sieg leider etwas zu spät kommt". Gleichwohl betonte Yalcin, dass "wir außer gegen Tarik und die Speuzer gegen alle Teams gleichwertig waren. Mit Shakouri und Greuner haben wir Qualität im Team, Neuzugang Simsek vom SV Mosaik hat eingeschlagen".

Schiedsrichter: Sascha Schütz (Niederdorfelden).
Zuschauer: 120.
Tore: 0:1 Crispin Greuner (62.), 0:2 Gökhan Simsek (69.), 1:2 Ante Peko (75.), 1:3 Crispin Greuner (89.).

BSC SW 19 - SG Westend 6:5 (4:1)

Siehe Extra-Bericht!

TuS Makkabi - FC Tempo 0:1 (0:0)

Das war ein gebrauchter Tag für den TuS Makkabi! Erst scheiterte die geplante Spielbeobachtung von Cheftrainer Jorge Huberman und des Sportlichen Leiters Maximilian Eilingsfeld in Kalbach am nicht erschienenen Schiedsrichter, dann musste der Tabellendritte eine völlig unerwartete 0:1-Heimniederlage gegen den FC Tempo hinnehmen.

Stefan Njegic markierte in der 76. Minute das goldene Tor für die Serben auf Flanke von Borislav Pilipovic. "Es war ein ausgeglichenes Spiel mit dem besseren Ende für Tempo. Es war ein schnelles und kampfbetontes Spiel. Unser Team bestach durch eine geschlossene Mannschaftsleistung", erklärte Tempos Trainer Zoran Marcetic. Mit von der Partie an der Bertramswiese waren zwei Neuzugänge aus Serbien, die sich dem Balkan-Klub kürzlich angeschlossen haben: Torhüter Vladan Grbovic (20) und Mittelfeldspieler Predrag Negurichich (19).

Schiedsrichter: Tobias Barthilmes (Villmar).
Zuschauer: 130.
Tor: 0:1 Stefan Njegic (76.).

SV Griesheim Tarik - TSG 51 2:5 (1:2)

Nachdem das Hinspiel noch torlos endete, landete die TSG 51 mit dem zweiten Auswärtssieg in Folge einen eminent wichtigen Dreier im Kampf um den Klassenerhalt. "Wir waren grottenschlecht. Alle befanden sich im Tiefschlaf und waren nicht auf dem Platz. Wir nehmen alles viel zu locker und machen katastrophale Fehler. Momentan verspüren wir keine Sicherheit", haderte Griesheim Tariks Multifunktionär Hamza Azaoum. Dabei hatten die Hausherren gut angefangen und waren durch Fikri El Haj Ali nach einem Fehlpass im Spielaufbau der Gäste von der Niedwiesenstraße mit 1:0 in Führung gegangen. Doch die "51er" kämpften sich in die Begegnung und nach einem Einwurf von Marek Wiechula stoppte Spielertrainer Patrick Dorrmann den Ball mit der Brust und Elbert-Neissner glich zum 1:1 aus. Eine vermeintliche Fehlentscheidung brachte die Gäste kurz vor der Halbzeit auf die Siegerstraße. Nach einem Foulspiel an Burger gab es Elfmeter für die TSG 51, der Tatort soll aber außerhalb des Strafraums gelegen haben.

Burger nahm das Geschenk an und brachte die Niedwiesen-Kicker mit 2:1 in Führung. Tarik schwächte sich dann selbst, indem sich Salam El Bachiri nach minutenlangen Diskussionen mit dem Schiedsrichter die Rote Karte abholte. Patrick Dorrmann erhöhte dann in einer Co-Produktion mit Artis Kilic und Burger auf 3:1, bevor es durch den Anschlusstreffer von Younes Kabbouch noch einmal spannend zu werden schien. Aber mit einem Highlight stellte Burger den alten Toreabstand wieder her. Nach einem Querpass von Andreas Hesse traf Burger gleich zweimal den Pfosten, den zweiten Abpraller legte Pascal Hubbuch quer und Burger markierte das 4:2. Am Ende unterlief den völlig indisponierten Platzherren noch ein Eigentor in Person von Ismail El Fakiri und die TSG 51 feierte einen berauschenden 5:2-Sieg. "Wir sind hochzufrieden und davon überzeugt, dass wir die Klasse halten werden", freute sich Spielertrainer Patrick Dorrmann. Hamza Azaoum stellte dagegen fest: "Bei uns ist die Luft zum Saisonende raus".

Schiedsrichter: Christian Rau (Oestrich-Winkel).
Zuschauer: 80.
Tore: 1:0 Fikri El Haj Ali (8.), 1:1 Julian Elbert-Neissner (19.), 1:2 Benedikt Burger (43./Foulelfmeter), 1:3 Patrick Dorrmann (65.), 2:3 Youness Kabbouch (69.), 2:4 Benedikt Burger (78.), 2:5 Ismail El Fakiri (85./Eigentor).
Rote Karte: Salam El Bachiri (Tarik/54.).

Autor: Pedro Acebes